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Krieg in Gaza
16. Januar 2009 15:35; Akt: 16.01.2009 15:50 Print
Hamas akzeptiert Israels Bedingungen nicht
Die Hoffnungen auf ein rasches Kriegsende im Gazastreifen haben einen Dämpfer erhalten. Die radikalislamische Hamas lehnte die Bedingungen Israels für ein Ende der seit fast drei Wochen tobenden Kämpfe im dicht besiedelten Küstenstreifen ab.
Die Hamas hatte einen auf ein Jahr begrenzten Waffenstillstand vorgeschlagen, der verlängert werden kann. Voraussetzung sei, dass sich Israel binnen einer Woche aus dem Gazastreifen zurückziehe, in dem seit Beginn der Kampfhandlungen Ende Dezember über 1100 Menschen getötet wurden.
Der Leichnahm des Hamas-Innenministers Said Siam wird in Gaza Stadt zu Grabe getragen.(Bild: Keystone/AP)
Tausende bei Beisetzung von Hamas-Innenminister Siam
Mehrere tausend Anhänger haben am Freitag Abschied von Hamas-Innenminister Said Siam genommen, der am Donnerstag bei einem israelischen Luftangriff getötet worden war. Seine Anhänger trugen die Leiche, die in eine grüne Hamas-Fahne gehüllt war, auf ihren Schultern zum so genannten Märtyrer-Friedhof im Norden von Gaza. Die Trauergemeinde schwor Rache für den Tod des 49-Jährigen und rief: «Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir uns für Dich opfern.»
Siam, der als Hardliner gilt, ist der höchste Hamas-Politiker, der bisher bei der israelischen Offensive im Gazastreifen getötet wurde. Er gründete 2006 eine Miliz, die bei der Machtergreifung der Hamas im Gazastreifen 2007 eine wichtige Rolle spielte. Zusammen mit dem Politiker starben nach Hamas-Angaben auch sein Sohn, sein Bruder, seine Schwägerin sowie ein Leibwächter und vier Nachbarn.
Ausserdem verlangt die Hamas Garantien, dass Israel die Grenzübergänge wieder öffnet und offen hält. Israel lehnt vor allem die Befristung des Waffenstillstand ab. Notwendig sei eine dauerhafte Übereinkunft, weil sonst ein Wiederaufflammen der Kämpfe programmiert sei, argumentiert Israel.
Der in Damaskus im Exil lebende Hamas-Führer Chaled Maschaal nannte die israelischen Bedingungen unannehmbar. Der Kampf der im Gazastreifen herrschenden Hamas gehe weiter, bis sich die Israelis aus dem Küstengebiet zurückzögen.
Der bewaffnete Widerstand sei ungebrochen, sagte er in einer Rede vor den Teilnehmern eines arabischen Gipfeltreffens in Katar. Maschaal rief die in Doha versammelten Staats- und Regierungschef zum Abbruch der Beziehungen zu Israel auf.
Noch kurz vor Maschaals Rede hatte die auf ägyptische Vermittlung setzende israelische Regierung eine rasche Entscheidung des Sicherheitskabinetts über einen Waffenstillstand Aussicht gestellt.
Am Freitag hiess es dann aber aus Diplomatenkreisen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, es sei in den Verhandlungen nicht mit einer schnellen Einigung zu rechnen. Israels Unterhändler Amos Gilad reiste nach mehrstündigen Gesprächen ab, ohne dass eine Vereinbarung erzielt wurde.
Hoffnung auf Waffenstillstand
(sda)


























