Schweinegrippe

09. Juni 2009 18:56; Akt: 09.06.2009 19:04 Print

Die Welt steht am Rand einer Pandemie

Die Zahl der Infektionen mit dem Schweinegrippevirus nimmt weltweit rasant zu. Eine Pandemie steht laut WHO nun unmittelbar bevor. In der Schweiz wurden drei neue Erkrankungen in den Kantonen Zürich, Genf und Waadt bekannt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Somit stieg die Anzahl der Infektionen in der Schweiz auf 19 an. Bei den neuen Fällen handelt es sich um Reisende, die aus den USA zurückgekehrt sind, wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage sagte. Bei dem Fall aus Zürich fehle allerdings noch die Bestätigung vom Genfer Nationalen Zentrum für Influenza.

In Genf wurde das Virus bei einem Mann festgestellt, der aus New York zurückgekehrt war, wie der Kanton Genf mitteilte. Er und seine Familienmitglieder seien aufgefordert worden, während sieben Tagen - der Zeit der Ansteckungsgefahr - isoliert zuhause zu bleiben.

Von den 19 in der Schweiz erkrankten Personen handelt es sich bei 18 um Rückreisende aus Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Erst eine Person steckte sich im Inland mit der Schweinegrippe an. Wo dies geschehen konnte, ist nicht klar.

WHO verstärkt Pandemie-Massnahmen

Das Virus A/H1N1 verbreitet sich mittlerweile in Ländern ausserhalb Nordamerikas autonom. Nach WHO-Angaben sind unterdessen 26'563 Fälle in 73 Ländern bekannt. 149 Personen starben an den Folgen der neuartigen Grippe.

»Wir sind wirklich sehr kurz davor, eine Pandemie auszurufen», sagte Keiji Fukuda, WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt am Dienstag. Bevor die WHO den höchsten Pandemiealarm 6 ausrufe, wolle sie jedoch ihre Vorbereitungsmassnahmen verstärken.

Diese betreffen laut Fukuda die Medienkommunikation, die Produktion von Impfstoffen, die Bereitstellung antiviraler Medikamente und Richtlinien für Spitäler.

Symptome wie bei normaler Grippe

Die Symptome von Schweinegrippe sind ähnlich wie bei einer saisonalen Grippe: Fieber, Frösteln, Halsweh, Schnupfen, Muskelschmerzen, Kopfweh und Müdigkeit. Einige Erkrankte leiden auch unter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die Grippeexperten gehen davon aus, dass sich das Virus auf dieselbe Art wie herkömmliche Grippenviren überträgt: über Speichel- und Hustentröpfchen von hustenden oder niesenden Personen sowie durch Händekontakt.

(sda)