Föderalismus

19. Mai 2010 13:29; Akt: 19.05.2010 13:44 Print

Das Rauchverbot-Chaos geht weiterDas Rauchverbot-Chaos geht weiter

von Lukas Mäder - Das schweizweite Rauchverbot ist in Kraft, doch das föderalistische Chaos hält an: Den einen gehen die Verbote zu weit, die anderen fordern schärfere Gesetze.

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Die Schweiz hat seit dem 1. Mai ein nationales Rauchverbot, doch das föderalistische Chaos ist damit nicht aus der Welt geräumt. Denn ganz bewusst haben National- und Ständeräte das Bundesgesetz nur als Minimalstandard festgelegt. Die Kantone dürfen strengere Regeln festlegen, was mehrheitlich — meist nach entsprechenden Volksabstimmungen — auch geschehen ist. Mit der Folge, dass heute je nach Kanton andere Rauchverbotsregelungen gelten. Doch die Unklarheit geht weiter, denn der politische Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Jüngster politischer Vorstoss ist die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen», die die Lungenliga am Dienstag eingereicht hat.

Umfrage
Wie strikt soll das Rauchverbot in der Schweiz sein?
25 %
4 %
10 %
61 %

Die Lungenliga hat ihre nationale Volksinitiative lanciert, weil ihr das Bundesgesetz zu wenig weit ging. Während das Parlament in Bern Raucherlokale als Ausnahmen sowie bediente Fumoirs zulässt, will die eingereichte Volksinitiative einen vollständigen Schutz für das Personal: Alle Lokale müssen rauchfrei sein und Fumoirs sind nur unbedient erlaubt. Diesen Standard haben auch mehrere kantonale Lungenligen über Volksinitiativen installiert — aber eben nicht in allen Kantonen, weshalb der regulatorische Wildwuchs wuchert.

Misserfolge der Rauchverbotsgegner

Während sich die Lungenliga mit ihrer Initiative beim Volk aufgund bisheriger Abstimmungsergebnisse gute Chancen ausrechnen kann, mussten die Gegner von Rauchverboten bisher einige Niederlagen einstecken. Sie sind mit ihrem Referendum gegen das Bundesgesetz gescheitert, und auch gegen die kantonal-bernische Regelung bekamen die Gegner nicht genügend Unterschriften zusammen. Diese Misserfolge haben sie jedoch nicht entmutigt. Die IG Freie Wirte sammelt derzeit Unterschriften für eine eidgenössische Initiative, die das Rauchen faktisch wieder zulassen würde. Ob in einer Bar oder in einem Restaurant geraucht werden darf, soll der Eigentümer entscheiden. Damit geht das Volksbegehren hinter die Bundeslösung zurück — und dürfte deshalb an der Urne chancenlos sein, obwohl das Komitee in drei Monaten bereits 30 000 Unterschriften gesammelt hat.

Doch auch gemässigte Gegner eines Rauchverbots machen mobil. Im Kanton Solothurn hat ein Komitee letzten Sommer eine Initiative eingereicht, die die geltende Fumoir-Regelung wieder abschaffen und die Bundesregelung mit Rauchbeizen unter 80 Quadratmetern anwenden will. Die Solothurner hatten im November 2006 als eine der ersten einer kantonalen Volksinitiative für ein Rauchverbot mit bedienten Fumoirs zugestimmt. Am 13. Juni zeigt sich nun, ob die damalige Mehrheit von 56 Prozent kippt zugunsten der Bundesregelung. Diese moderate Regelung strebt auch der Wirteverband des Kantons Basel-Stadt an, wo seit dem 1. April ein Rauchverbot gilt. Die Baizer, wie sie sich selbst nennen, planen eine entsprechende Volksinitiative.

Glarus lehnt striktes Rauchverbot ab

Zwar hat die Bevölkerung in der Vergangenheit Initiativen für Rauchverbote immer klar angenommen. Doch während eine Rückkehr zur absoluten Freiheit, wie sie die IG Freie Wirte anstrebt, völlig aussichtslos erscheint, könnten Vorstösse zugunsten der moderaten Bundesregelung die Gunst der Bevölkerung finden. Dies hat die Landsgemeinde im Kanton Glarus vorgemacht. Sie lehnte am 2. Mai weitergehende Rauchverbote ab und beschloss, die eidgenössische Lösung reiche.

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  • lukas stephani am 28.05.2010 01:46 Report Diesen Beitrag melden

    man man man

    ha!am besten auswandern!die luft zum atmen wird in unserem land immer kleiner...

  • toni am 21.05.2010 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    ich glaub ich werde raucher...

    ..wenn das so weiter geht, dann werde ich noch zum kiffer...den ohne drogen oder alkohol kann ein mensch so viel schwachsinn nicht aushalten :-)

  • Rolf am 21.05.2010 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    weiter so...

    .. und wir haben so viele sinnvolle Gesetzte das wir nur noch zuhause Sitzen dürfen. Der Kurrier mit Spezialbewilligung und Schutzanzug bringt dann etwas zu essen :-) Gut ist es immernoch meine Sache was ich meinem Körper antue oder nicht. Den Grundsätzlich geht meine Gesundheit niemand etwas an, auch nicht die Lungenliga.

    • Bruno Walder am 10.06.2010 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an Rolf:

      klar ist jeder für seine Gesundheit selber verantwortlich. Ich sehe einfach nicht ein, weshalb es für viele Raucher einfach selbstverständlich ist, dass sie in einem geschlossenen Raum die Luft verpesten dürfen, obwohl Nichtraucher zugegen sind. Ist das ein Menschenrecht? Ich setze mich ja auch nicht ins Restaurant und stelle meinen CD-Player auf den Tisch und höre lauthals meine Lieblingsmusik. Das verbietet mir der Anstand... Wenn die Raucher ihr "Hobby" rücksichtsvoller praktizieren würden, wäre das Rauchverbot nicht nötig!!!

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