Öffentlicher Verkehr

31. August 2010 11:14; Akt: 31.08.2010 11:40 Print

ZVV organisiert Sicherheit neuZVV organisiert Sicherheit neu

Das veränderte Ausgehverhalten - mehr Aggression und Gewalt - drängt den Zürcher Verkehrsverbund zu strengeren Kontrollen in S-Bahn und Bus. Sie schafft eine neue Sicherheitsorganisation.

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Flexibler gehandhabt wird beispielsweise die bisherige durchgehende Begleitung aller S-Bahnzüge nach 21 Uhr. (Bild: Keystone)

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Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) schafft ab Januar 2011 eine neue Sicherheitsorganisation für Bus und Bahn. Diese koordiniert alle Aspekte der Sicherheit und der Ticketkontrolle im ganzen Verbundgebiet, wie ZVV und SBB am Dienstag mitteilten.

Damit trage der ZVV gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung und sorge dafür, dass das Zug- und Busfahren für Fahrgäste und Personal - insbesondere auch abends und nachts - reibungslos verlaufe.

Denn das veränderte Ausgehverhalten der letzten Jahre wirke sich auch auf die Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Insbesondere Ticketkontrollen böten Anlass für Konflikte, heisst es in der Mitteilung.

Kontroll- und Fahrpersonal sähen sich zunehmend mit Aggressionen und Gewaltbereitschaft konfrontiert. Für deren Bewältigung fehlten jedoch die notwendigen Kompetenzen. Dies soll sich mit der neuen Sicherheitsorganisation nun ändern.

Unter der Leitung der Transportpolizei der SBB werden schrittweise ab 2011 ein neuer, speziell ausgebildeter Sicherheitsdienst, Präventionsassistenten und Kontrollpersonal zusammenarbeiten. Dieses Personal könne flexibel eingesetzt werden.

Veränderungen in S-Bahnzügen nach 21 Uhr

Flexibler gehandhabt wird beispielsweise die bisherige durchgehende Begleitung aller S-Bahnzüge nach 21 Uhr. Ausgenommen davon sind die Nacht-S-Bahnen von SBB und SZU - sie bleiben durchgehend begleitet. Neu werden auch Bahnhöfe und Busunternehmen einbezogen. Bis Ende 2012 soll die neue Organisation aufgebaut sein.

Ausgenommen vom neuen Konzept sind die Stadt Zürich und zum Teil auch die Stadt Winterthur. Dort decke die Zusammenarbeit mit den beiden Stadtpolizeien die Bedürfnisse der Verkehrsunternehmen bereits ab, heisst es in der Mitteilung.

Bisher organisieren sich die Verkehrsunternehmen im ZVV punkto Sicherheit weitgehend eigenständig. Die Transportpolizei der SBB ist bisher nur auf der S-Bahn und an Bahnhöfen präsent. Auf den übrigen Verkehrsmitteln sind fünf private Sicherheitsfirmen im Einsatz. Um die Ticketkontrolle kümmern sich drei Kontrollpools.

Diese Organisationsform sei wenig flexibel und führe zu Doppelspurigkeiten. Gemäss Communiqué können mit dem neuen Konzept Kräfte gebündelt sowie Personal und Mittel im ganzen ZVV optimal eingesetzt werden.

Unverständnis bei Zugbegleiter

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) bedauert den Entscheid des ZVV, ab 2012 auf die bewährte Doppelbegleitung der S-Bahn-Züge in den Randstunden zu verzichten. Damit werden laut SEV-Mitteilung vom Dienstag rund 300 Zugbegleiter der SBB ihre Stelle verlieren.

Es dürfe jedoch keine Kündigungen geben, schreibt die SEV weiter. Den Betroffenen müssten zumutbare alternative Stellen - inklusive Aus- und Weiterbildung - angeboten werden.

Nach Ansicht der SEV könnte der ZVV durch die Abschaffung der Randstunden-Zugbegleitung (ab 21 Uhr am Abend und in den Frühzügen an den Wochenenden) auch Kunden verlieren.

(sda)