Neue Doppelstöcker

22. August 2011 17:01; Akt: 22.08.2011 21:33 Print

Das bietet das künftige SBB-Flaggschiff

von A. Müller, P. Rüegg - Massentransport statt Superzug: Die SBB haben erstmals die Kabine des neuen SBB-Doppelstöckers präsentiert. 20 Minuten Online hat den neuen Zug unter die Lupe genommen.

Täuschend echt: Ein Blick in das Modell den neuen Doppelstöcker-Intercity (Video: P. Rüegg, A. Müller).
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Bereits in wenigen Monaten läuft die Produktion des neuen SBB-Flagschiffs an, mit welchem ab Ende 2013 jeden Tag zehntausende Bahnreisende fahren werden. Am Montagmittag haben Hersteller Bombardier und die SBB in Oerlikon erstmals Einblick in ein 1:1-Modell der neuen Waggons gewährt.

Die grosse Revolution bleibt zumindest für die Passagiere auf den ersten Blick aus. Die SBB haben an Details gefeilt: «Neben zusätzlichen Sitzplätzen haben wir mehr Stauraum für Gepäck geschaffen», sagt Jeannine Pilloud, Chefin SBB Personenverkehr, zu 20 Minuten Online. Künftig können Passagiere ihre Gepäckstücke direkt unter dem Sitz deponieren, da «Stützpfeiler» für die Sitzbänke nicht mehr nötig sind. Zudem können sich die Pendler auf Steckdosen an jedem Sitzplatz und über grosse Info-Bildschirme freuen.

Das Aus für die Sitz-Lounge

Ein Rundgang durch die Wagen zeigt: Die Aufgänge in den ersten Stock wirken enger als bisher. Jeder Quadratmillimeter scheint verplant. «Das gibt sicher ein Puff beim Aussteigen», kommentiert ein Bahnexperte. Dafür verfügt künftig jeder Waggon über ein eigenes Multifunktionsabteil, in welchem Velos und Kinderwagen abgestellt werden können. Dagegen verzichten die SBB im neuen Doppelstöcker auf eine runde Sitzgruppe: «Diese Plätze wurden immer als letztes besetzt», begründet die SBB-Kaderfrau den Entscheid. Für Kinder gibt es weiterhin ein Spielabteil. «Das Highlight ist eine Hütte, wo die Kinder aus dem Fenster schauen können», so die zweifache Mutter Pilloud.

Bei Edwin Dutler, Präsident der Passagiervereinigung Pro Bahn, löst der neue Bombardier-Doppelstöcker keine Begeisterungsstürme aus. Er findet es insgesamt einen gelungenen Entwurf. Aber: «Der Wagen erinnert mich an eine S-Bahn. Der Zug ist sehr funktional und auf Massentransport ausgelegt», so Dutler.

Revolution im Wagenkasten

Funktionalität statt Bahnromantik: Ein Beispiel dafür ist das nüchterne, auf Sauberkeit und Einfachheit fokussierte Innendesign. Wegen kürzeren Umlaufzeiten haben die Putzequipen immer weniger Zeit, die Waggons zu reinigen. «Je sauberer der Zug ist, desto weniger Abfall und Schmutz wird hinterlassen», erklärt Pilloud.

Die eigentliche Revolution des neuen SBB-Flagschiffes findet hinter den Kulissen statt: Dank einer neuen Neigetechnik – der Wankkompensation - können künftig auch die Doppelstöcker 15 Prozent schneller in den Kurven fahren. «Wir werden die Technik ab 2014 im Fernverkehr einsetzen», sagt Fritz Sterchi von den SBB. Wann der Zeitgewinn fahrplanmässig eingeplant werde, sei aber noch unklar.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans B. Etter am 22.08.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    WLAN?

    Wenn schon Steckdosen, dann bitte bald auch WLAN! Wer die Zeit im Zug effizient nutzen will, der braucht heute einfach immer öfters einen Internetzugang. Nicht zuletzt wäre das eine attraktive Mehreinnahmenquelle für die SBB, z.B. indem man sich für 2 Franken Aufpreis zum normalen Ticket noch das WLAN zukaufen könnte.

  • täglicher ÖV Benutzer am 24.08.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die negativ kommentare bringen

    Mal im Ernst, im welchem Land kann man von hintersten Bergtal mit den ÖV's überall hin kommen wo man!? Das hat seinen Preis und braucht Kompromisse. Ebenfalls sind die SBB Opfer ihres eigenen Erfolges. Es gibt wohl fast kein Land, dass soviele Pendler besitzt wie wir und im Verhältnis fährt man in der Schweiz immer noch sehr günstigt. Nur so nebenbei, meine Rechnung für mein Auto, das nur 1.6l und 80PS hat, da kostet mich der Km ca. 1Fr. wenn ich wirklich alle kosten ausser das Benzin berechne. Ein Km bei der SBB mit ganzem Preis ca. 50Rp. Das sind 50% und mein Schlussstatement.

