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Kandidaten-Karussell
12. November 2008 13:42; Akt: 13.11.2008 15:21 Print
«Mit Blocher hat die SVP keine Chance»
von Marius Egger - Nur gerade 28 Tage dauert es bis zur Wahl des Nachfolgers von Bundesrat Schmid. Das Kandiatenkarussell dreht sich bereits heftig - und ein Kandidat spaltet dabei bereits wieder die Nation.
Die Zeit ist knapp. Bereits in knapp einem Monat, am 10. Dezember 2008, wählt die Bundesversammlung die Nachfolge von Samuel Schmid. Das Kandidatenkarusell läuft auf Hochtouren: Am lautesten schreit die SVP, die nach dem Konkordanz-Prinzip mindestens einen Bundesrat zugute hätte – sich aber nach der Abwahl ihres «Übervaters» Christoph Blocher am 12. Dezember 2007 gleich selber aus dem Bundesrat warf.
Für Mörgeli zählt nur Blocher
Ein Jahr später könnte es zum spektakulären Comeback-Versuch des SVP-Aushängeschilds kommen. Christoph Mörgeli jedenfalls betont bereits, dass für ihn ein guter Kandidat nicht gut genug ist, es brauche den besten. Und da fällt Mörgeli nur ein Name ein: Christoph Blocher. Auch für SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi wäre Blocher die beste Variante als Nachfolger von Samuel Schmid, er habe «bewiesen, dass er es kann».
Toni Brunner hält sich zwar bedeckt. Aber auch der SVP-Parteichef wollte den mittlerweile auch SVP-intern nicht mehr unumstrittenen Blocher als Kandidat nicht ausschliessen. Klar ist für die SVP: Sie will zurück in den Bundesrat. Nicht zuletzt, weil Blocher wohl geringe Chancen auf ein Bundesrats-Comeback hat, werden bereits weitere Namen möglicher Kandidaten gehandelt. So bringt die Schwyzer Kantonalpartei Auns-Präsident Pirmin Schwander schon offiziell ins Spiel.
Doch nicht nur die SVP will in den Bundesrat: Auch die Grünen haben seit längerer Zeit ihr Interesse an einem Sitz angemeldet. Laut Parteipräsident Ueli Leuenberger wird die Parteileitung die Situation in Sitzungen Ende kommender Woche analysieren und dann über eine allfällige Kandidatur entscheiden. Noch nennt Leuenberger allerdings keine Namen.
BDP verzichtet auf Kandidatur
Nicht ins Rennen steigen will die BDP. Laut Parteipräsident Hans Grunder werde man nicht für einen zweiten Sitz antreten. «Die Konkordanz muss hergestellt werden», so Grunder gegenüber 20 Minuten Online. BDP-Chef Grunder würde einen SVP-Kandidaten grundsätzlich unterstützen, «aber die SVP muss einen wählbaren Kandidaten bringen».
Das hat auch für die SP, CVP und die FDP oberste Priorität. In einer Medienmitteilung hält die SP fest, dass die SVP «grundsätzlich Anrecht» auf den frei werdenden Sitz habe. Man wolle aber Konkordanz nicht zu jedem Preis. Die SVP müsse Leute aufstellen, die sich zum Rechtsstaat und der Gewaltenteilung, aber auch zu den Verpflichtungen aus internationalen Verträgen bekennen würden.
Mit Blocher bleibt SVP draussen
Auch für CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay ist klar: «Die SVP hat eine mathematische Legitimität für den Bundesratssitz», erklärt er gegenüber 20 Minuten Online. Aber «die inhaltliche Legitimität muss sie erst beweisen». Im Klartext heisst das: Kommt die SVP mit einem Kandidaten, «der den bilateralen Weg untersützt», ist er auch für die CVP wählbar. Namen wollte Darbellay nicht nennen. Nur soviel: «Mit Blocher hat sie keine Chance.» Das glaubt auch FDP-Präsident Fulvio Pelli. Obwohl die SVP ein Anrecht auf den Sitz habe, gebe es Leute in der SVP, die im Parlament keine Mehrheit finden würden. Einen Namen nannte dabei Pelli: Christoph Blocher.
In einer Medienmitteilung teilte die SVP mit: «Bei einem freien Sitz im Bundesrat wird die SVP-Fraktion zur Ersatzwahl antreten. Entscheidend ist, dass der Kandidat das SVP-Gedankengut voll und ganz in die Regierung einbringen wird.» Die Frage lautet, ob Blocher für die SVP-Mehrheit dieser Mann ist.



























