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Nahost-Konflikt
11. Januar 2009 07:31; Akt: 11.01.2009 07:40 Print
Phosphor-Granaten in Gaza eingesetzt?
Ungeachtet weltweiter Proteste hat Israel seine Offensive im Gazastreifen fortgesetzt. Laut Ärzten in Gaza sollen die Israelis Phosphor-Granaten abgefeuert haben.
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Einmarsch in Gaza
Mindestens 55 Menschen seien in der Nacht auf Sonntag durch Phosphorgranaten verletzt worden. "Die Art der Verbrennungen, die diese Menschen haben, können nur von weissem Phosphor verursacht werden", sagte der Arzt. Eine Sprecherin der israelischen Armee dementierte einen Militäreinsatz in dem Dorf sowie den Einsatz von Phosphorgranaten.
Zuvor hatte bereits die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert, Israel setze weisses Phosphor ein und riskiere damit Hautverbrennungen bei Zivilisten. Der Einsatz von Phosphorgranaten ist umstritten, nach internationalem Recht aber nicht grundsätzlich verboten.
Dutzende Verletzte
Nach palästinensischen Angaben kamen in der Nacht zum Sonntag mindestens drei Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.
Westlich von Gaza-Stadt starben zwei Palästinenser bei einem Luftangriff. Im Dorf Chusa östlich von Chan Junis sei durch Panzerfeuer eine Frau getötet worden, mindestens 60 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Arzt des Nasser-Spitals.
Warnung per Flugblatt
Israel hatte am Samstag die Bewohner des Gazastreifens auf Flugblättern vor einer Ausweitung der Militäroperationen gewarnt. Die Einwohner sollten sich von Mitgliedern der radikal-islamischen Hamas fernhalten.
«Katastrophale Lage»
Die humanitäre Lage in Gaza verschärfte sich. Bewohner klagten, Trinkwasser- und Lebensmittelvorräte gingen zur Neige. Die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sagte dem "SonntagsBlick", die humanitäre Situation im Gazastreifen sei "absolut katastrophal".
Die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Blutvergiessens sollen heute Sonntag weitergehen. Nach Gesprächen in Kairo und Ramallah traf der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstagabend in Israel ein. Er bemüht sich um einen konkreten Arbeitsplan für einen Waffenstillstand.
Internationale Mission im Gespräch
Der Ruf nach einer internationalen Truppe für den Gazastreifen wird lauter. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zur Teilnahme an einer internationalen Mission, die sicherstellt, dass die Hamas Israel nicht mehr mit Raketen beschiesst.
Bundesrätin Calmy-Rey machte gegenüber dem "SonntagsBlick" deutlich, dass sich auch die Schweiz an einer Friedensmission der UNO beteiligen könnte, wenn es sich nicht um eine friedenserzwingende Operation handle.
Die Hamas wehrt sich allerdings gegen ausländische Soldaten im Gazastreifen. Das machten ihre Vertreter bei Gesprächen in Kairo deutlich.
Zehntausende demonstrieren gegen Israel
Weltweit demonstrietren am Samstag erneut Zehntausende Menschen gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Grosse Kundgebungen gab es etwa in Paris, wo bis zu 100#000 Menschen protestierten. Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich, so auch in Bern, wo 7000 Menschen auf die Strasse gingen.
Dagegen kam es in London zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten. Drei Beamte wurden verletzt, ein Polizist wurde bewusstlos geschlagen.
In Washington demonstrierten mehrere tausend Menschen. Der Protest im Lafayette Park vor dem Weissen Haus verlief friedlich. Die Demonstranten forderten auf Schildern und Sprechchören ein "freies Palästina".
(sda)


























