Aufstand der Gemässigten

27. Dezember 2011 21:40; Akt: 28.12.2011 12:34 Print

«Israel soll nicht wie der Iran werden»«Israel soll nicht wie der Iran werden»

Die Forderung Ultraorthodoxer nach strikter Geschlechtertrennung im öffentlichen Leben kommt in Israel schlecht an. Tausende demonstrieren und selbst Präsident Peres macht gegen die Fanatiker mobil.

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«Stoppt die Geschlechtertrennung»: Israeli demonstrieren am 27. Dezember in Beit Schemesch gegen die Diskriminierung von Frauen. (Bild: Keystone)

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Mehrere tausend Israelis haben am Dienstag in einer Stadt nahe Jerusalem gegen die Diskriminierung von Frauen durch ultraorthodoxe Juden demonstriert. Aufgerufen zu der Demonstration in der vorwiegend von strenggläubigen Juden bewohnten Stadt Beit Schemesch hatten säkulare und religiöse Frauenrechtsgruppen.

«Hier steht nicht ein einzelner Stadtteil oder eine bestimmte Buslinie auf dem Spiel, sondern der Charakter des Staates», sagte ein Parlamentarier der linken Meretz-Partei an der Kundgebung. Es stelle sich die Frage, ob Israel ein fortschrittliches und demokratisches Land oder eine abgeschottete und rückständige Gesellschaft sein wolle. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie «Israel soll nicht wie der Iran werden» oder «Die Mehrheit bricht ihr Schweigen».

Fernsehteams angegriffen

In der 80 000-Einwohner-Stadt Beit Schemesch hatte es in den vergangenen Tagen wiederholt Ausschreitungen zwischen der Polizei und radikalen jüdischen Einwohnern gegeben.

Die Haredim genannten ultraorthodoxen Juden griffen bei mehreren Gelegenheiten die Polizei an, als diese in der Hauptstrasse von Beit Schemesch versuchten, Schilder zu entfernen, die zur Trennung der Geschlechter aufforderten. Am Montag wurde dabei ein Polizist durch Steinwürfe verletzt. Mehrere Fernsehteams wurden zudem von Einwohnern bedroht und angegriffen.

Israelische Medien berichteten zuletzt wiederholt von Übergriffen auf Frauen, etwa dass ultraorthodoxe Frauen sich weigerten, die in manchen Buslinien geltende Geschlechtertrennung einzuhalten und deshalb attackiert wurden.

Peres mischt sich ein

Die in den 1980er-Jahren auf Druck der Ultraorthodoxen eingeführte Regelung sieht vor, dass sich Frauen hinten hinsetzen. Frauenrechtlerinnen beobachten mit Sorge, dass die Ultraorthodoxen zunehmend aktiv für die Anwendung der religiösen Geschlechtertrennung eintreten.

Selbst Israels Präsident Schimon Peres rief am Dienstag seine Landsleute dazu auf, religiöse Fanatiker in die Schranken zu weisen. Die gesamte Nation müsse mobilisiert werden, um die Mehrheit aus den Händen einer kleinen Minderheit zu befreien, sagte er.

(sda)

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  • Klaus Deringer am 29.12.2011 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zionisten vs. Orthodoxen

    Die Zionisten hetzen schon seit Beginn Israels gegen die orthodoxen Juden. Die orthodoxen (frommen) Juden warten gemäss Thora heute noch auf ihren Messias, der sie ins gelobte Land fühen soll. Die radikalen Zionisten dagegen behaupten sie selbst seien der Messias und gründeten dadurch den Staat Israel. Dies ist ein schlimmerer Auslegungskonfliks als der zwischen Sunniten und Shiiten.

    • Mehmet am 29.12.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Sunniten und Shiiten

      Jep das kann durchaus sein. Aber die Sunniten und die Shiiten hatten eigentlich gar keine Probleme zusammen. Das Probelm ist meinerseits erst entstanden wo man im Irak die Sunniten und die Shiiten zusammenkrachen gelassen hat. Die westliche Polizei wollte ja dies so. Ist einfacher eine Burg von innen zu erobern anstellen von aussen hineinzudringen. Genau dieses Prinzip wurde auch in Irak angewandt. Naja auf jeden fall sollen doch die Israelis machen was sie wollen, die können immer machen was sie wollen und jeder hält den Schnabel.

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  • David Levy am 28.12.2011 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Jüdisch

    Ich bin selber Jüdisch, auch religiös, und verurteile aufs schärfste was in Beit Shemesh abgeht. Was dort vorgeht, repräsentiert in keinerlei Weise das Judentum und hat mit Orthodoxie nichts am Hut. Es gibt leider überall Spinner auf der Welt, aber auch Millionen andere "normale Juden".

  • Moischi am 28.12.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelalter

    Kaum haben wir das Mittelalter hinter uns gebracht, drohen wir erneut darin zu versinken. Alles im Namen irgendeines Gottes, den es nicht gibt. Das stimmt mich sehr nachdenklich.

    • Frau vom Berg am 28.12.2011 19:39 Report Diesen Beitrag melden

      Solang die Welt besteht

      @ Moischi. Dafür, dass es Ihn nicht geben soll, wird enorm viel von Ihm gesprochen. Das amüsiert mich und ich vermute, Ihn auch!

    • G.M. am 28.12.2011 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Modern?

      Du bist auch nicht gerade sehr fortschritlich wenn du behauptest,dass milliarden von Menschen auf dieser Welt keine Ahnung haben. Denn wie du über Gott redest scheint es so als hättest du handfeste Beweise dafür, dass es ihn nicht gibt. Milliarden glauben aber, dass es ihn doch gibt...

    • Peter2106 am 29.12.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Zufall oder zu-gefallen?

      @Moischi: So redet nur ein Mensch, der Gott nicht erfahren hat. Ich bin an keine Religion gebunden,glaube jedoch an Gott, weil ich in meinem Leben viele positive Erlebnisse hatte, die nicht auf "Zufall" beruhen können. Übrigens: Zufall gibt es nicht. Das Wort bedeutet "einem zu gefallen" und deutet auf ein zugeteiltes Ereignis. Nur - man muss den Geist öffnen, das zu erkennen.

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