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Trotz Rückschlägen
01. September 2010 20:58; Akt: 01.09.2010 20:58 Print
Die unendliche Geschichte geht weiter
Trotz des Anschlages auf israelische Siedler und trotz den angekündigten weiteren Siedlungen im Westjordanland treffen sich Israel und Palästina zu den ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren.

Benjamin Netanjahu und Barack Obama stecken die Köpfe zusammen. (Bild: Keystone)
In der schier unendlichen Geschichte der Nahost-Friedensverhandlungen wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit den ersten direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern seit fast zwei Jahren soll unter der Vermittlung der USA neuer Schwung in die festgefahrene Situation kommen.
Infografik Timeline NahostkonfliktBlockade des Gaza-Streifens Obama verurteilt Mord an SiedlernUS-Präsident Barack Obama hat die Ermordung von vier Israelis im Westjordanland scharf verurteilt. Diese sinnlose Tat werde die USA nicht davon abhalten, sich für den Frieden im Nahen Osten einzusetzen. Obama äusserte sich nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weissen Haus. Später war auch ein Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas geplant. Die Hamas hat sich zu den Morden bekannt.
In Washington haben sich die Vertreter der Konfliktparteien versammelt, um nach einer Lösung in dem Streit zu suchen. Der Anschlag auf israelische Siedler vom Dienstag überschattete jedoch die ersten Treffen.
Angreifer des militärischen Flügels der Hamas, die die Verhandlungen ablehnt, hatten am Dienstagabend vier jüdische Siedler erschossen. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Washington kündigte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an, der Tod der vier Zivilisten werde nicht ungesühnt bleiben.
Der Angriff zeige, dass es bei den Friedensgesprächen keine Kompromisse bezüglich der israelischen Forderungen nach mehr Sicherheit geben dürfe. Zugleich betonten US-Präsident Barack Obama und Netanjahu bei einem ersten bilateralen Treffen, dass der jüngste Anschlag die Friedensgespräche nicht torpedieren dürfe.
Ausdrücklich sagte Obama, dass auch Mahmud Abbas den Terroranschlag verurteile. Mit dem Palästinenserpräsidenten wollte Obama am Mittwoch ebenfalls noch sprechen.
International wurde der Anschlag scharf kritisiert. Die Schweiz rief die Konfliktparteien dazu auf, «Zurückhaltung zu üben und nichts zu unternehmen, was die Gespräche gefährden könnte», wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.
Siedler wollen weiterbauen
Im Westjordanland ging die Palästinenserpolizei in der Nacht auf Mittwoch massiv gegen Mitglieder der Hamas vor. Die Sicherheitskräfte von Abbas nahmen etwa 150 Aktivisten und Anhänger der Organisation fest, wie die Hamas mitteilte.
Als Reaktion auf den Anschlag erklärte der israelische Siedlerrat den befristeten Baustopp für beendet. Schon am Abend würden in allen Siedlungen des Westjordanlands die Bauaktivitäten wieder aufgenommen. Der israelische Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten ist einer der grössten Streitpunkte der beginnenden Friedensgespräche.
Bis Ende September hat die israelische Regierung einen Baustopp für das Westjordanland verhängt. Zu einer Verlängerung dieses Moratoriums ist Netanjahu offenbar nicht bereit. Dies habe er gegenüber US-Aussenministerin Hillary Clinton ausgeschlossen, hiess es aus seinem Umfeld.
Die Palästinenser hatten Israel mit Nachdruck aufgefordert, das Moratorium zu verlängern. Sie wollen die Friedensgespräche beenden, sollte Israel den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau wieder in vollem Umfang aufnehmen.
Viele Stolpersteine
Offiziell sollen die neuen Friedensgespräche am Donnerstag mit einem direkten Treffen zwischen Abbas und Netanjahu beginnen. Neben der israelischen Siedlungspolitik gelten der Status von Jerusalem, die palästinensische Forderung nach Rückkehr von Millionen Flüchtlingen und die Grenzziehung eines künftigen Palästinenserstaats als Stolpersteine für die Verhandlungen.
Bezüglich Jerusalem deutete Verteidigungsminister Ehud Barack in einem Interview ein Entgegenkommen Israels an. «West-Jerusalem und zwölf jüdische Viertel mit ihren
Für die Altstadt, den Ölberg und Davids Stadt mit ihren zahlreichen für Muslime, Juden und Christen heiligen Stätten peilt Barak eine Sonderverwaltung an. Netanjahu widersprach Barak jedoch umgehend. Die Position des Regierungschefs sei, dass Jerusalem die «unteilbare Hauptstadt Israels» bleibe, sagte ein Mitglied seiner Delegation in Washington.
(aeg/sda/dapd)



























