Nahost-Konflikt

02. November 2011 22:45; Akt: 03.11.2011 01:35 Print

Ein Leben mitten im Raketen-TerrorEin Leben mitten im Raketen-Terror

von Andy Fischer - Die Zürcherin Hannah W. ist israelisch-schweizerische Doppelbürgerin und wohnt in Ashdod, 40 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. In letzter Zeit verbrachte die 23-Jährige mit ihrer Familie viel Zeit im Bunker.

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Ständig von Raketen bedroht: Hannah W. aus Zürich lebt mit ihrer Familie in Ashdod (r.), 40 km vom Gazastreifen entfernt. (Bild: epa)

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Hannah W.*, was ist Ihr erster Gedanke, wenn die Sirenen heulen?
Hannah W.: Einfach schneller sein als die Rakete. Wir haben nur eines im Kopf: Mit unseren Kindern in den Bunker zu ­rennen. Alles andere wird unwichtig. Mein Mann nimmt unsere Tochter (2) und ich unseren acht Monate alten Sohn. Wir haben dafür 45 Sekunden Zeit. Dann im Bunker der Knall – manchmal fern, manchmal nah. Vor ein paar Tagen gerade mal zwei Kilometer entfernt. An manchen Nächten mussten wir mehrere Male in den Bunker.

Wie hat sich der Alltag ver­ändert?
Es ist eine ständige Angst, ge­troffen zu werden. Am Schlimmsten ist es, wenn die Kinder nicht bei mir sind während des Alarms.

Wie reagieren die Kleinen auf die ungewohnte Situation?
Sie verstehen das alles noch nicht. Aber ein Nachbarmädchen (6) weigert sich zum Beispiel, zu duschen. Sie hat Angst, es nicht rechtzeitig in den Bunker zu schaffen.

Was denken Sie über die Terroristen.
Ihr Ziel ist es, Israel zu vernichten, die Juden ins Meer zu treiben. Eine Tatsache, die in Europa leider sehr oft vergessen wird. So gibt es keine Grundlage für Friedensverhandlungen.

Was ist Ihr grösster Wunsch?
Dass wir hier in Frieden leben können, und dass wir wie in der Schweiz offene Grenzen mit unseren Nachbarstaaten haben können.

* Name geändert