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München-Prügler
09. März 2010 14:02; Akt: 09.03.2010 16:49 Print
«Wie auf der Schulbank»
von Annette Hirschberg, München - Die Zürcher Jugendlichen Ivan Z., Benji D. und Mike B. sitzen offenbar lammfromm vor dem Münchner Richter. Sie wirken weder ent- noch angespannt. Ganz im Gegensatz zu ihren Eltern.
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Der Prozess gegen Ivan Z., Benji D. und den mutmasslichen Haupttäter Mike B. ist heute Morgen wieder aufgenommen worden. Informationen dringen kaum mehr zu den Medienschaffenden durch, nachdem es gestern Abend zum Eklat gekommen war. Der Anwalt von Mike B. hatte seinen Mandanten zum Schweigen geraten, weil zu viele Details des nicht-öffentlichen Prozesses an die Presse gelangten.
In diesem Saal der Staatsanwaltschaft München findet der Prozess statt. (Bild: Annette Hirschberg/20 Minuten Online)
Nur Gerichtssprecherin Margarete Nötzel informierte heute planmässig über den Prozessverlauf. Ein Prozess, den die Angeklagten offenbar mit einer gewissen Demut verfolgen. Sie wirken, sagte Nötzel, «wie auf der Schulbank». Weder machten sie einen besonders lässigen noch einen besonders angespannten Eindruck. Heftiger ist die Verhandlung für die anwesenden Eltern der Zürcher Prügler. «Die Eltern stehen unter erheblichem Druck.» Nötzel wollte dies nicht weiter präzisieren. Doch der Prozess ist für die betroffenen Eltern nicht einfach. Sie müssen mit ansehen, wie ihre Kinder jeweils mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt werden. Erst dort nimmt man ihnen die Fessel ab. Ein Polizeibeamter bleibt zudem während der gesamten Verhandlung im Saal präsent.
Schweizer Polizist sagte aus
Am heutigen Morgen wurden acht Polizisten, die als Zeugen auftreten, befragt. Darunter auch ein Kantonspolizist aus der Schweiz. Er musste über das Verhalten der Angeklagten Auskunft geben. Dies auf Grund ihrer Vorstrafen und ihrem Verhalten in der Schule. «Nichts hat auf eine solch schwere Tat hingewiesen», sagte der Kantonspolizist gemäss Gerichtssprecherin Nötzel. Ivan Z., Benji D. und Mike B. verweigerten weiterhin jede Aussage.
Am Donnerstag werden zudem acht Schweizer Schüler vor Gericht erwartet. Zuvor wird aber Opfer Wolfgang O., der von den Jugendlichen am heftigsten zugerichtet wurde, am Mittwoch vor Gericht aussagen. Er verfolgt als Nebenkläger seit Prozessbeginn die Verhandlung. Heute Dienstagnachmittag werden die drei Opfer aus dem Nussbaumpark vor dem Richter ihre Sicht des Tatablaufs darlegen. Auch Rettungssanitäter und Krankenpfleger sowie Eltern und Lehrer der Angeklagten werden im Verlaufe des mindestens sieben Tage dauernden Prozesses noch befragt.
Die Richter sind mit dem Prozessverlauf mittlerweile im Rückstand. Mit diversen Anträgen haben die Verteidiger der Schläger den Prozess verzögert. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Trotzdem sind gestern Details zum Fall in die Presse gelangt. Die Münchner Zeitungen «TZ», «Abendzeitung» und «Münchner Merkur» sowie die Münchner Ausgabe der Boulevardzeitung «Bild» berichteten am Dienstag gross und an prominenter Stelle über den Fall der jungen Zürcher Schläger.


























