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Schweinegrippe-Impfung
24. November 2009 18:53; Akt: 24.11.2009 18:57 Print
Allergie-Schock durch Pandemrix
Nach der Impfung gegen das Schweinegrippe- Virus ist es bei zahlreichen Patienten in Kanada zu schweren allergischen Reaktionen gekommen. Die kanadischen Behörden mussten eine Impfstoff-Charge des Herstellers GlaxoSmithKline zurückrufen.
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat in Kanada eine Charge seines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe zurückgerufen. Das Mittel könne lebensbedrohliche Allergien auslösen, hiess es. Es würden Untersuchungen durchgeführt, nachdem es zu einer «ungewöhnlichen» Häufung von allergischen Reaktionen auf die Impfung mit dem Mittel Pandemrix gekommen sei, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag in Genf.
Schweinegrippe Impfung: Wer, wann und wo?:Die Organisation der Impfungen obliegt der einzelnen Kantone. Praktisch stündlich werden neue Informationen über das jeweilige prozedere in den Kantonen kommuniziert. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, sollen zunächst Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko immunisiert werden. Dazu gehören:
- Schwangere Frauen (Impfung empfohlen ab dem 2. Trimester) und Wöchnerinnen
- Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen
Erkrankung der Lungen, des Herzens oder der Nieren oder mit einer Störung
der Immunabwehr
- Frühgeborene Kinder, die während der Grippezeit unter 24 Monate alt sein
werden (ab dem Alter von 6 Monaten).
- Die Impfung ist auch für all diejenigen empfohlen, welche mit Personen mit
erhöhtem Komplikationsrisiko zusammenleben oder -arbeiten (z.B. Gesundheits-
und Krippenpersonal) einschliesslich das familiäre und berufliche Umfeld von
Säuglingen (unter 6 Monaten).
Nicht überall werden alle Risikogruppen sofort geimpft. Wer sich über das Prozedere in seinem Kanton informieren will, findet auf dieser Seite des BAG in der rechten Spalte aktuelle Hinweise.
Schweiz nicht betroffen
Die Schweiz ist vom Chargen-Rückruf nicht betroffen, wie Katrin Holenstein vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage sagte. Pandemrix ist zwar auch in der Schweiz zugelassen. Die zurückgerufene Charge stamme aber aus einer kanadischen Produktion.
In der Schweiz werden unerwünschte Impfstoff-Nebenwirkungen von Swissmedic überwacht. Bisher seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden, weder bei Pandemrix noch bei den beiden anderen Impfstoffen, sagte Mediensprecher Joachim Gross gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Abklärungen bei WHO
Die WHO klärt nun ab, «was in Kanada passiert ist». Die WHO- Empfehlungen zur Impfung gegen das Virus A (H1N1) blieben jedoch unverändert bestehen, sagte der WHO-Sprecher in Genf.
Vergangene Woche hatte die WHO erklärt, dass bei der Untersuchung der bislang weltweit 30 Todesfälle nach Impfungen gegen die Schweinegrippe kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Tod nachgewiesen worden sei. Verglichen mit den bislang mindestens 65 Millionen weltweit verabreichten Impfstoffdosen sei die Zahl der Todesfälle äusserst gering.
Ebenfalls untersuchen will die WHO Meldungen über Fälle von Resistenz gegen das Medikament Tamiflu bei Schweinegrippe-Patienten mit erheblich geschwächtem Immunsystem, wie die Organisation am Dienstag mitteilte. Fünf solcher Fälle wurden aus Grossbritannien gemeldet.
Ansturm in Frankreich
In Frankreich stürmen nach anfänglicher Skepsis die Franzosen jetzt die Zentren zur Impfung gegen die Schweinegrippe. Weil in den vergangenen Tagen viele Zentren überlastet waren und Impfwillige teils stundenlang warteten, will die Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot die Öffnungszeiten ausweiten.
Auch zusätzliches Personal werde für die gut tausend Zentren abgestellt, sagte sie im Sender France Info. Im Laufe der vergangenen Woche habe sich die Zahl der Franzosen, die pro Tag zur Impfung gingen, versiebenfacht. Allein am Samstag seien 70'000 Menschen geimpft worden.
Vor Beginn der landesweiten Impfkampagne am 12. November hatten in einer Umfrage fast drei Viertel der Franzosen erklärt, sie wollten sich nicht impfen lassen. In den ersten Tagen blieben die Impfzentren praktisch leer.
(sda)




























