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Golf von Mexiko
08. Mai 2010 22:48; Akt: 11.05.2010 11:20 Print
Stahlbetonglocke muss wieder weg
Rückschlag im Kampf gegen das Öl. Der Versuch mit der Stahlbetonglocke ist fehlgeschlagen, sie musste wieder vom Leck abgezogen werden.
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Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat einen Dämpfer erlitten. Am Samstag scheiterte ein Versuch, in 1500 Metern Tiefe eine Stahlglocke über dem sprudelnden Bohrloch dauerhaft abzusetzen, weil sich eisähnliche Kristalle an der Konstruktion gebildet hatten.
Die Einsatzkräfte mussten die Glocke deshalb von dem Bohrleck wieder abziehen, wie ein Vertreter des Mineralölkonzerns BP, Doug Suttles, sagte.
Ölglocke steht jetzt neben dem Leck
Wegen der Probleme habe man die rund 100 Tonnen schwere und 13 Meter hohe Kuppel, die in der Nacht zum Samstag zunächst über dem Leck platziert wurde, jetzt neben das Leck gestellt. «Die Kuppel befindet sich etwa 200 Meter vom Öl-Leck entfernt auf dem Meeresboden.» Experten würden derzeit prüfen, wie die Kristallbildung verhindert werden könne. Dies werde vermutlich zwei Tage dauern, sagte Suttles. Eine der Möglichkeiten sei es, die Kristallbildung etwa mit Wärme zu verhindern. Eine andere Möglichkeit sei der Einsatz von Ethanol. Die Frage, die sich derzeit stelle, laute: «Gibt es einen Weg, diese Problem zu lösen?»
Unterdessen weiteten die US-Behörden das Verbot für Fischfang an der Küste vor Louisiana weiter aus. Bereits am Donnerstag hatte ein erster Ölfilm eine unbewohnte Insel vor der Küste erreicht. Etwa 8500 Helfer auf mehr als 260 Schiffen waren im Einsatz, um zu verhindern, das das Öl das ökologisch empfindliche Marschland am Mississippi-Delta zerstört.
Roboter-Arbeit
Die Kuppel ist etwa so hoch wie ein vierstöckiges Haus und muss mit Robotern in Mini-U-Booten ferngesteuert werden. Alleine die Aktion, die Kuppel auf dem Meeresgrund herunterzulassen, hatte mehr als 18 Stunden gedauert. Das Problem ist: Derartige Stahlkonstruktionen wurden zwar in der Vergangenheit schon einige Male eingesetzt, aber noch niemals in einer Tiefe von 1500 Metern.
Zunächst müsse die Kuppel im Laufe des Wochenendes präzise über dem Leck in Position gebracht werden, hiess es. Dann soll sie zunächst etwas in den Schlamm am Meeresgrund einsinken, bevor sie endgültig verankert werden kann, meinten BP-Experten. Erst Anfang der kommenden Woche könne man das ausströmende Öl absaugen. Wenn alles gutgehe, könnten auf diese Weise etwa 85 Prozent des Ölflusses gestoppt werden. Weiter hiess es, bereits am Donnerstag seien erneut rund 680 Tonnen Öl verbrannt worden, die auf dem Meeresspiegel trieben.
Ein Problem ist die grosse Kälte in der Meerestiefe. Um zu verhindern, dass das Öl in den Aufstiegsrohren zu klumpen beginnt, soll warmes Wasser an den Rohren in die Tiefe geführt werden.
Dramatischer Bohrturm-Untergang
Unterdessen berichteten Überlebende über die dramatischen Minuten, als die Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April von mehreren schweren Explosionen erschüttert wurde. «Wir waren uns alle sicher, dass wir sterben würden», berichtete Öl-Arbeiter Dennis Dewayne Martinez der «New York Times».
Die Explosionen seien durch ausströmende Gase verursacht worden. US-Regierungsbehörden hätten BP zuvor ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, schreibt die Zeitung.
Unmittelbar vor der Explosion sei auf der Bohrinsel über Lautsprecher vor den entflammbaren Gasen gewarnt worden. Den meisten der über 100 Arbeiter gelang es, sich in Rettungsbooten in Sicherheit zu bringen. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Zwei Tage später versank die Bohrinsel im Meer.
(dapd)


























