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Mondlandung
14. Juli 2009 10:48; Akt: 14.07.2009 11:08 Print
«Ein Riesensprung für die Menschheit»
von Wolfgang Künzel (AP) - Vor 40 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Mit «Apollo 11» erfüllte sich ein uralter Traum.
Menschheitstraum: Neil Armstrong auf dem Mond
«Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Riesensprung für die Menschheit.» Mit diesen Worten setzte am 21. Juli 1969 um 03.56 Uhr (MEZ) der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuss auf den Mond. 20 Minuten nach dem Kommandanten des Raumschiffes «Apollo 11» entstieg Edwin Aldrin der Landefähre «Eagle». Das spinnenbeinige Gefährt mit den beiden Astronauten an Bord war am Vorabend auf dem Erdtrabanten gelandet. Ein uralter Menschheitstraum hatte sich erfüllt.
Saturn VDie auch als Apollo-Rakete bekannte Saturn V war die gewaltigste Rakete, die von Menschen je gebaut wurde. Sie verfügte über ein Startgewicht von rund 2900 Tonnen, konnte 48,7 Tonnen Nutzlast tragen und hatte eine Höhe von 110 Metern. Dabei leistete die Rakete einen Schub von fast vier Millionen Kilopond.
Das Team des deutschen Konstrukteurs Wernher von Braun begann mit den ersten Studien für die Saturn-Rakete bereits 1957. Der Erstflug fand im November 1967 statt. Alle Mondflüge des Apollo-Programms wurden mit Hilfe der Saturn V durchgeführt, wobei sich die Rakete als ausserordentlich zuverlässig erwies. Kein einziger Start schlug fehl. Die letzte Rakete dieses Typs startete am 14. Mai 1973 und brachte die US-Weltraumstation Skylab ins All.
Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen in aller Welt wurden vor 40 Jahren an den Fernsehschirmen Zeugen dieses grössten technischen Abenteuers des 20. Jahrhunderts. Die Mondlandung war glanzvoller Höhepunkt einer nahezu zehnjährigen Kraftanstrengung der Amerikaner, an der rund
«Triumph des menschlichen Geistes»
Die Eroberung des Mondes war auch Teil des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion, die seit Ende der 50er Jahre im Weltraum die Nase vorn hatte. Sie hatte 1957 mit «Sputnik» den ersten Satelliten und dreieinhalb Jahre später mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All geschickt. Am 25. Mai 1961, sechs Wochen nach Gagarins Raumflug, gab US-Präsident John F. Kennedy das ehrgeizige Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu schicken und ihn wieder heil zur Erde zurückzubringen. «Auftrag erledigt», kommentierte 1969 der damalige NASA-Direktor James Webb in knapper Form die erfolgreiche Mondlandung.
Massgeblichen Anteil am Erfolg hatte der deutsch-amerikanische Raketentechniker Wernher von Braun, der bei der Raumfahrtbehörde NASA für die Entwicklung der Saturn-V-Rakete verantwortlich war. Die knapp 111 Meter Hohe dreistufige Rakete, die über 155 Millionen PS verfügte, musste so viel Schub aufbringen, um das Raumschiff mit der Landefähre auf eine Geschwindigkeit von
Reibungsloser Flug
Das Unternehmen «Apollo 11» begann am 16. Juli 1969. Pünktlich um 09.32 Uhr Ortszeit (14.32 Uhr MEZ) hob die Saturn-V-Rakete in einem riesigen Feuerschweif vom Startgelände Cape Kennedy in Florida ab. An Bord der Raumkapsel befand sich neben Armstrong und Aldrin als dritter Astronaut Michael Collins. Er war der Pilot des Mutterschiffes und musste in einer Mondumlaufbahn zurückbleiben, während seine beiden Gefährten auf dem Erdtrabanten Geschichte schrieben.
Der knapp
Dramatik vor der Landung
Tags darauf trennte sich die Landefähre mit Armstrong und Aldrin vom Mutterschiff und begann den Abstieg zum Erdtrabanten. Die letzten Sekunden vor dem Aufsetzen der Fähre im Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe), einer Tiefebene am Mondäquator, gestaltete sich dramatisch. Um Felsbrocken im Landegebiet auszuweichen, schalteten die Astronauten Augenblicke vor der Landung auf Handsteuerung um. Als die Fähre am 20. Juli um 21.17 Uhr MEZ aufsetzte, hatte sie nur noch Treibstoff für knapp 20 Sekunden.
Drei Stunden früher als geplant öffnete sich dann die Luke der Landefähre und die Astronauten traten im unförmigen Schutzanzug und dem Versorgungstornister auf dem Rücken in den glühend heissen Mondmorgen hinaus. Über zwei Stunden hielten sich der 38-jährige Armstrong und der ein Jahr ältere Aldrin ausserhalb der Fähre auf.
Sie bauten wissenschaftliche Geräte auf, sammelten Gesteinsproben und führten ein Telefongespräch mit US-Präsident Richard Nixon. Armstrong und Aldrin enthüllten eine Gedenkplakette mit der Inschrift: «Hier haben Menschen vom Planeten Erde im Juli 1969 erstmals den Fuss auf den Mond gesetzt. Wir kamen in Frieden für die Menschheit.» Auch eine amerikanische Flagge stellten sie auf.
21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond
Spannung kam noch einmal beim Start der Fähre vom Mond auf. Doch auch der funktionierte problemlos. 21 Stunden und 36 Minuten nach der Landung zündete das Triebwerk des Oberteils der Fähre, das Landeteil diente als Startrampe. Dreieinhalb Stunden später koppelte die Fähre wieder an das Mutterschiff an, in dem Collins in 110 Kilometer Höhe den Mond umrundet hatte. Am 24. Juli kehrten die Raumfahrer wohlbehalten von ihrer historischen Mission zurück.
Bis Dezember 1972 gab es noch fünf weitere Mondlandungen. Insgesamt setzten zwölf Amerikaner ihren Fuss auf den Mond.



























