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Münchner Prozess
24. August 2010 12:44; Akt: 24.08.2010 13:12 Print
Experte belastet Schweizer Schläger schwer
Ein Biomechaniker hat beim Prozess gegen die Küsnachter Schüler ausgesagt, dass die Jugendlichen mit «messbar massiver Wucht» auf ihre Opfer eingeschlagen haben.
Vor dem Münchner Landgericht ist am Montag der Prozess gegen die drei wegen Mordversuchs angeklagten Jugendlichen aus dem Kanton Zürich wieder aufgenommen worden. Dabei belastete ein Gutachter die drei Schüler schwer. Der Sachverständige für Biomechanik bezifferte die Kraft, mit der eines der Opfer am Kopf getroffen wurde, nach Gerichtsangaben mit 4000 Newton oder etwa 400 Kilogramm. Das Gesicht des Versicherungskaufmanns war durch die Schläge und Tritte geradezu zertrümmert worden.
Bildstrecken Küsnachter Schläger in München Infografik Die Blutspur der München-PrüglerDie ungefähre Zuschlagskraft gegen das Opfer errechnete der Gutachter auf Basis der ärztlich festgestellten Verletzungen. Der Experte ging von einem wahrscheinlichen Auftreffwinkel von 45 Grad und einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde aus.
Ein anderer Winkel könne das Ergebnis nur geringfügig ändern, erwiderte der Gutachter auf Frage der Verteidigung. Die Anwälte wollen von dem Biomechaniker bei der Fortsetzung der Verhandlung am 13. September weitere Berechnungen hören. Plädiert wird unter diesen Umständen voraussichtlich erst am 14. Oktober.
Die drei Schüler der Berufswahlschule Küsnacht ZH sollen während der Abschlussreise nach München fünf Passanten grundlos schwer misshandelt haben. Zwei Opfer wurden dabei lebensgefährlich verletzt, darunter der 47-jährige Versicherungskaufmann. Die Angeklagten schweigen seit Beginn der Verhandlung am 8. März zu den Vorwürfen auf Anraten ihrer Anwälte.
(sda)



