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  • MichelKundig am 22.08.2011 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Türen?

    Ich sehe keine Türen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Little M. Umi am 06.03.2012 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Also wirklich

    Mann kanns echt nie jemandem recht machen! Zuerst motzt man wegen zu wenig sitzen, dann ist der neue Zug mit mehr sitzen auch nicht gut, was soll das? Die, die wegen allem nur meckern, sollen doch Autofahren, da werden eure nerven im Stau noch viel mehr strapaziert!

  • Paul Dremmel am 25.08.2011 00:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt?

    Ist der Luxus auf Kosten des Steuerzahlers nicht langsam irgendwie perwers. (Vergessen wir nicht, dass ein grosser Teil der SBB Betriebskosten immer noch vom Staat querfinanziert wird.) Sollen wirklich all die Nichtfahrer (welcher couleur auch immer) den Benutzern dies Finanzieren? Ich glaube nicht. Jeder soll den Luxus und die Bequemlichkeit erhalten die er auch zahlt. Und wenn der Bahnfahrer nicht mehr zahlen will, dann gibt es wieder Holzbänke.

  • Pendlerin Aarberg Basel am 24.08.2011 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Steckdosen

    Ich empfinde es als eine Frechheit! Soll ich jetzt immer meinen Laptop und mein Handy im Zug aufladen damit ich auch von den steigenden Preisen etwas hab?! Es währe mir schon genug wenn ich für den Aufpreis immerhin auf dem Heimweg am Freitag sitzen könnte!

  • täglicher ÖV Benutzer am 24.08.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die negativ kommentare bringen

    Mal im Ernst, im welchem Land kann man von hintersten Bergtal mit den ÖV's überall hin kommen wo man!? Das hat seinen Preis und braucht Kompromisse. Ebenfalls sind die SBB Opfer ihres eigenen Erfolges. Es gibt wohl fast kein Land, dass soviele Pendler besitzt wie wir und im Verhältnis fährt man in der Schweiz immer noch sehr günstigt. Nur so nebenbei, meine Rechnung für mein Auto, das nur 1.6l und 80PS hat, da kostet mich der Km ca. 1Fr. wenn ich wirklich alle kosten ausser das Benzin berechne. Ein Km bei der SBB mit ganzem Preis ca. 50Rp. Das sind 50% und mein Schlussstatement.

    • Günstigfahrer am 24.08.2011 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      Luxus kann Fr.1.- pro km kosten

      Ich weiss ja nicht was für'n Auto du hast oder welche Kosten du sonst noch dazu zählst, aber ich komme bei meinem Wagen gerade mal auf 20Rp pro km. Inkl Amortisation, StVA, Versicherung, Unterhaltskosten, Benzin, Parkgebühren, Reifen, Scheibenwasser/Öl+andere Kleinigkeiten und evtl. Strafen. Habe ich etwas wichtiges vergessen?

    • F. Gabriel am 31.08.2011 14:05 Report Diesen Beitrag melden

      Wie soll das funktionieren

      äähmm... wie geht das? Gerechnet mit einem Durchschnittsverbrauch von 7l/100km kostet bereits der Sprit schon 12 Rappen pro km! Alle weiteren von Ihnen aufgeführten Punkte dann noch in den weiteren 8 Rp unterzubringen ist nach meinen Berechnungen schlicht unmöglich, insbesondere dann nicht, wenn die Amortisation noch hinzugerechnet wird.

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  • Angela Wild am 23.08.2011 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfstützen?!

    Wie wärs wieder mit Kopfstützen? Wenn man, wie ich, jeden Tag insgesamt 3h Zug fährt, wäre es sehr mühsam, wenn es keine Kopfstützen mehr gibt... Ich denke, viele Personen schlafen auch gerne mal im Zug und möchten nicht, dass der Kopf beim Fahrgast nebenan auf die Schulter fällt!

    • Weiss de Gugger... am 24.08.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Die Sitze sind ...

      ... in den meisten Zugskombinationen ein Ärgernis. Ein steifer Rücken und ein starrer Hals sind lästige Begleiterscheinungen für Zugviel- und -langfahrer. So sitzen will niemand, der keinen Stock verschluckt hat.

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