Regio-Doppelstöcker

05. September 2011 15:51; Akt: 23.09.2011 08:03 Print

So fährt es sich im neuen S-Bahn-Zugpferd

von Adrian Müller - Das neue Flaggschiff im Regio-Verkehr hat seine Jungfernfahrt absolviert. Ob der Stadtpräsidentin oder dem Lokführer, der Zug von Stadler Rail gefällt. Es gibt aber auch Kritikpunkte.

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Mit Pauken und Trompeten haben die SBB und Stadler Rail am Montagmittag die Taufe des ersten Doppelstock-Zuges «Dosto Kiss» auf den Namen «Stadt Zürich» gefeiert. Wenig später sitzt die Taufpatin und Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch im Viererabteil der 2. Klasse. Der Zug gleitet fast geräuschlos über die Schienen. «Die Wagen und die Inneneinrichtung wirken sehr ansprechend und geräumig», sagt Mauch zu 20 Minuten Online. In der Tat: Dank eines neuartigen Lüftungskonzepts sind die Kabinen 17 Zentimeter breiter als bei den heutigen Modellen.

Umstrittenes Abfallkonzept

Ab dem 19. September verkehrt der erste von insgesamt 74 Stadler-Doppelstöckern auf dem Liniennetz der Zürcher S-Bahn; zuerst auf der S12 von Brugg nach Seen. Dies freut die Chefin von SBB Personenverkehr, Jeannine Pilloud: «Mit dem neuen Zug nähern wir uns auch im S-Bahn-Verkehr dem Intercity-Komfort an.»

Eine Kurzumfrage im rollenden Zug zeigt: Die Passagiere der Jungfernfahrt schätzen etwa die weichen Sitze und die vielen Abstellmöglichkeiten für sperriges Gepäck und Velos. Dies geht allerdings auf Kosten der Anzahl Sitzplätze. Die Konstrukteure haben sogar an einen Wickeltisch gedacht. Kritik erntet praktisch nur das neuartige Abfallkonzept. In der S-Bahn-Version müssen die Passagiere ihren Müll bei den Ausgängen entsorgen, die kleinen Abfallkübel im Abteil verschwinden. «Das funktioniert bestimmt nicht», kommentiert ein Passagier.

Hoher Zeitdruck

Abfallkübel hin oder her: Stadler-Chef und SVP-Nationalrat Peter Spuhler ist stolz auf seinen neusten Wurf: «In nur drei Jahren haben wir einen topmodernen Zug entwickelt, gebaut und ausgeliefert.» 80 Prozent der Bauteile stammten aus Schweizer Produktion. «Das sichert gerade in der jetzigen Franken-Krise Arbeitsplätze», sagt der Thurgauer Unternehmer. Er ist aber bestimmt nicht unglücklich, dass die SBB ihr neues Baby in Schweizer Franken bezahlen.

Wenig mitbekommen vom ganzen Trubel der Erstfahrt hat der Lokführer: Mit ruhiger Hand fährt er den 150 Meter langen Zug durch das Limmattal: «Der Stadler-Dosto fährt sich sehr geschmeidig, die Beschleunigung ist super», erklärt Marco Gosetti. Er sei schon ein bisschen stolz, die erste Komposition der neuen S-Bahn-Generation zu steuern.

Video-Beitrag zum neuen Stadler-Doppelstöcker

(Quelle: Keystone)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kenner am 05.09.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Behebt lieber mal eure Ticketfehler!!!!

    Anstatt hier Geld zu verschwenden für neue Züge würdet ihr besser mal schauen das ihr das Ticket System von ihren Fehlern befreit. Es kommt immer wieder vor das nicht alle Zonen richtig auf den Tickets erkannt werden wenn man sein Billet löst. Und das ist schon seit mehr als einem Jahr so! Ist schon lächerlich dass die SBB das nicht in den Griff bekommt. Bsp: Ich löse von Amriswil nach Sulgen (3 Zonen), auf dem Ticket erscheinen aber bloss 2, und dann werde ich noch Dumm angemacht von Kontrolleur dafür dass die SBB ihre eigenen Fehler nicht beheben kann?

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  • L. W. am 05.09.2011 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Jammerei

    Dieses Gejammere geht mir sowas auf die Nerven. Und diese leeren Drohungen "dann steig ich wieder aufs Auto um". Ja genau. In der Stadt Zürich kostet alleine der PARKPLATZ pro Jahr ca. das Doppelte vom Zugabo fürs ganze ZVV-Netz. Und wenn der Zug 100 Sitzplätze mehr hätte, was wär dann anders? Es würde immernoch weit über die Hälfte stehen. Ein Sitzplatz zu Stosszeiten kann nunmal nicht garantiert werden. Genau so, wie der Autofahrer zur Stosszeit im Stau steht.

