Navy Seals Team 6

26. Januar 2012 19:11; Akt: 26.01.2012 19:11 Print

Der neuste Coup der Bin-Laden-TruppeDer neuste Coup der Bin-Laden-Truppe

von Peter Blunschi - Ein US-Spezialkommando hat zwei Geiseln in Somalia befreit. Es handelt sich um die gleiche Navy-Seals-Einheit, die Osama Bin Laden zur Strecke gebracht hat.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

In der Nacht auf Mittwoch, um etwa 2 Uhr, wurden die Bewohner des somalischen Dorfs Galkayo durch ein ungewöhnliches Geräusch aus dem Schlaf gerissen: Das Surren von Helikoptern. Es war der Höhepunkt einer Operation, die kurz zuvor begonnen hatte: Rund zwei Dutzend US-Elitesoldaten waren mit Fallschirmen aus einem C-130-Transportflugzeug abgesprungen und etwa drei Kilometer durch die pechschwarze Nacht zu einem Versteck marschiert, in dem eine Amerikanerin und ein Däne als Geiseln gehalten wurden.

Dort ging alles sehr schnell: Die Geiseln wurden befreit und die neun anwesenden Kidnapper getötet. Die Einsatzkräfte blieben unversehrt. Mit besagten Helikoptern wurden die 32-jährige Jessica Buchanan und der 60-jährige Poul Hagen Thisted nach Djibouti geflogen. Die beiden Mitarbeiter eines dänischen Hilfswerks waren am 25. Oktober auf dem Weg zum Flughafen Galkayo entführt und an somalische Piraten übergeben worden. Diese operieren vermehrt an Land, weil die Seefahrtswege am Horn von Afrika besser geschützt werden.

Obama zeigt sich stolz

Im fernen Washington wurde Barack Obama über die geglückte Operation informiert. Es war Dienstagabend, und der US-Präsident verpasste gerade seiner Botschaft zur Lage der Nation den letzten Schliff. Als er wenig später den Plenarsaal des Repräsentantenhauses betrat, um die Rede zu halten, sagte er zu Verteidigungsminister Leon Panetta: «Gute Arbeit heute Abend, gute Arbeit.» Tags darauf liess Obama mitteilen: «Als Oberbefehlshaber könnte ich nicht stolzer sein auf die Soldaten, die diese Mission ausgeführt haben.»

Der Präsident hatte nicht zum ersten Mal Grund, auf besagte Einheit stolz zu sein. Denn es handelte es sich um das Navy Seals Team 6 – jene Truppe, die bereits die Kommandoaktion im letzten Mai gegen Osama Bin Laden erfolgreich durchgeführt hatte. In Somalia seien andere Soldaten im Einsatz gewesen als in Pakistan, sagten Beamte des Pentagon der «Washington Post». Auch sie trugen zum Mythos der legendären Spezialeinheit bei.

Die Besten der Besten

Offiziell heisst sie United States Naval Special Warfare Development Group, doch der Einfachheit halber wird sie nach ihrer früheren Bezeichung Team 6 genannt. Die Identität ihrer rund 300 Mitglieder ist streng geheim. Es handelt sich um so genannte «schwarze» Einsatzkräfte, die in einer Schattenwelt operieren, in der die üblichen Regeln der Kriegsführung nicht gelten. Die Gruppe wurde nach der gescheiterten Befreiungsaktion der US-Botschaftsgeiseln im Iran 1980 gegründet, ihr Spezialgebiet ist der Anti-Terror-Kampf.

Für das Team 6 ist nur die Elite der Elite gut genug. Seine Mitglieder werden aus jenen Soldaten ausgewählt, die das mörderische Ausbildungsprogramm anderer Navy-Seals-Einheiten mit besten Referenzen absolviert haben. Howard Wasdin, ein ehemaliger Team-6-Scharfschütze, bezeichnete sie gegenüber «International Business Times» als «sehr motiviert, höchst athletisch, überdurchschnittlich intelligent, getrieben vom innigen Wunsch zu dienen und einer der Besten der Besten eines auserwählten Teams zu sein».

Lösegeldangebot ausgeschlagen

Die Aktion in Somalia war von Präsident Obama zwei Tage zuvor angeordnet worden, basierend auf Geheimdienstinformationen, wonach sich der Gesundheitszustand von Jessica Buchanan rapide verschlechterte. Zuvor hätten die Entführer ein Lösegeldangebot von 1,5 Millionen Dollar ausgeschlagen, berichtete die «New York Times» mit Berufung auf somalische Stammesführer. Die Verhandlungen seien darauf eingestellt worden.

Der gewagte Nacheinsatz in Somalia sei das Ergebnis langjähriger Kampferfahrungen aus den Kriegen in Irak und Afghanistan, sagte ein hoher Pentagon-Beamter der «Washington Post»: «Ich weiss nicht, ob es eine Nation gibt, die so etwas mit der gleichen Geschwindigkeit, Präzision und Härte durchführen könnte wie wir mit diesen Einsatzkräften.»

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Hinweis der Redaktion: Die Kommentarfunktion für diese Story wurde deaktiviert. Es können daher keine neuen Kommentare mehr gepostet werden.
  • moechtegernami am 27.01.2012 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    super job!

    oh man wie ich die amis immer wieder bewundere. zum glück gibt es die noch. zu recht ist es die weltpolizei. wie im artikel steht: wer macht es sonst?

  • Navy stiel am 27.01.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    waaaas die Besten

    Die Besten haben wir doch in der Schweiz, dass sagt doch auch unser Bundesrat, oder nicht!? ;o)

  • michael am 27.01.2012 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    geil.

    einfach nur geil !!!