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Schweinegrippe
05. November 2009 16:42; Akt: 05.11.2009 19:10 Print
«Der erste Todesfall in der Schweiz kommt bald»
von Lukas Mäder - Die Pandemie-Uhr tickt: Der Bund hofft, dass die Zeit noch reicht, um Risikogruppen zu impfen. Trotzdem werde die Schweinegrippe auch in der Schweiz bald das erste Todesopfer fordern, sagt Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit. Zwangsimpfungen seien aber trotzdem kein Thema.
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Ansteckungsgefahr oder Panikmache?
Die Schweinegrippe ist da, doch die Schweiz beginnt erst Mitte November mit der Impfung. Kommt diese nun zu spät?
Patrick Mathys: Wann genau die pandemische Welle losgeht, können wir nicht sagen. Wir hoffen nun, dass die Impfung nicht zu spät kommt und es noch reicht, die Risikogruppen (Kinder, Schwangere und Kranke, die Red.) zu schützen.
mit erhöhtem Komplikationsrisiko sowie keine Besuche von Patienten in Spitälern oder Bewohnern von Heimen. Nach Möglichkeit enge Kontakte im Haushalt vermeiden
a) die Symptome innert 7 Tagen nach Rückkehr aus einem Gebiet mit erhöhtem Expositionsrisiko für A(H1N1) auftraten, oder
b) die erkrankte Person engen Kontakt mit einem bestätigten Influenza A(H1N1) Fall hatte, oder
c) schwere Symptome auftreten, oder
d) ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht
Quelle: BAG
Warum kommt die Zulassung des Impfstoffs in der Schweiz Wochen nach der EU? War das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu bürokratisch?
Die Zulassung des Impfstoffs hat Swissmedic vorgenommen. Wir haben da keinen Einfluss.
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung will sich impfen lassen. Hat es das BAG verpasst, sie für eine Impfung zu sensibilisieren?
Mit der Impfung wollen wir primär die Risikogruppen schützen. In einer zweiten Phase können sich auch andere Personen impfen lassen. Die Impfbereitschaft wird sich mich dem Anrücken und der Ausbreitung der pandemischen Welle wahrscheinlich auch noch einmal verändern.
Ist eine Impfung gefährlicher, wenn man bereits an Schweinegrippe erkrankt ist?
Nein. Nicht impfen sollte man allerdings bei einer akuten Erkrankung, wenn die Grippesymptome also schon auftreten. Eine Impfung in der Inkubationszeit, also zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, erachten wir als unproblematisch für den Krankheitsverlauf.
Das medizinische Personal muss sich nicht impfen lassen. Warum verordnen Sie keine Zwangsimpfungen?
In der Schweiz ist so etwas nicht vorgesehen und macht unter den aktuellen Umständen auch keinen Sinn.
Heisst das, Zwangsimpfungen wären gesetzlich gar nicht möglich?
Der Bund hat keine gesetzlichen Grundlagen um eine Impfung flächendeckend für obligatorisch zu erklären. Allerdings haben die Kantone die Möglichkeit, dies zu verordnen. Aber dies wird in der Schweiz nicht einmal diskutiert. Wir wollen, dass die Leute sich aus Überzeugung impfen, nicht durch Zwang.
Die Bevölkerung ist verunsichert. Wie gefährlich ist denn nun die Schweinegrippe?
Da hat sich nichts verändert. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer saisonalen Grippe. In seltenen Fällen kommt es zu schweren Komplikationen. Besonders betroffen sind bei der Schweinegrippe aber Kinder und junge Erwachsene, und nicht wie bei der saisonalen Grippe die Personen über 65 Jahren.
Die normale Grippe ist ebenfalls im Anmarsch. Fördert das die Schweinegrippe?
Das ändert nichts. Wir wissen nicht, wieweit die pandemische Grippe die saisonale verdrängen könnte. In Südafrika gab es zwei Grippewellen, zuerst eine saisonale, dann eine pandemische. In Europa sieht es derzeit danach aus, dass praktisch ausschliesslich Viren der pandemischen Grippe zirkulieren.
Steigt das Risiko, dass das Schweinegrippe-Virus mutiert, wenn mehr Leute daran erkranken?
Grippeviren mutieren immer ein bisschen. Je mehr Viren nun zirkulieren, desto grösser ist das Risiko, dass eines zu einer aggressiveren Form mutiert. Das ist reine Statistik.
