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Golf von Mexiko
20. August 2010 06:56; Akt: 20.08.2010 06:57 Print
Der Ölteppich ist noch da - unter Wasser
Wissenschaftler in den USA haben die Existenz einer riesigen untermeerischen Ölfahne im Golf von Mexiko nachgewiesen, die aus dem defekten Bohrloch des Ölkonzerns BP am Meeresboden stammt.
Die Fahne aus Öl-Wasser-Gemisch, deren Existenz bislang nur vermutet worden war, sei etwa 35 Kilometer lang und etwa zwei Kilometer breit, schrieben die Experten des Meeresforschungsinstituts Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) in der neuen Ausgabe des Magazins «Science».
Bildstrecken Die Opfer der ÖlkatastropheDie schlimmsten Ölkatastrophen Infografik Ausgelaufenes Öl im Golf von MexikoDer ÖlteppichKampf gegen die ÖlkatastropheUmwelt-KatastrophenSie befinde sich etwa 900 Meter unter der Wasseroberfläche und ist deshalb - anders als ein Ölteppich - nicht sofort sichtbar. «Wir haben die Existenz der Ölfahne im Golf von Mexiko nicht nur belegen können, sondern auch ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung bestimmen können», sagte Studienautor Richard Camilli.
Die Fahne bestehe nicht aus reinem Rohöl. Das Öl sei in Komponenten wie Benzol, Ethylbenzol und Toluol zerfallen und habe sich mit Wasser vermischt. «Die Fahne ist nicht so dick wie Schokoladensirup», erklärte Mitautor Christopher Reddy: «Das heisst aber nicht, dass sie nicht schädlich für die Umwelt wäre.»
Das Vorhandensein der Fahne lasse vermuten, dass Spuren des ausgetretenen Öls «länger im Ozean bleiben werden als gedacht», hiess es. Die Forscher beobachteten aber auch, wie ölzersetzende Bakterien zu einem natürlichen Verschwinden des Stoffen beitrügen.
Dieser biologische Prozess gehe aber langsam vonstatten. Die Untersuchung beruht auf Daten, die Ende Juni auf einer Forschungsexpedition gesammelt wurden.
«Bottom Kill» im September
Die endgültige Versiegelung der vor vier Monaten leckgeschlagenen Ölquelle im Golf von Mexiko verzögert sich um etwa drei weitere Wochen. Die US-Regierung visiert den Start des als «Bottom Kill» bezeichneten Verfahrens nun für Anfang September an.
Neben einer Reihe von Tests solle ein neues Sicherheitsventil auf der Quelle installiert werden, sagte Admiral Thad Allen am Donnerstag dem US-Fernsehsender CNN. «Dann machen wir den «Bottom Kill».» Dabei sollen über einen Nebenzugang Schlamm und Zement von unten in die Ölquelle gepumpt werden.
Als voraussichtlichen Zeitpunkt für das Manöver nannte Allen die Woche nach dem US-Feiertag Labor Day, der dieses Jahr auf den 6. September fällt. Ursprünglich sollte Mitte August mit «Bottom Kill» begonnen werden.
(sda)




