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  • Harald Klapp am 05.09.2011 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum Sitzplätze?

    "Die sechsteiligen Züge für die S-Bahn-Zürich sind 150 Meter lang und bieten 1694 Reisenden Platz, davon 1168 Stehplätze." (Text zu Bild 13) Gibt es im ganzen Zug nur so wenig Sitzplätze?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael am 06.09.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum wird hier immer alles schlecht gemacht? Bei den Abfallkübeln sind immer die anderen schuld, aber wie wäre es denn wenn man den Abfall einfach wieder mitnimmt, und ihn dann in den vorgesehenen Behälter entsorgt? Ich benütze regelmässig einen Regionalzug der ÖBB. Da hat es auch keinen Abfallbehälter, aber welch ein Wunder, der Zug ist sauber. Und auch in Österreich wird wie bei uns, auf einem hohen Niveau über die Bahnen reklamiert.

    • Daniel am 07.09.2011 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      Warum wohl.

      @ Michael. Mein Geld steckt in der SBB drin. Ich bin ein Kunde der SBB und gebe einiges für die SBB aus, es ist nicht in Ordnung was die SBB mit meinem, bzw. unseren Geldern macht. Wichtig sind günstigere Tickets und nicht mehr und neuere Infrastruktur.

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  • Mike am 06.09.2011 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ansichtsache

    Die Leute die entscheiden was im Zug verbaut wird verdienen so viel das sie die SBB Preise der 2.Klasse günstig ist. Wie wäre es wenn man nurnoch eine Klasse hat? Oder besser, bei Strecken bei den es viele Gäste hat nurnoch Stehplätze dafür Billet günstiger? Effektivität! Wikeltisch im Zug.. ooooh Gott, wer wickelt sein Kind in einem schaukelnden Zug?!

    • ursula am 07.09.2011 00:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wickeltisch

      ...ich konnte meiner 5 monate alten Tochter noch nicht beibringen, dass sie in ÖV die Windeln nicht voll machen darf, da man im Zug ja unmöglich wickeln kann...

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  • Roman am 06.09.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Mülleimer lösung

    Ich finds nicht gut, dass die Mülleimer entfernt werden. Ist ja jetzt oft so das irgendwelcher Müll herumliegt, weill im Kübel kein platz mehr war. Was ist denn, wenn keiner da ist? Wie wärs mal mit einem mit Klappdeckel? In der regel sind die Kübel nicht störend, nur bringt man sie dann kaum mehr auf wenn die Beine im Weg liegen.

    • hampi am 07.09.2011 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      der kübel ist ja da nur anderst :)

      die kübel sind ja nicht verschwunden.... im eingang bereich hat es bei jeder tür je 2 grosse kübel in der auch mal ein pet fläschli platz finden kann ohne gleich über zu laufen :) wenn man abfall produziert dan samelt man den auf der fahrt und beim aussteigen kann man bequem beim vorbeigehen mal die last von sich geben :)

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  • Kathrin am 06.09.2011 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner und enger!

    Wozu in der Toilette einen Wickeltisch? Dieser Zug ist doch ein Pendlerzug - kein Kinderhort! Und wieso nur 2 Toiletten pro Zug? Sind das Zwangsmassnahmen? Werden die ungezogenen Menschen jetzt nachträglich erzogen :-)) ? Ich meine, früher gab es pro Wagen mindestens 1 Toilette und Sitzplätze hatte es auch mehr als da in dem neuen Dosto-Zug; und auch zum Stehen, für Velos und Kinderwagen war in den ältesten, in unserer Erinnerung gebliebenen Bahn-Waggons, genug Platz vorhanden. Ich vermute, die neuen Eisenbahn-Wagen werden nicht grösser oder geräumiger, sondern kleiner und enger. Uff...

  • Tesa am 06.09.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch, die Strecke S5 hat's nötig

    Also die Strecke Rafz - Pfäffikon mit der S5 brauchte neue Züge ich meine die S-Bahnen während der Stosszeiten "stinken, sind sehr laut, haben keine Lüftung, sind zu warm im Sommer und im Winter ... ich könnte noch vieles mehr aufzählen. Diese Züge sollten schon lange ausgewechselt werden. und vor allem bleiben sie oft in Örlikon stehen weil etwas kaputt ist.