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Münchner Schläger
14. Oktober 2010 12:39; Akt: 14.10.2010 16:12 Print
«Ich wollte mich schon immer entschuldigen»
Benji D. hat vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Laut Gerichtssprecherin wirkte er dabei glaubhaft reuig. Ob seine Kollegen mitziehen, ist noch unklar.
Benji D. hat getan, was sein Anwalt gestern Abend voraussagte: Er legte vor der Jugendkammer des Landgerichts München ein umfassendes Geständnis ab. Laut Gerichtssprecherin Margarete Nötzel gab es auch eine Entschuldigung dafür, dass das Geständnis erst so spät kam. «Ich wollte mich schon immer entschuldigen. Mein früherer Anwalt riet mir jedoch davon ab», habe Benji D. gesagt, erzählt Nötzel der Nachrichtenagentur DAPD. Der ehemalige Zürcher Schüler übergab einem Opfer zudem einen im vergangenen März abgefassten Brief, in dem er sich entschuldigte.
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Benji D. wiederholte vor Gericht im Wesentlichen das Geständnis, das er am 1. Juli 2009 - dem Tag nach der Tat - bei der Polizei gemacht hatte. «Ich hatte nicht den Eindruck, dass er das Ganze als Auftritt benutzte», sagt Nötzel. Er habe «glaubhaft und reuig» gewirkt. Der 18-Jährige sei während seiner Aussage sehr konzentriert und ruhig gewesen. Der Prozess findet weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil die Angeklagten zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.
Ob die anderen beiden Angeklagten, Ivan Z. und Mike B., ebenfalls ein Geständnis ablegen werden, ist noch offen. Laut Steffen Ufer, dem neuen Anwalt von Benji D., beraten die anderen beiden Anwälte derzeit darüber. Gerichtssprecherin Nötzel zufolge wirkt sich ein Geständnis «im Falle einer Verurteilung in jedem Fall strafmildernd aus».
Mitangeklagte unter Druck
Laut dem deutschen Rechtsexperten Andreas Homuth stehen die beiden Mitangeklagten nach dem Geständnis von Benji D. unter Druck. Nicht unter Druck, aber durcheinander brachte das überraschende Geständnis das Prozessprogramm. Eigentlich hätten heute die Plädoyers gehalten werden sollen. Gerichtssprecherin Nötzel teilte am Nachmittag mit, dass der Prozess am Dienstag in einer Woche weitergehen soll. Die Verteidiger der beiden anderen Angeklagten wollten dem Gericht noch vor dem nächsten Verhandlungstag sagen, ob es weitere Geständnisse geben werde. Das Gericht rechnet damit, am 11. November die Beweisaufnahme abzuschliessen. Am gleichen Tag sollen dann auch die Plädoyers gehalten werden.
Über Monate geschwiegen
Die drei ehemaligen Berufsschüler aus Küsnacht im Kanton Zürich sind des gemeinschaftlich versuchten Mordes und der schweren Körperverletzung angeklagt. Während der Klassen-Abschlussreise nach München Ende Juni 2009 sollen sie fünf Passanten grundlos brutal zusammengeschlagen haben. Zwei Opfer wurden dabei lebensgefährlich verletzt. Seit der Tatnacht sind die drei Angeklagten in Haft. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug. Auf Anraten ihrer Anwälte hatten sie seit Prozessbeginn im März im Gerichtssaal geschwiegen. Benji D. hat erst kürzlich seinen Anwalt gewechselt.
Gestern kündigte dieser an, Benji D. werde heute die Teilnahme an einer Körperverletzung gestehen. Sein Mandant habe sich nicht vorstellen können, dass jemand zu Tode käme und hatte keine Tötungsabsichten. Ufer sagte, er habe mit dem Rechtsvertreter des einen lebensgefährlich verletzten Opfers über einen Täter-Opfer-Ausgleich und Schmerzensgeld gesprochen. Einen Betrag nannte er jedoch nicht.
«Wie einen Mafioso verteidigt»
Vorwürfe erhob Ufer gegen seinen Berufskollegen, der den 18-Jährigen bis vor kurzem vertreten hatte: Er habe einen jungen Menschen, der bei der Polizei schon alles gestanden habe, «wie einen Mafioso» verteidigt.
(sda/rn)
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Alle 37 Kommentare































Entschuldigung?
Eine Entschuldigung sollte keinen Einfluss auf das Strafmass haben. Schliesslich hat er grundlos auf Menschen eingeprügelt. Ob er sich entschuldigt oder nicht, er hat es getan.
pech gehabt
eine fadenscheinige entschuldigung ändert doch gar nix, die taten sind begangen und das im vollen bewusstsein, da gibts nur eins - die höchststrafe!!
Entschuldigung?
Ich habe immer ein bisschen Mühe, wenn solche Täter sich entschuldigen. Erwarten diese Menschen tatsächlich, dass sie damit wirklich etwas gutmachen können? Ich kann mir vorstellen, dass in gewissen Fällen eine Entschuldigung noch zusätzlich verletzt. Ob Entschuldigung oder nicht, bestraft werden sie auf jeden Fall. Die Täter sind nach ein paar Jahren wieder frei, Ihre Opfer leiden wahrscheinlich ein Leben lang.