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16. November 2009 11:07; Akt: 16.11.2009 11:32 Print
Mann stirbt nach Schweinegrippe-Impfung
Ein 55 Jahre alter Mann aus Thüringen ist etwa einen halben Tag nach der Impfung gegen Schweinegrippe gestorben. Die Hintergründe sind noch unklar.
Nach Informationen der Zeitung «Thüringer Allgemeine» hatte sich der Mann am Donnerstagmorgen impfen lassen und starb dann in der Nacht auf Freitag bei sich zu Hause. Über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten des Verstorbenen sei bislang nichts bekannt.
Schweinegrippe Impfung: Wer, wann und wo?:Die Organisation der Impfungen obliegt der einzelnen Kantone. Praktisch stündlich werden neue Informationen über das jeweilige prozedere in den Kantonen kommuniziert. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, sollen zunächst Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko immunisiert werden. Dazu gehören:
- Schwangere Frauen (Impfung empfohlen ab dem 2. Trimester) und Wöchnerinnen
- Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen
Erkrankung der Lungen, des Herzens oder der Nieren oder mit einer Störung
der Immunabwehr
- Frühgeborene Kinder, die während der Grippezeit unter 24 Monate alt sein
werden (ab dem Alter von 6 Monaten).
- Die Impfung ist auch für all diejenigen empfohlen, welche mit Personen mit
erhöhtem Komplikationsrisiko zusammenleben oder -arbeiten (z.B. Gesundheits-
und Krippenpersonal) einschliesslich das familiäre und berufliche Umfeld von
Säuglingen (unter 6 Monaten).
Nicht überall werden alle Risikogruppen sofort geimpft. Wer sich über das Prozedere in seinem Kanton informieren will, findet auf dieser Seite des BAG in der rechten Spalte aktuelle Hinweise.
Der zuständige Amtsarzt habe ihr zugesichert, dass ein möglicher Zusammenhang zu der Impfung gegen die Schweinegrippe untersucht werde, erklärte Taubert. Sie rechne im Lauf der Woche mit den Ergebnissen. Trotzdem rief Taubert die Bürger auf, sich gegen die sogenannte Neue Grippe impfen zu lassen: «Es ist aber wichtig, sich vorher mit dem Hausarzt über eventuelle Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen zu beraten», sagte die Gesundheitsministerin.
Zuvor hatte das Magazin «Focus» unter Berufung auf das Paul-Ehrlich-Institut berichtet, dass bis Anfang der abgelaufenen Woche bei 59 Personen Verdachtsfälle von unerwünschten Reaktionen nach der Schweinegrippe-Impfung gemeldet worden seien. Der jüngste Impfling mit Beschwerden war 16, der älteste 77 Jahre alt.
Am häufigsten wurden Lokalreaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung oder Schwellung und Allgemeinreaktionen, die bekanntermassen nach einer Impfung auftreten können (zum Beispiel Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Muskel- oder Gliederschmerzen, Übelkeit, Lymphknotenschwellung) genannt. In wenigen Fällen kam es zu schweren allergischen Reaktionen oder Kreislaufbeschwerden. «In keiner Meldung wurde über einen tödlichen Ausgang oder über einen bleibenden Schaden berichtet», hiess es weiter.
Impfung für Abgeordnete ab Ende November
Ausserdem wurde am Wochenende bekannt, dass von Ende dieses Monats an Bundestagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter gegen die Schweinegrippe geimpft werden sollen. Ein Sprecher des Bundestags bestätigte am Wochenende auf AP-Anfrage einen «Spiegel»-Bericht über eine entsprechende Hausmitteilung.
Der Parlamentsarzt führe die Impfungen der Abgeordneten durch, sofern sie gewünscht seien, sagte der Sprecher. Nach anfänglicher Zurückhaltung stieg die Impfbereitschaft der Bundesbürger angesichts der immer grösseren Verbreitung der Krankheit deutlich, wie aus Umfragen des Magazins «Focus» hervorgeht.
«Der Spiegel» berichtete, die Bundestagsmitarbeiter seien in der Hausmitteilung aufgerufen worden, sich werktags zwischen 09.00 Uhr und 13.00 Uhr im Sanitätsraum des nahe gelegenen Paul-Löbe-Hauses einzufinden. Die Impfung sei grundsätzlich «allen Personen» empfohlen, heisse es.
Zahl der Impfwilligen gestiegen
Bundesgesundheitsminister Philip Rösler appellierte zugleich in der «Welt am Sonntag» an die Bevölkerung, sich in Sachen Impfung in Geduld zu üben: «Es sollten jetzt wirklich zuerst diejenigen geimpft werden, die als medizinische Helfer gebraucht werden, und dann das Schlüsselpersonal wie Polizei und Feuerwehr und diejenigen, die ein höheres Risiko tragen, wie zum Beispiel chronisch Kranke.»
Einer Umfrage im Auftrag von «Focus» zufolge stieg die Zahl der Impfwilligen im November auf 21 Prozent, verglichen mit 14 Prozent im Oktober. Nicht impfen lassen wollen sich danach 67 Prozent (Oktober: 78 Prozent). Die Institute Polis-Sinus und usuma befragten 1012 beziehungsweise 1002 Bundesbürger.
(dapd)



























