Golf von Mexiko

16. Juli 2010 14:04; Akt: 16.07.2010 14:22 Print

So viel Öl ist ins Meer geflossen

Offenbar ist es dem Ölkonzern BP endlich gelungen, das Ölleck im Golf von Mexiko zu stopfen. Die bisher ausgetretene Ölmenge ist allerdings erschreckend.

Infografik

Die Infografik visualisiert die Menge des ausgelaufenen Öls im Golf von Mexiko

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Seit dem 20. April 2010, als die Bohrinsel Deepwater Horizon in einem Inferno von Feuer und Rauch explodierte, strömten grosse Mengen Rohöl aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe in den Golf von Mexiko.

Mittlerweile hat der Ölkonzern BP mitgeteilt, das Ölleck sei gestopft und es trete kein Öl mehr aus. Bisher sind jedoch gewaltige Mengen des für die Umwelt so verheerenden Rohstoffs ins Meer geflossen: Je nach Schätzungen waren es pro Tag zwischen 5 und 14 Millionen Liter. Ein Teil davon wurde von BP beim Bohrloch abgefangen, auf Tanker gepumpt oder verbrannt.

140 Swimming Pools pro Woche

Bis Ende Juni strömten so 621 Millionen Liter Öl (eine mittlere Schätzung) in den Golf von Mexiko. Es ist schwierig, sich diese Menge plastisch vor Augen zu führen; deshalb finden Sie hier in unserer Infografik einige anschauliche Beispiele:

Die 9,5 Millionen Liter Öl, die täglich ins Meer flossen, füllten 20 Schwimmbecken von 25 Metern Länge. Pro Woche waren das 140 Swimming Pools, was wiederum der Füllmenge eines mittelgrossen Tankers entspricht.

Die bis Ende Juni ausgetretene Ölmenge hätte ausgereicht, um acht dieser Tanker zu füllen. Hätte man dieses Rohöl auffangen und raffinieren können, hätte eine Boeing 747 mit dem daraus hergestellten Kerosin eine Strecke von 3 Millionen Kilometern fliegen können — rund achtmal die Strecke zum Mond. Wie weit ein Auto mit dem aus diesem Rohöl raffinierten Benzin gekommen wäre, sehen Sie in der Infografik.

1,2 Tage lang Afrika versorgen

Mit dem Öl, das nun die Küsten von Louisiana bis Florida verschmutzt, hätte man allerhand anfangen können: Es hätte beispielsweise den Bedarf der energiehungrigen USA drei Stunden lang gedeckt. Die gleiche Menge hätte den gesamten Kontinent Afrika 1,2 Tage lang versorgen können. Die Schweiz hätte immerhin zwei Wochen lang davon zehren können.

Apropos Schweiz: Der Ölteppich im Golf von Mexiko wuchs auf eine Fläche an, die jener der Schweiz entspricht. Wie viel Geld man für all diese Barrels Rohöl auf den Rohstoffmärkten bekommen hätte, erfahren Sie ebenfalls in der Infografik.

(dhr)