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14. Mai 2008 11:31; Akt: 17.05.2008 20:10 Print
Raketenmensch: Weltpremiere im Waadtland
von Marius Egger - Der ehemalige Militärpilot Yves Rossy hat am Mittwoch über den Waadtländer Alpen erstmals vor der versammelten Weltpresse seine Flügel für einen Flug an den Rücken geschnallt. Der Flug des «Raketenmanns» dauerte mehr als fünf Minuten.
Gestartet ist der «FusionMan», wie sich Rossy selber nennt, auf etwa 2500 Metern über Meer mit einem Sprung aus einem Propellerflugzeug. Einige Sekunden später klappte er die Flügel vollständig aus und gab Gas. Die vier im Flügel integrierten Düsentriebwerke beschleunigten ihn auf über 200 km/h.
Mehrmals flitzte er einem Düsenjet gleich auf etwa 2000 Meter über Meer vor einer Hundertschaft Medienleuten durch. Zum Schluss setzte er zu einer Rolle an, bevor er wieder in die Höhe zog, die Flügel abwarf und seinen Fallschirm zog.
Nach einigen Minuten Sinkflug landeten er und sein Fluggerät sicher auf dem Flugplatz Bex im Waadtländer Chablais.
Es war am Abend des 24. Juni 2004 um halb acht, als Yves Rossy die Schwerkraft zum ersten Mal für vier Minuten ausser Kraft setzte. Seither stehen die Medienvertreter aus der ganzen Welt bei ihm Schlange. Selbst das US-Militär zeigte Interesse an seiner Erfindung. Denn an jenem Abend flog der Raketenmann vom Genfersee zum ersten Mal wie ein Vogel durch die Lüfte.
Die Welt hielt den Atem an. Der jahrhundertealte Traum der Menschheit vom Fliegen schien plötzlich zum Greifen nah. Mit einem faltbaren, turbinengetriebenen Flügel aus Karbon und Fiberglas flog ein Mensch, wie man dies bisher nur von Vögeln kannte.
«Es ist kinderleicht und nicht mit Kraftaufwand verbunden», sagte Yves Rossy, als ihn 20 Minuten Online vor einem Jahr in seinem Haus am Genfersee besuchte. Fliegt er nach oben, hebt er seinen Rumpf leicht an, will er nach unten, beugt er sich. «Für mich ist Fliegen ein Spiel», sagte Rossy.
Ein Spiel, das er bei Geschwindigkeiten zwischen 120 und 300 km/h ausübt. 5 1/2 Minuten trug ihn sein letzter Prototyp durch die Luft. Er sagte schon vor einem Jahr, er wolle die Flugzeit auf zehn bis zwölf Minuten verlängern.
Vor einem Jahr sagte er: «Sollte ich einmal wiedergeboren werden, wäre ich gerne ein Vogel.» Am Mittwoch lebte er zumindest für einige Minuten seinen Traum.



























