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«La Somme»
21. April 2010 21:04; Akt: 21.04.2010 21:31 Print
Kriegsschiff als Piraten-Falle
Erneut haben somalische Piraten ein Kriegsschiff als Beute gewählt. Der Militärtanker «La Somme» war nicht zum ersten Mal Ziel eines solchen Angriffs.

Das Boot der Piraten wird an Bord der «La Somme» gehievt (20. April 2010). (Bild: Reuters)
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Ausgerechnet wenn die Piraten-Meldestelle einen Rückgang der Angriffe in diesem Jahr bekannt gibt(siehe Info-Box), schlagen somalische Seeräuber zweimal zu. Die französische Marine vereitelte dabei einen Angriff und nahm sechs Piraten fest. Das französische Kriegsschiff sei von den Piraten nicht als solches erkannt worden, sagte ein Marinesprecher am Mittwoch.
Das kleine Piraten-Boot wird von französischen Marinesoldaten kurz vor Tagesanbruch aufgebracht.(Bild: Reuters)
Piratenangriffe gehen zurück
Die Zahl der Piratenüberfälle weltweit ist in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich gesunken. Das berichtete die Piratenmeldestelle des Maritim-Büros der Internationalen Handelskammer (IMB) in Kuala Lumpur am Mittwoch. Piraten überfielen von Januar bis März im Golf 67 Schiffe. 194 Seeleute wurden festgehalten. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres wurden 102 Schiffe angegriffen.
Vor Somalia blieb die Lage schwierig: in den Küstengewässern wurden 18 Schiffe überfallen, so viele wie in keiner anderen Region. Im vergangenen Jahr waren es dort 20. Insgesamt gehen auf das Konto somalischer Piraten vor der Küste, im Golf von Aden und im Roten und Arabischen Meer 35 Attacken, verglichen mit 61 im vergangenen Jahr. «Die weit verstreuten Überfallorte zeigen, dass die somalischen Piraten sich weiter fort bewegen und ihre Fähigkeiten ausbauen», sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. 2009 gab es so viele Piratenüberfälle wie seit sechs Jahren nicht mehr: insgesamt 406.
Das IMB führte den Rückgang auch auf die gestiegene Militärpräsenz im Golf von Aden zurück. Seit 2008 patrouilliert eine Flotte internationaler Kriegsschiffe im Golf von Aden, eines der weltweit meistbefahrenen Meeresgebiete. (SDA)
Die Angreifer hätten sich dem Tanker «La Somme» am Dienstag vor dem Morgengrauen in zwei Ruderbooten genähert und auf das Schiff geschossen. Die Besatzung habe mit Warnschüssen reagiert und die Piraten verfolgt. Sechs Seeräuber seien festgenommen worden. Bereits im vergangenen Oktober hatten Piraten «La Somme» für ein ziviles Schiff gehalten und attackiert. Damals nahmen Marinesoldaten fünf Angreifer fest.
Frachter gekapert
Seeräuber haben am Mittwoch einen Frachter mit 21 philippinischen Seeleuten gekapert. Die Marinemission der EU teilte mit, die «Voc Daisy» fahre unter philippinischer Flagge und gehöre einem Unternehmen in Liberia. Der Frachter wurde 300 Kilometer ausserhalb der Zone überfallen, die von Kriegsschiffen geschützt wird.
Piraten vor US-Richtern
Nach Angaben eines US-Beamten sollen mindestens fünf mutmassliche Piraten bis Ende der Woche nach Norfolk im Staat Virginia gebracht werden. Die Verdächtigen sollen in den USA vor Gericht gestellt werden, weil sich Kenia neuerdings weigert, noch mehr mutmassliche Piraten aufzunehmen. Nach Ansicht der kenianischen Behörden beanspruchen die Piraten-Prozesse die Justiz des Landes zu stark.
(dapd)


























