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Golf von Mexiko
27. Juni 2010 23:46; Akt: 28.06.2010 08:06 Print
Delfine und Wale leben gefährlich
von Andrea Löbbecke, dpa - Von der Ölkatastrophe sind auch mindestens zwei Dutzend Wal- und Delfinarten bedroht. In dem Gebiet leben mehr als 40 Populationen der Meeressäuger.
Die Opfer der Ölkatastrophe
Die Ölpest im Golf von Mexiko hat tiefe Spuren hinterlassen. Auch bei den Meeressäugern. «Wale und Delfine nehmen das Öl über ihr Atemloch oder den Mund auf und können daran verenden», sagte Ralf Sonntag von der Tierschutzorganisation IFAW im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Agadir. In der marokkanischen Hafenstadt trafen sich diese Woche mehr als 80 Nationen der Internationalen Walfangkommission zu ihrer Jahreskonferenz.
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Lebendig begraben im Öl
Hohe Schwermetallbelastung bei Pottwalen festgestellt
Angesichts hoher Schwermetallkonzentrationen im Gewebe von Pottwalen schlagen Wissenschaftler Alarm: Die Messungen machten das Ausmass der Meeresverschmutzung deutlich und seien schlechte Nachrichten auch für die Menschen, erklärte der US-Biologe Roger Payne am Rande der Tagung der Internationalen Walfangkommission in Marokko. Denn die hohe Schwermetallbelastung der Pottwale, die am oberen Ende der Ernährungskette stehen, sei ein Hinweis auf die Verseuchung von Fischbeständen, die auch für eine Milliarde Menschen der wichtigste Proteinlieferant seien.
Forscher von Paynes Umweltschutzgruppe Ocean Alliance hatten über fünf Jahre fast 1000 Pottwale untersucht und Gewebeproben entnommen. Dabei sei unter anderem Quecksilber in einer Konzentration gefunden worden, die durchschnittlich doppelt so hoch lag wie etwa bei Schwertfischen - eine Art, die bislang als besonders belastet galt und von deren Verzehr Kindern und Schwangeren deshalb abgeraten wird.
Die Analyse habe gezeigt, dass die Umweltverschmutzung inzwischen die entferntesten Gebiete der Erde erreicht habe, erklärte Payne am Donnerstag. (ap)
Welche Folgen die Umweltkatastrophe konkret auf die Walpopulationen hat, sei bislang schwer abzuschätzen. Da sich der Ölteppich auch verlagert, seien möglicherweise sogar noch mehr Tiere bedroht, betonte der Meeresbiologe.
Ölverschmutzungen sind nur ein Umweltgift, mit dem Wale zu kämpfen haben. Die Meere seien auch zunehmend mit Chemikalien wie Quecksilber oder PCB belastet - mit erheblichen Folgen für seine Bewohner.
Fortpflanzung gestört
«Es könnte sein, dass die Stoffe unter anderem einen Einfluss auf die Fortpflanzung haben, etwa bei den nördlichen Glattwal im Nordatlantik», erklärte Sonntag. Dabei sei es besonders prekär, dass sich die Gifte im Körper der Tiere ansammelten. Auf den dänischen Faröer-Inseln hätten Gesundheitsbehörden deswegen vor dem Verzehr von Walfleisch gewarnt, sagte der Experte.
Wachsendes Problem ist nach seinen Worten auch die akustische Umweltverschmutzung der Weltmeere. Schiffslärm vertreibe Wale von wichtigen Nahrungsgründen. «Nehmen die Tiere weniger Energie auf, bekommen sie unter anderem weniger Junge. Die Populationen schrumpfen», sagte der Biologe.
«Auch wenn man im besten Restaurant sitzt und um den Tisch kreist ein Motorrad, dann vergeht einem der Appetit.» Durch militärische Sonar-Signale seien nachweislich Wale getötet worden, betonte Sonntag. Nach Manövern in Griechenland und an den Kanaren strandeten tote Schnabelwale.
Das starke Signal zerstöre entweder das Gehör der Wale oder schrecke sie dermassen auf, dass sie zu schnell auftauchen und verenden.



























