Ölpest und die Folgen

08. Juni 2010 15:44; Akt: 08.06.2010 15:52 Print

Norwegen verbietet Tiefsee-BohrungenNorwegen verbietet Tiefsee-Bohrungen

Norwegen wird vor seiner Küste keine Tiefsee-Bohrungen mehr genehmigen, bis der Hintergrund der Öl-Pest im Golf von Mexiko geklärt ist.

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Immer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von Tierschutzorganisationen. Nur schon in der Pelikan-Kolonie auf der kleinen Insel Queen Bess haben Tierschützer insgesamt 60 völlig verklebte Vögel entdeckt. Am häufigsten werden Braunpelikane eingeliefert - das Wappentier von Louisiana ist ein agiler Taucher. Während in den ersten sechs Wochen nach Beginn des Öllecks im Golf von Mexiko 292 Tiere in die Rettungsstationen vom International Bird Rescue Research Center (IBRRC) in Fort Jackson, Louisiana, gebracht wurden, ... ... werden seit Anfang Juni immer mehr eingeliefert, nämlich über 80 Tiere täglich. Vier Hilfsstationen hat die gemeinnützige Organisation IBRRC seit Beginn der Ölpest eingerichtet. «Die Vögel kommen allmählich, aber leider stetig, hier herein», sagt Jay Holcomb, Direktor des IBRRC. Die Zahl der verschmutzten Vögel könnte in die Hunderte, wenn nicht sogar in die Tausende gehen, fürchtet er. Nicht umsonst ist jede der vier Hilfsstationen auf bis zu 500 Tiere gleichzeitig vorbereitet. In eigentlichen Waschanlagen entfernen Helfer das klebrige und giftige Öl aus dem Gefieder. Die Tiere werden von einem Team, bestehend aus Tierärzten, Biologen und Umweltschützern, fachgerecht gereinigt. Viele der Helfer arbeiten freiwillig und unentgeltlich. Auch nach der Reinigung sind die Tiere nicht gerettet. Sie haben lediglich noch eine 50- bis 70-prozentige Überlebenschance. Eine der traurigen Auswirkungen der schlimmsten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA: Das Gefieder ist tiefbraun bis schwarz gefärbt, ... ... die Federn kleben aneinander. Die Pelikane fühlen sich bei der Aktion sichtlich unwohl. «Sie haben eine Heidenangst», erklärt Holcomb. Gegenwehr ist nur natürlich - einen Pelikan müssen bis zu drei Helfer festhalten. Nach etwa einer Dreiviertelstunde hat der Vogel die Behandlung mit sanftem Spülmittel und Unmengen von Wasser hinter sich. Dass dabei die natürliche Fettung des Gefieders vorübergehend verschwindet, sei nicht tragisch, sagt Holcomb. Die Federn seien von Natur aus wasserabweisend.

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Energie-Minister Terje Riis-Johansen teilte am Dienstag mit, dass sämtliche neue Bohrungen verboten sind. Es müsse zuerst herausgefunden werden, was die Katastrophe auf der Bohrplattform «Deepwater Horizon» ausgelöst habe und welche Folgen dies für die norwegischen Vorschriften habe.

Seit einer Explosion auf der von BP betriebenen Bohrplattform im April tritt in 1,6 Kilometern Tiefe Öl in den Golf von Mexiko aus. Es ist die schlimmste Ölverschmutzung in der US-Geschichte.

(sda)