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Terror in Mumbai
09. Dezember 2008 08:39; Akt: 06.05.2009 18:21 Print
«Wir wollen keinen Krieg – sind aber bereit»
Pakistan reagiert mit harschen Worten auf Medienberichte, wonach Indien Massnahmen gegen Trainingslager von islamistischen Kämpfern in Pakistan vorbereite. Man sei bereit für einen Krieg, wenn einem dieser aufgedrängt werde. Weiter lehnt die pakistanische Regierung die Auslieferung der Terrorverdächtigen an Indien ab.
«Die Festnahmen sind im Rahmen unserer eigenen Ermittlungen erfolgt», sagte Aussenminister Shah Mehmood Qureshi am Dienstag in einer Rede in Multan. Selbst wenn Indien Beweise für die Schuld der Terrorverdächtigen vorlege, werde Pakistan seine eigenen Staatsbürger nicht ausliefern. Sie werden in Pakistan vor Gericht gestellt.
Aussenminister Shah Mehmood Qureshi rasselt mit dem Säbel(Bild: Keystone/Khalid Tanveer)
Die pakistanischen Behörden hatten seit Samstag insgesamt 16 Menschen aus dem Umfeld der radikalislamischen Organisation Lashkar- e-Taiba festgenommen, die von Indien der Anschlagsplanung in Mumbai beschuldigt wird.
Verhaftet wurde nach Angaben von Verteidigungsministers Choudhry Mukhtar Ahmed auch Masood Afzhar, der Chef der Terrorgruppe Jaish-e- Mohammad (JeM).
Angeblicher Chefplaner verhört
Die pakistanischen Behörden verhörten am Dienstag den angeblichen Chefplaner der Anschläge von Mumbai: Zaki-ur-Rehman Lakhvi, ein Führungsmitglied von Lashkar-e-Taiba, war ebenfalls am Samstag in der zentralpakistanischen Provinz Punjab festgenommen worden, wie ein Vertreter der pakistanischen Sicherheitskräfte bestätigte.
Indischen Medienberichten zufolge hatte der einzige überlebende Angreifer der Anschläge von Mumbai Lakhvi als Chefplaner bezeichnet. Bei der Anschlagsserie waren Ende November amtlichen Angaben zufolge 172 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen neun Angreifer.
Die radikalislamischen Rebellen kämpfen gegen die indische Herrschaft in Kaschmir, der zwischen Pakistan und Indien umstrittenen Grenzregion, um die beide Atommächte bereits drei Kriege führten. Lashkar-e-Taiba (»Armee der Frommen»), der Verbindungen zum pakistanischen Geheimdienst nachgesagt werden, ist seit 2002 sowohl in Indien als auch in Pakistan verboten.
Indien hatte Pakistan eine Liste mit Verdächtigen ausgehändigt, deren Auslieferung es fordert. Andernfalls drohte Neu Delhi mit Vergeltungsmassnahmen. Nach indischen Medienberichten plant die Regierung eigene Schläge gegen Trainingslager von islamistischen Kämpfern in Pakistan, sollten die Nachbarn nicht selbst tätig werden.
Drastische Worte aus Islamabad
Pakistans Aussenminister drohte für den Fall einer solchen Grenzüberschreitung mit Krieg: «Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind absolut bereit für den Fall, dass er uns aufgedrängt wird», sagte Qureshi. Pakistan werde sein Land, wenn nötig, verteidigen. Derartig drastische Worte hatte die Regierung in Islambad nach der Anschlagsserie in Mumbai Ende November noch nicht verwendet.
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari erklärte unterdessen, die Anschläge von Mumbai seien gegen die indisch-pakistanischen Friedensbemühungen gerichtet gewesen. Nicht nur Neu Delhi, sondern auch die neue Regierung in Islambad seien indirekt das Ziel der Anschläge gewesen, hiess es in einem Beitrag Zardaris für die «New York Times».
(sda)



