Das wäre ein zusätzliches Argument für eine Impfung.
Damit die Zirkulation des Virus unterbunden werden könnte, müssten praktisch alle geimpft werden. Bei der letzten Umfrage hätten sich rund 30 Prozent der Bevölkerung impfen lassen. Diese Zahl steigt nun möglicherweise noch ein bisschen. Schliesslich werden es zwischen 30 und vielleicht 50 Prozent sein, was aber schon sehr gut wäre. Die restlichen 50 Prozent sind jedoch immer noch ungeschützt, und das Virus kann genauso breit zirkulieren wie ohne Impfungen.
Die Impfung ist also wirklich hauptsächlich Schutz der Risikogruppen?
Mit der Impfung wollen wir jene schützen, bei denen die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass sie einen schweren Krankheitsverlauf haben, in Spitalpflege oder auf die Intensivstation müssen. Oder bei denen es zu einem tödlichen Ausgang der Krankheit kommen kann.
Droht der erste Schweinegrippe-Tote auch in der Schweiz?
Wo die Bevölkerungszahlen genügend gross sind, in Frankreich, Deutschland oder Italien, ist es schon zu Todesfällen gekommen. Statistisch gesehen sind wir auch in der Schweiz soweit, dass der erste Todesfall bald kommt. Das klingt bitter, wird uns als Epidemiologen aber nicht überraschen.
Die Schweiz hat 13 Millionen Dosen des Impfstoffs bestellt, braucht jetzt aber viel weniger. Haben Sie einen Fehler gemacht?
Zum Zeitpunkt der Bestellung gingen alle davon aus, dass zwei Dosen für eine Impfung nötig sein werden. Die Absicht war, 80 Prozent der Bevölkerung impfen zu können. So kamen wir auf die 13 Millionen Dosen, die 84 Millionen Franken gekostet haben. Jetzt impft man ausser bei den Kindern vermutlich ausschliesslich nur einmal.
Was geschieht mit den überzähligen Dosen?
Es kann eine zweite Welle kommen, bei der sich vielleicht zusätzliche Personen impfen lassen wollen. Zusätzlich können wir der WHO 10 bis 20 Prozent für Entwicklungsländer zur Verfügung stellen im Sinne einer globalen Solidarität. Denn wir sind in einer sehr privilegierten Situation. Bereits in Osteuropa haben einige Länder gar keine oder sehr bescheidenen Vorräte an Impfdosen. Dort gibt es eventuell auch die Möglichkeit über die Herstellerfirmen Impfdosen an andere Industrieländer zu verkaufen. Wir wollen diese Dosen sicher nicht wegwerfen.
Sie sprechen von einer zweiten Welle. Wann wird diese kommen?
Ob und wann eine weitere Welle kommt, kann derzeit niemand sagen. Vielleicht wissen wir mehr, wenn die erste Welle vorbei ist. Und im Sommer werden wir beobachten, was in der südlichen Hemisphäre passiert, wenn dort Winter ist. Wir haben bereits jetzt die Südhemisphäre als Modell genommen. Und jetzt sieht es danach aus, dass sich der Grippeverlauf auf der nördlichen Halbkugel eins zu eins wiederholt.
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Alle 82 Kommentare





























Interessant...........
Warten wir mal ab. Ich habe irgendwie das absolut todsichere Gefühl, dass es im Sommer eine Mutation derA H1N1 geben wird oder ein neuer plötzlicher GAU eines Virus geben wird...Auch dann werden schon bald sofort wieder Impfungen parat stehen.
Überlegt SELBER!
Ich kann es und will es nicht mehr verstehen, wieso einige Menschen, keinen Funken Verstand besitzen, um sich mal selber gedanken darüber zu machen! Wieso überlegt ihr nicht mal selber..!? Es ist nur GELDMACHEREI das ganze... Habt ihr denn noch nie über unser ganzes System nachgedacht...? Bitte lasst euch das GELD-System von neuem durch den Kopf gehen, bis euch das Licht angeht! Danke
Warum....
...sind unsere gehätschelten Pharmas nicht imstande rechtzeitig Impfstoff herzustellen? ...trifft es vor allem die Jungen? Die sind doch gegen alles geimpft, sterilisert, antibakteriell gereinig und keimfrei aufgewachsen?