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Schweinegrippe
18. November 2009 16:46; Akt: 18.11.2009 17:44 Print
«Der Peak ist noch nicht erreicht»
Wann können sich auch Nicht-Risikogruppen impfen lassen? Ist überhaupt genug Impfstoff vorhanden? Zu diesen und weiteren Fragen nahm das BAG heute Stellung.
Seit heute hat die Schweiz das erste A/H1N1-Todesopfer zu beklagen: Ein fast fünf Monate alter Säugling mit diversen Grunderkrankungen verlor den Kampf gegen das Virus.
BAG-Direktor Zeltner informiert ab 17:00 Uhr live. (Bild: Keystone) Empfehlungen an Erkrankte bei Grippesymptomen
mit erhöhtem Komplikationsrisiko sowie keine Besuche von Patienten in Spitälern oder Bewohnern von Heimen. Nach Möglichkeit enge Kontakte im Haushalt vermeiden
a) die Symptome innert 7 Tagen nach Rückkehr aus einem Gebiet mit erhöhtem Expositionsrisiko für A(H1N1) auftraten, oder
b) die erkrankte Person engen Kontakt mit einem bestätigten Influenza A(H1N1) Fall hatte, oder
c) schwere Symptome auftreten, oder
d) ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht
Quelle: BAG
Die Schweinegrippe breitet sich laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) immer weiter aus. Alleine in der letzten Woche stieg die Zahl der laborbestätigten Fälle auf 773 an.
Ein Grund für das BAG, die Impfung gegen A/H1N1 jetzt auch für die Gesamtbevölkerung anzubieten. Ab sofort können sich Impfwillige in den Kantonen Freiburg, Obwalden und Schaffhausen immunisieren lassen. Im Kanton Thurgau und im Kanton Zürich steht dieser Service ab morgen (Donnerstag) bereit.
20 Minuten Online begleitete die Stellungnahmen zur A/H1N1-Situation des BAG-Direktors Thomas Zeltner live.
Live-Ticker
Thomas Zeltner informiert über die aktuellen Ereignisse - er spricht gegenüber der Familie des ersten Schweinegrippe-Todesopfers sein Beileid aus.
Kinder unter sechs Monaten (sie dürfen nicht geimpft werden) sollen von Menschenmassen ferngehalten werden - der Kontakt soll eingeschränkt, die Hygienemassnahmen verschärft werden.
Nun soll möglichst viel Impfstoff an die Gesamtbevölkerung verteilt werden - heute wurden 600 000 Dosen Pandemrix, 240 000 Dosen Focetria und 500 000 Dosen Celtura ausgegeben. Bis Ende der Woche sollen noch 500 000 Dosen Pandemrix und weitere Celtura-Dosen hinzukommen.
Insgesamt erwartet man noch rund drei Millionen Impfdosen in der kommenden Woche.
Zehn Kantone werden heute (Mittwoch oder morgen mit der Impfung der ganzen Bevölkerung beginnen. Ab dem 23. November soll dies in der gesamten Schweiz möglich sein.
Nicht überall ist derzeit genügend Impfstoff verfügbar. Eine der Hauptschwierigkeiten: Die Verteilung. Man wusste nur aufgrund von Hypothesen, wie viel Impfstoff überhaupt benötigt wird.
Die Ärzte sind überlastet - teilweise kamen zwischen 20 und 30 Patienten zusätzlich auf die Praxen zu.
«Wir kommen in eine Phase der Normalisierung - wir sind besser versorgt als andere Länder im Vergleich, das ist für die Bevölkerung allerdings schwer verständlich», meint Zeltner.
Morgen informiert das BAG über den Stand der Epidemie. Weiterhin gibt es wenige Patienten, bei denen eine Intensivpflege nötig ist.
Häufig sind die Medien schneller, als das BAG informieren kann: «Die offiziellen Kanäle hinken den Medien hinterher», gibt Zeltner zu.
Die Zahlen auf der Südhalbkugel beweisen, dass die Schweinegrippe die saisonale Grippe abgelöst hat.
Ganz wichtig sei, dass die Risikopatienten sich unbedingt impfen lassen.
»Es ist und bleibt eine vergleichsweise moderate Erkrankung für die meisten Personen», meint Zeltner. Für viele erübrige sich deshalb ein Arztbesuch.
Es spricht Patrick Mathys, Sektionsleiter Pandemie-Vorbereitung im BAG:
«Es ist für die Ärzte keine Krise, aber eine grosse Herausforderung. Es kommt viel Arbeit auf die Ärzte zu».
(rre)



























