4. Tag der Rega-Tour 2010

30. September 2010 07:52; Akt: 30.09.2010 15:58 Print

Spektakulärer Einsatz an der EigernordwandSpektakulärer Einsatz an der Eigernordwand

von Felix Burch - Auf über 2500 Meter sitzt ein Bergsteiger in der Eigernordwand fest. Die Rega wird alarmiert und rückt sofort aus. Dies ist der Anfang einer Übung, die den Lebensrettern alles abverlangt.

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Der Rega-Helikopter fliegt schnurstracks in Richtung des Mannes, der hunderte Meter über dem Boden in der Eigernordwand hängt. Es ist schattig; vorne, links und rechts mächtige Felswände. Der Pilot fliegt seine Maschine über den Ort, wo der Bergsteiger gerettet werden soll. Rund 145 Meter trennen ihn jetzt von den Männern der Alpinen Rettung Schweiz, die an einem Seil, der sogenannten Longline, hängen.

Longline-Einsätze sind selten und gehören zu den schwierigsten, die geflogen werden. Die Beteiligten müssen eine entsprechende Spezialausbildung haben. «Besonders anspruchsvoll ist es, die Retter so weit weg vom Helikopter genau an die richtige Stelle zu fliegen und die Maschine dann ruhig zu halten», sagt Pilot Heinz Segessenmann, der den Einsatz fliegt. Dazu kommen äussere Bedingungen wie Wind, schlechte Sicht oder Steinschlag, die es zu überprüfen gilt und die diese Art von Rettungen erschweren oder unmöglich machen können.

Bohrung an der Nordwand

Das Manöver gelingt. Ein Retter nähert sich mutig dem Fels, bohrt in schwindelerregender Höhe ein Loch in die Wand, bringt einen Hacken an und hängt sich dann an einem Karabiner neben den Verletzten. Kurz danach sind alle drei in der Luft und werden schon bald auf der Alpiglen, am Fusse der Eigernordwand, sorgfältig abgesetzt. Dort wartet der Rega-Notarzt, der sich im Ernstfall nun um den Patienten kümmern würde.

Heute war es eine Übung im Rahmen der Rega-Tour 2010. Solche sind nötig, damit in Ernstfällen alles reibungslos abläuft. «Pro Jahr fliegen wir rund fünf Longline-Einsätze am Eiger», sagt Segessenmann. Dafür ist die Crew bereit, alles klappte perfekt im Training und die Rega hat bewiesen, dass sie auch die sagenumwobenen Eigernordwand nicht von erfolgreichen Rettungseinsätzen abhalten kann.