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Arbeiten an Betonglocke
07. Mai 2010 15:35; Akt: 07.05.2010 15:36 Print
«Wir haben so etwas noch nie gemacht»
von Harry Weber - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ruhen die Hoffnungen nun auf einer riesigen Stahlbetonglocke. Experten des Ölkonzerns BP liessen diese jetzt langsam in die Tiefe.
Die Glocke auf dem Weg zur Unglücksstelle.
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Die Mega-Stahlbetonglocke soll über das Leck am Meeresboden gestülpt werden und so das austretende Öl auffangen. Läuft alles nach Plan, könnte am Sonntag mit dem Absaugen des Öls begonnen werden.
US-Innenminister stoppt Genehmigungen für ÖlbohrungenIn den USA wird es mindestens bis zum Ende des Monats keine neuen Genehmigungen für Ölbohrungen vor der Küste geben. Das teilte US-Innenminister Ken Salazar am Donnerstag vor dem Krisenzentrum des Ölkonzerns BP in Houston mit. Wann das Moratorium aufgehoben werde, hänge vom Ergebnis der Untersuchung zum Unglück im Golf von Mexiko ab. Die Empfehlungen sollen US-Präsident Barack Obama am 28. Mai vorgelegt werden. Bis dahin seien weitere Entscheidungen über Genehmigungen ausgesetzt, erklärte Salazar. (AP) Schäden kaum versichert
Es ist mit grossen Schäden durch die Ölverschmutzung zu rechnen. Nach Einschätzung des Rückversicherers Swiss Re werden auf die weltweite Versicherungsbranche Kosten von bis zu 3,5 Milliarden Dollar zukommen.
Swiss Re selbst rechnet mit rund 200 Millionen Dollar vor Steuern. Der Versicherer Zurich Financial Services bezifferte seine Schadensleistungen auf weniger als 20 Millionen Dollar. Viele Schäden waren gemäss einem Versicherungsexperten nicht versichert. (SDA)
«Wir haben so etwas noch nie gemacht. Das ist sehr komplex, und wir können nichts garantieren», sagte BP-Sprecher David Nicholas. Die gigantische Konstruktion besteht aus einem etwa vier Stockwerke hohen Quader und einer Kuppel, durch die das Öl mit Rohren in einen Tanker an der Wasseroberfläche abgesaugt werden soll. So sollen bis zu 85 Prozent des austretenden Öls aufgefangen werden.
In dieser Tiefe herrscht ein enormer Druck
Die grösste Herausforderung für die Einsatzkräfte bestand darin, die Glocke exakt zu platzieren und so sicherzustellen, dass die offene Ölquelle rund 1500 Meter unter der Wasseroberfläche richtig abgedeckt wird. Noch nie zuvor wurde die Methode in einer solchen Tiefe angewandt, wo ein enormer Druck herrscht.
Parallel prüfen BP-Ingenieure, ob das Leck auch mit der sogenannten «Top-Kill»-Methode abgedichtet werden könnte. Dabei wird ein Gemisch aus Lehm und Beton direkt in die Quelle gepumpt, wie ein BP-Sprecher erläuterte.
WWF warnt vor langfristigen Folgen
Aus den Lecks am Meeresgrund sprudeln seit dem Untergang der Bohrplattform «Deep Water Horizon» täglich rund 800.000 Liter Öl. Wie dringend die Abdichtung der Löcher ist, zeigte sich an der Küste von Louisiana, wo das Öl am Donnerstag einige vorgelagerte Inseln erreichte. Es wurden mehrere Vögel beobachtet, die in das braune, ölige Wasser tauchten. Die Umweltschutzorganisation WWF warnte am Freitag vor einem «Desaster für die Tier- und Pflanzenwelt». Die Ölpest treffe mit der beginnenden Brut- und Laichsaison vieler Arten zusammen. «Der Nachwuchsjahrgang wird massiv geschwächt. Einige Populationen werden diesen Aderlass durch das Öl auch in kommenden Jahren nicht wieder wettmachen können», erklärte Alfred Schumm, Leiter des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz.
In den USA wird es mindestens bis Ende des Monats keine neuen Genehmigungen für Ölbohrungen vor der Küste geben. Das teilte US-Innenminister Ken Salazar vor dem Krisenzentrum des Ölkonzerns BP in Houston mit. Wann das Moratorium aufgehoben werde, hänge vom Ergebnis der Untersuchung ab. Die Empfehlungen sollen US-Präsident Barack Obama am 28. Mai vorgelegt werden. Bis dahin seien weitere Entscheidungen über Genehmigungen ausgesetzt, sagte Salazar.


























