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Grosses Leid
24. August 2010 06:12; Akt: 24.08.2010 16:57 Print
«Pakistan wird sich nie erholen»
Mindestens drei Jahre brauchts, bis sich die Lage in Pakistan nach der Flutkatastrophe wieder einigermassen normalisieren werde, meint Staatschef Asif Ali Zardari.
Pakistan wird noch lange an den Folgen der Hochwasserkatastrophe leiden, denn der Wiederaufbau dauert nach Ansicht von Staatspräsident Zardari mehrere Jahre. Im Augenblick bereit Regierung und Helfern vor allem die angespannte Gesundheitslage Kopfzerbrechen.
Infografik Timeline PakistanFür den Wiederaufbau seien «drei Jahre das Minimum», sagte Staatschef Asif Ali Zardari am Montagabend vor Journalisten. «Ich glaube nicht, dass sich Pakistan jemals vollständig (von der Flut) erholt, aber wir werden vorankommen.»
In Islamabad beriet die Regierung mit Vertretern von Behörden und internationalen Organisationen über die angespannte Gesundheitslage in den Überschwemmungsgebieten. Etwa 3,5 Millionen Menschen seien von Krankheiten bedroht, sagte Premierminister Yousuf Raza Gilani nach dem Treffen.
Bislang habe die Regierung jedoch erst 2,2 Millionen Betroffene medizinisch versorgen können. Zudem würden in den kommenden Monaten etwa eine halbe Million schwangere Frauen, die von den Fluten vertrieben wurden, ihre Kinder zur Welt bringen. Das sei eine besondere Herausforderung.
Einheitliche Strategie
Ziel der Gespräche war nach Angaben eines Regierungssprecher die Ausarbeitung einer einheitlichen Strategie, um mit der angespannten Situation fertig zu werden. Vor allem Massnahmen zur Verhinderung des Ausbruchs von Seuchen seien erörtert werden.
Premier Gilani kündigte die Einberufung einer Regierungskommission an, die sich mit dem gesundheitlichen Zustand der Flüchtlinge befassen soll. Gleichzeitig rief er die Staatengemeinschaft dazu auf, sein Land weiter zu unterstützen.
Präsident Zardari räumte ein, dass die Kritik an der Reaktion der pakistanischen Regierung auf die Katastrophe teilweise berechtigt sei. Im Nachhinein sei man immer klüger, sagte er. «Sie müssen aber verstehen, wie gewaltig die Sache (das Ausmass der Katastrophe) ist.»
Die Regierung arbeite zudem an einem Konzept für einen besseren Hochwasserschutz, damit Überschwemmungen in Zukunft nicht mehr zu derartigen Katastrophen führten.
Millionen Betroffene
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet in den von Hochwasser betroffenen Gebieten bislang mehr als
Gemäss neuen Schätzungen des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) sind 17,2 Menschen direkt und 2,8 Millionen indirekt von der Katastrophe betroffen. Über 1500 Menschen kamen ums Leben.
Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) rief erneut eindringlich zu weiteren Spenden auf. Es brauche insgesamt mindestens 120 Millionen Dollar, um zwei Millionen Obdachlosen Unterkunft zu geben und eine weitere Million Haushalte mit dem Nötigsten zu versorgen.
(sda)




























