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Web-Flat Fehlanzeige
21. November 2011 16:17; Akt: 21.11.2011 17:31 Print
Gratis-Internet - ÖBB fahren SBB um die Ohren
von Adrian Müller - 1500 Postautos sind bald mit Gratis-Wifi unterwegs. Die Österreichischen Bundesbahnen bieten den Dienst ab Dezember an. SBB-Pendler warten darauf noch Jahre.
Es ist ein Entscheid mit Signalwirkung: Die Postauto AG als eine der grössten ÖV-Betreiberin der Schweiz rüstet ab 2012 1500 Busse mit Gratis-Internet aus. «Wir übernehmen die Kosten selbst», sagt Post-Sprecher Oliver Flüeler. Der Aufwand betrage mehrere hunderttausend Franken pro Jahr. Dennoch sei es von Anfang an klar gewesen, den Kunden das Postauto-Wifi gratis anzubieten. «Wlan ist ein grosses Bedürfnis der Pendler, wir gehen einen Schritt voraus und ermöglichen im Bus schnelles Surfen auf dem Smartphone oder Tablet», führt Flüeler einen Bericht der «SonntagsZeitung» aus.
In den Postautos können die Passagiere also demnächst unbesorgt mobil Surfen. Wer aber in den Zug steigt, muss noch lange auf Wlan warten. Erst mit der Auslieferung der neuen Bombardier-Doppelstockzüge beginnt 2014 bei den SBB das Wifi-Zeitalter in der 2. Klasse. Ob der Dienst dann gratis zur Verfügung steht, ist noch keineswegs sicher.
Österreicher geben Gas
Bis im Frühsommer 2012 wollen die SBB den Grundsatzentscheid fällen, ob das Wlan gratis wird. «Es ist auch ein gemischtes Modell denkbar, wo gewisse Inhalte wie News oder On-Board-Informationen der SBB gratis sind, weitere Daten hingegen kosten», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig zu 20 Minuten Online.
Ganz anders tönt es bei den österreichischen Bundesbahnen ÖBB. «Ab 11. Dezember 2011 verkehren die ersten fünf mit Gratis-Wlan ausgestatteten Railjet-Züge auf der Strecke Wien-Salzburg», sagt ÖBB-Sprecher Herbert Ofner auf Anfrage von 20 Minuten Online. Bis Ende 2012 würden alle 51 Railjets in der 1. wie auch 2. Klasse mit drahtlosem Internet ausgerüstet und der Service auf weiteren Strecken angeboten.
Postauto und ÖBB fahren den SBB punkto drahtlosem Internet also um die Ohren. Warum dauert es bei den SBB so lange? «Es ist eine grosse technische Herausforderung, für bis zu 1100 Passagiere schnelles Wlan in einem fahrenden Zug anzubieten», erklärt Ginsig. In der Zwischenzeit rüste die SBB alle IC, EC und ICN-Züge mit UMTS-Verstärkern nach, bis Ende Jahr seien es bereits 100 Wagen. «Diese 3G-Technik garantiert bereits eine relativ gute Internet-Verbindung», sagt der SBB-Sprecher. Den Datenverkehr müssen allerdings weiter die Kunden berappen.
Westbahn gibt Takt vor
Bei den ÖBB ist man zuversichtlich, dass das Wlan in den bis zu 800-plätzigen Railjets zuverlässig funktioniert: «Erste Tests sind positiv verlaufen», sagt ÖBB-Sprecher Ofner. Eine hohe Bandbreite werde erzielt, indem man die 3G-Netze von drei Mobilfunkanbietern bündele und an einen Empfänger im Zug leite. Dann würden die Daten mittels 14 Wlan-Antennen verbreitet. «Das verfügbare Datenvolumen wird dann auf alle Nutzer im Zug gleichmässig verteilt», sagt Ofner. Videodienste seien deshalb nur eingeschränkt nutzbar.
Die ÖBB legen übrigens nicht von ungefähr ein flottes Tempo vor: Mit dem Fahrplanwechsel steigt die private «Westbahn» auf der Strecke Wien-Salzburg in das Bahngeschäft ein. Deren Verwaltungsrat und frühere SBB-Chef Bendedikt Weibel will mit Gratis-Wlan möglichst viele Kunden in die neuen Doppelstockzüge von Stadler Rail locken.
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Alle 315 Kommentare

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Wifi zum Mieten
Unser Zugnetz ist einfach grösser als das von Irland und Holland und wer hat von den USA schon als dem Public transportation Land gehört. Und sonst gibts immernoch mietbare Wifis z.b . Wo ein Wille, da ein Weg.
Die OEBB faehrt vor allem ...
... mit viel Verspaetung und zwar notorisch. ... mit vielen Pannen: Der Railjet hat allein in Vorarlberg 2 Entgleisungen in den letzten 2 Jahren und mehrere andere technische Probleme. ... mit Preisen vergleichbar denen der Schweiz bei viel tieferen Lohnkosten. ... mit Pensionsalter 55 fuer Angestellte. Willkommen in Oesterreich. Als kleines Trostpflaster: Immerhin sind die Kondukteure nicht so kleinlich wie die der SBB. Dort spuert man etwas Gastfreundschaft. Vielleicht sind sie aber auch einfach nur zu faul, um ein Theater wegen Kleinigkeiten zu machen...
Wo bleibt die Ruhe im Alltag?
Gestern sassen wir mit unseren Kindern im Auto und als wir zu Hause ankamen, wollten beide nicht aussteigen. Unsere Tochter meinte dann "weisst du Mami, manchmal ist es so gemütlich im Auto zu sitzen, da könnte ich noch ewig fahren!" Ich verstand sie sofort. Ich durfte früher mit dem Postauto zur Schule fahren. Ich erinnere mich genau, wie ich es genoss aus dem Fenster zu schauen, die Landschaft zu betrachten und meinen Gedanken nachzugehen. Ich glaube man darf es Meditation nennen. Es ist die Ruhe und die Zeit für sich, welche solche Momente so kostbar machen. Dies ist nun vorbei.