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Nahost-Konflikt
16. Januar 2009 06:52; Akt: 16.01.2009 10:14 Print
Israel setzt verstärkt auf die Diplomatie
Israel hat in der Nacht rund 40 Angriffe auf den Gazastreifen geflogen, intensiviert zugleich aber auch seine diplomatischen Kontakte zur Lösung der Krise.
Aussenministerin Zipi Livni reiste zu Gesprächen mit der noch bis Dienstag amtierenden US-Aussenministerin Condoleezza Rice nach Washington, Chefunterhändler Amos Gilad sollte den zweiten Tag in Folge in Kairo die Chancen für eine Waffenruhe sondieren.
Die israelische Aussenministerin Zipi Livni.(Bild: Keystone)
Ministerpräsident Ehud Olmert liess am Donnerstagabend sich, ranghohe Kabinettsmitglieder und Offiziere von Gilads zuvor erfolgtem ersten Treffen mit ägyptischen Vermittlern informieren, die mit der Hamas über die Bedingungen einer Waffenruhe verhandeln. Gilad soll nun den Ägyptern die israelischen Vorstellungen für eine Waffenruhe überbringen. Israel fordert von der Hamas die Einstellung des Raketenbeschusses auf die Grenzstädte im Süden und von Ägypten eine Unterbindung des Waffenschmuggels von Ägypten in den Gazastreifen.
Es wird erwartet, dass Livni und Rice in Washington ein Memorandum unterzeichnen, in dem Wege zum Stopp des Waffenschmuggels von Ägypten in den Gazastreifen genannt werden. Die Hamas fordert den israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen und die Öffnung der Grenzübergänge.
40 Luftangriffe
In der Nacht zum Freitag wurden nach Angaben aus israelischen Militärkreisen wieder 40 Ziele im Gazastreifen beschossen. Die Armee verkündete eine vierstündige humanitäre Waffenpause, die ab 09.00 Uhr MEZ gelten sollte.
Sie behalte sich aber das Recht vor, auf Angriffe auf die Armee oder in Richtung Israel zu reagieren, sagte der Sprecher. 130 Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff dürften die Grenze zum Gazastreifen passieren.
Rettungskräfte bargen 23 Todesopfer aus den Trümmern in Gaza, wo sich die israelische Armee und palästinensische Kämpfer am Donnerstag schwere Kämpfe geliefert hatten. Die meisten Opfer seien im Stadtteil Tal el Hawa im Südwesten der Stadt geborgen worden, teilte der palästinensische Rettungsdienst mit.
Gemäss einer ersten Bilanz der israelischen Armee haben Kampfflugzeuge seit Beginn der Militäroffensive im Gazastreifen mehr als 2000 Ziele angegriffen. 60 bis 70 Prozent aller Schmuggeltunnels unter der Grenze von Ägypten zum Gazastreifen seien zerstört worden, sagte ein Armeesprecher.
Militante Palästinenser hätten seit dem 27. Dezember mehr als 700 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza sind bislang mindestens 1133 Menschen getötet und weitere 5200 verletzt worden.
Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, darunter drei Zivilisten, an den Folgen von Raketenangriffen sowie der Kämpfe im Gazastreifen. Die palästinensische Statistikbehörde geht inzwischen von Schäden von bis zu 1,5 Milliarden Dollar aus.
Barak entschuldigt sich
Am Donnerstag wurden bei israelischen Angriffen im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben 70 Menschen getötet; internationale Proteste löste die Zerstörung eines Lebensmittellagers der Vereinten Nationen durch israelischen Beschuss aus.
Verteidigungsminister Ehud Barak entschuldigte sich deswegen beim in der Region weilenden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der UN-Sicherheitsrat in New York drückte seine «ernste Besorgnis» aus und forderte einen Bericht der zuständigen UN-Behörden an.
Quelle: SDA/AP




























