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Flut in Pakistan
05. August 2010 17:05; Akt: 16.08.2010 13:24 Print
USA und Islamisten im Hilfs-Wettlauf
von Peter Blunschi - Die Regierung in Pakistan ist mit der Flutkatastrophe heillos überfordert. Die Islamisten wollen davon profitieren, doch auch die USA sehen eine Chance.
Erst eine extreme Dürre, jetzt das Jahrhunderthochwasser: Die Natur meint es nicht gut mit Pakistan. Rund drei Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen, mindestens 1500 kamen bislang ums Leben. Es gibt erste Berichte über Ausbrüche von Cholera. In dieser Krisensituation versagt die notorisch schwache Regierung des Landes einmal mehr. Hilfe erreiche die Notleidenden zu spät oder gar nicht, sagen viele Flutopfer.
Infografik Timeline Pakistan Spenden für die Flutopfer nehmen sowohl die Glückskette wie auch UNICEF entgegen:Glückskette
Postkonto 10-15000-6 (Vermerk «Überschwemmungen Asien»), www.glueckskette.ch.
UNICEF
Postkonto 80- 7211-9 (Vermerk: Nothilfe Pakistan), www.unicef.ch.
Für Empörung sorgt besonders die Europareise des unpopulären Präsidenten Asif Ali Zardari. «In Zeiten einer solchen Katastrophe brauchen die Menschen das Gefühl, dass ihre Führer zu ihnen stehen», hiess es im Leitartikel der Zeitung «News». Selbst die Gastgeber in Europa waren peinlich berührt: Zwei britische Politiker pakistanischer Herkunft boykottierten aus Protest ein Treffen mit Zardari.
Clinton sagt langfristige Hilfe zu
In dieser Situation müssen andere einspringen: Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge hat bislang 10 000 Zelte verteilt. Vor allem die USA sehen in der Katastrophe die Chance, ihr schlechtes Ansehen bei der pakistanischen Bevölkerung zu verbessern. Laut einer neuen Umfrage haben nur 17 Prozent der Pakistanis eine positive Meinung von den Amerikanern. Aussenministerin Hillary Clinton sagte am Mittwoch in Washington, die USA würden Pakistan «in den kommenden Tagen und Wochen» weiter unterstützen.
Die Regierung in Washington stellte zehn Millionen Dollar Nothilfe bereit, schickte
Taliban sprechen von Strafe Gottes
Viele Beobachter sind jedoch überzeugt, dass vor allem die Islamisten vom Vakuum profitieren werden. Ihre Wohltätigkeitsorganisationen sollen im Krisengebiet bereits aktiv sein. Zu diesen gehört laut «Financial Times Deutschland» die Falah-i-Insanyiat, die einem Sprecher zufolge 13 Lager für Obdachlose und sechs medizinische Einrichtungen errichtet hat. Sie gilt als ziviler Arm der Terrororganisation Lashkar-e-Toiba, die unter anderem für die Anschläge in Mumbai im November 2008 verantwortlich gemacht wird.
Die Taliban versuchen ebenfalls, von der Situation zu profitieren. Sie kochen mit den trüben Fluten ihr eigenes Süppchen und verbreiten gemäss «FTD» die Botschaft, dass die Naturkatastrophe eine Strafe Gottes dafür sei, dass die Menschen gegen den Islam und die Scharia verstossen hätten. Ob sie ankommt, ist fraglich. Doch die «New York Times» warnt in einem Kommentar davor, den Islamisten das Feld zu überlassen: «Washington und Islamabad können es sich nicht leisten, weniger grosszügig oder effektiv zu sein.»



























