Ausbleibende Gäste

01. Dezember 2009 16:36; Akt: 01.12.2009 21:39 Print

Rauchverbot kostet sieben Prozent UmsatzRauchverbot kostet sieben Prozent Umsatz

Nichtraucher ersetzen die durch das Verbot vertriebenen Raucher nicht. Obwohl die Gaststätten jetzt rauchfrei sind, bleiben sie zuhause: Der bernische Wirteverband beklagt einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von sieben Prozent. Bei einzelnen Betrieben brach der Umsatz gar um 60 Prozent ein.

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Die für das Dorf- und Quartierleben so bedeutenden Stammtische seien am Aussterben, schreibt der Wirteverband GastroBern in einer Mitteilung vom Dienstag auch. Er macht diese Aussagen nach der Auswertung einer Umfrage bei seinen 2300 Mitgliedern. 673 schickten den Fragebogen zurück. Das entspricht 29 Prozent.

58,8 Prozent dieser 673 Antwortenden - also rund 400 Wirtsleute - berichteten dem Wirteverband von einem Umsatzrückgang. Ein Viertel dieser 400 Personen gab an, der Umsatz sei seit dem Inkrafttreten des Rauchverbots am 1. Juli um bis zu 5 Prozent gesunken. Die übrigen drei Viertel sprachen von einem Umsatzrückgang von 5 bis 20 Prozent.

Kaum betroffen sind Tourismusgebiete. Dies erklärt sich der Wirteverband damit, dass dort vor allem Tagesgäste in Speiserestaurants bedient werden. Diese Kategorie von Restaurants sei erwartungsgemäss vom Rauchverbot weniger betroffen, schreibt GastroBern.

Bundesgesetz soll gelten, nicht Kantonsgesetz

Der bernische Wirteverband verlangt nun, dass der Kanton Bern von seinen eigenen Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauchen Abstand nimmt und das neue Bundesgesetz zum Nichtraucherschutz anwendet. Es tritt am 1. Mai des nächsten Jahres in Kraft und setzt Mindeststandards für alle Kantone.

Das weniger strenge Bundesgesetz erlaubt beispielsweise Wirten von Kleinbetrieben unter 80 Quadratmetern Grösse, ihre Gaststätte als Raucherlokal zu betreiben. GastroBern verlangt auch eine liberalere Regelung in den abgetrennten Bereichen für Raucher in Gaststätten (Fumoirs).

Der bernische Wirteverband unterstütze den Nichtraucherschutz von Gästen und des Personals, schreibt GastroBern, doch müsse dieser vernünftig ausfallen.

Löffel sieht auch andere Gründe

Der Initiant des Rauchverbots in öffentlichen Räumen des Kantons Bern, Grossrat Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee), schreibt in einer Medienmitteilung vom Dienstag, laut dem Schweizer Wirteverband gebe es hierzulande viel zu viele Gaststätten. Auch müsse die aktuelle Wirtschaftslage berücksichtigt werden.

Diese beiden Punkte seien bei der Betrachtung der Umfrageresultate von GastroBern zu beachten.

Viele Betriebe hätten auch nichts unternommen, um ihre Betriebe den neuen gesetzlichen Vorschriften anzupassen, obwohl diese sich seit etlichen Jahren abgezeichnet hätten.

(sda)

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  • Christoph Lehmann am 01.05.2010 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchverbot Eine Bevormundung?

    Wenn sich all die Politiker zuerst Gedanken über dieses Problem gemacht hätten, so hätten wir eine Deklarationspflicht: Restaurant, Cafe, Tearoom und Raucher-Restaurant, Raucher-Cafe, Raucher-Tearoom. Fertig das Problem ist gelöst! Stellt Euch vor bei Tankstellen würden die Zapfsäulen nicht genau angeschrieben. Jeder zweite hätte statt Benzin Diesel im Tank. Jeder kann tanken was er will, aber es ist angeschrieben. So könnte auch jeder in eine Beiz, genau in seine Beiz oder Raucher-Beiz.

  • duscha padrutt am 03.02.2010 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    endlich gemeinsam in den ausgang

    also ich finde es eigentlich gut, dass Raucher und empfindliche Asthmatiker oder auch Leute, die reduzieren oder aufhören möchten, neu problemlos zusammen in die Beiz können. jeder hat so seine marotte, ohne dass es gross auffällt. ich bin fast sicher, dass sich alle daran gewöhnen werden, auch im Winter rasch rauszustehen und wenn ein Reschi cool ist oder der Wirt innovative Idee, gibt es so sogar bald mehr Besucher!

  • Werner Obermeier am 11.12.2009 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Heuchelei der Raucher

    Is ja wieder mal die typische Stimmungsmache, niemand hindert den Raucher daran, ein die Kneipe zu gehen. Wenn der Raucher nun seine ach so geliegbten Kneipen boykottiert kann die Sorge um dieselbigen nicht besonders groß gewesen sein, denn sonst würde er sie ja nicht boykottieren. Folglich ist das scheinheilige Herumgeheule der Raucher um die armen Kneipen die reinste Heuchelei.