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Pakistan
27. August 2010 16:54; Akt: 27.08.2010 17:15 Print
Weitere Million Menschen auf der Flucht
Das Hochwasser in Pakistan zwingt im Süden des Landes immer mehr Menschen zur Flucht: Allein am Donnerstag und Freitag flohen in der südlichen Provinz Sindh fast eine Millionen Menschen.
Etwa
Wenn der Damm nicht wieder geschlossen werden könne, drohe der Stadt die Überflutung, sagte ein Vertreter der Behörden. «Boote, Busse, Helikopter - wir setzen alles ein, um die Leute in Sicherheit zu bringen.» Viele Einwohner hätten Thatta bereits verlassen. Mit ihnen mussten Menschen aus anderen überfluteten Regionen weiterziehen, die in die Stadt geflüchtet waren.
Fluss Indus zehn Kilometer breit
Der Indus ist wegen der andauernden Monsunregen zu kolossaler Breite angeschwollen: Der Fluss, der Pakistan von Norden nach Süden durchströmt, ist stellenweise zehn Kilometer breit, wo er normalerweise einige hundert Meter ausmacht.
Bereits am Donnerstag hatte der Indus mehrere Dämme durchbrochen. Auch die Städte Sujawal, Daro und Mirpur Batoro wurden evakuiert, Hunderttausende brachten sich in Sicherheit.
Wie ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mitteilte, suchen viele Menschen Schutz auf Anhöhen in der Region. Zehntausende Flüchtlinge hätten sich mit ihren Habseligkeiten auf den Weg in die 100 Kilometer westlich gelegenen Hafenmetropole Karachi gemacht.
Nach Angaben der UNO sind von den Überschwemmungen landesweit mehr als 17 Millionen Menschen betroffen. Etwa die Hälfte davon ist auf Hilfe angewiesen. Rund ein Fünftel des Territoriums wurde überschwemmt, etwa 1600 Menschen starben.
Grosse Teile der Ernte sind zerstört. Die Regierung erwägt deshalb, den geplanten Export von zwei Millionen Tonnen Weizen zu stoppen, um die Gefahr einer Hungersnot zu verringern.
Hilfsorganisationen relativieren US-Warnung
Das US-Aussenministerium warnte Helfer in Pakistan unterdessen vor möglichen Anschlägen. Es gebe Informationen über eine Bedrohung durch Gruppen wie die radikalislamischen Taliban, sagte Sprecher Philip Crowley am Donnerstag (Ortszeit) in Washington.
Diese Drohungen seien aber nichts Neues, sagte Caritas-Sprecherin Dominique Schärer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Vertreter von Schweizer Hilfswerken würden deshalb die gefährlichsten Gebiete meiden. In den übrigen Regionen versuchten sie möglichst unauffällig aufzutreten.
Auch das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) ist wachsam, bleibt aber gelassen, wie Sprecher Christian Engeli erklärte. Das SAH befolge die Empfehlungen der Behörden und die SAH-Angestellte vor Ort trage ein Kopftuch aus Respekt vor den lokalen Bräuchen.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) sei von den Drohungen «weniger betroffen», sagte SRK-Sprecher Karl Schuler. Dies sei insbesondere auf die starke Verankerung des pakistanischen Roten Halbmondes zurückzuführen.
(sda)




























