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Nicht zu stoppen
28. April 2009 14:34; Akt: 28.04.2009 15:55 Print
Die Schweinegrippe hat Asien erreicht
Die Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus: Nach Amerika und Europa wurde die Krankheit auch im asiatisch-pazifischen Raum und im Nahen Osten nachgewiesen. Derweil steigt in der Schweiz die Nachfrage nach Schutzmasken.
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Schweine-Grippe
In Europa bestätigte sich ein weiterer Fall: In Spanien wurde ein Patient in einem Krankenhaus in Valencia positiv auf das Virus getestet, wie Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez mitteilte. Der Zustand des Betroffenen sei aber nicht ernst. Den Angaben zufolge stand der Patient schon seit Montag mit 25 weiteren potenziell Erkrankten unter Beobachtung. Sie alle waren erst kürzlich von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt.
Thailändische Tierärzte nehmen eine Probe aus der Nase eines Schweines(Bild: Reuters/Chaiwat Subprasom)
Südkoreanische Gesundheitsbeamte nehmen eine Speichelprobe von einem Kleinkind, das am 28. April aus den USA kommend am Flughafen von Incheon angekommen ist. (Bild: Keystone)
Schutzmasken sind gefragt
Die Schweinegrippe beginnt das Verhalten der Bevölkerung zu beeinflussen. Migros und Coop meldeten am Dienstag eine leichte Zunahme der Nachfrage nach Schutzmasken.
Die Grossverteiler haben seit der Vogelgrippe viele Schutzmasken an Lager. Alleine in den Beständen der Migros lagerten über sieben Millionen Schutzmasken, wie Migros-Sprecher Urs Peter Naef auf Anfrage sagte. «In den vergangenen zwei Jahren waren die Schutzmasken nicht der Renner», sagte er und fügte hinzu: «Diese Woche spüren wir aber einen leichten Anstieg der Nachfrage.» Die Masken sind in allen grösseren Migros-Filialen erhältlich.
Ebenfalls eine leichte Zunahme der Nachfrage auf tiefem Niveau verzeichnete Coop. Der Grossverteiler will die Masken ab Mittwoch auch in kleineren Läden anbieten, wie Sprecherin Denise Stadler auf Anfrage sagte.
Die Schutzmasken sind auch in den Apotheken erhältlich, wie Marcel Wyler vom Schweizerischen Apothekerverband auf Anfrage bestätigte. Aktuelle Verkaufszahlen der Schutzmasken liegen dem Verband noch nicht vor. Das Grippemittel Tamiflu ist ebenfalls in Apotheken erhältlich, aber rezeptpflichtig. Wyler warnte davor, das Mittel ohne ärztliche Aufsicht einzunehmen. Es bestehe die Gefahr, dass bei falscher Einnahme Resistenzen entstünden. (ap)
Der erste Krankheitsfall in Spanien wurde am Montag bestätigt. Es war zugleich der erste Schweinegrippefall in Europa. Zwei anschliessend aus Schottland gemeldeten Schweinegrippepatienten geht es nach Angaben des britischen Premierministers Gordon Brown inzwischen besser.
In Frankreich gibt es insgesamt 20 Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Wie das Institut für Gesundheitsüberwachung (InVS) mitteilte, werden 20 Personen mit verdächtigen Symptomen untersucht. Bislang gibt es in Frankreich keinen bestätigten Fall der gefährlichen Krankheit.
Verdachtsfälle in neun EU-Staaten
Insgesamt gibt es Verdachtsfälle in mindestens acht weiteren EU-Staaten: in Deutschland, Österreich, Tschechien, Italien, Griechenland, Irland, Dänemark und Schweden. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou kündigte ein Treffen mit Vertretern von Pharma-Konzernen an. Generell rät die EU von Reisen nach Mexiko und in die amerikanischen Grenzgebiete dringend ab.
In Neuseeland sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens elf Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Dabei handelt es sich um Schüler und Lehrer einer Reisegruppe, die am Wochenende aus Mexiko zurückgekehrt war. Ausserdem gibt es dort 43 weitere Verdachtsfälle. Die Seuche erreichte damit den asiatisch-pazifischen Raum. Auch aus Südkorea wurde ein Verdachtsfall gemeldet. Weltweit wurden die Sicherheitsmassnahmen erhöht. Russland, Hongkong und Taiwan erklärten, Durchreisende mit Grippesymptomen würden sofort in Quarantäne eingewiesen.
WHO informiert über aktuelle Lage
In Mexiko sind allem Anschein nach schon 152 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Fast 2000 Verdachtsfälle werden zurzeit noch überprüft.
Die WHO signalisierte mit der Anhebung der Warnstufe, dass das Risiko einer weltweiten Epidemie, also einer Pandemie, deutlich gestiegen ist. Dies bedeute aber nicht, dass eine Pandemie unvermeidlich sei, betonte die Organisation. Der stellvertretende WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda räumte aber ein, dass eine Eindämmung derzeit kaum möglich sei, da das Virus sich bereits auf mehrere Länder ausgebreitet habe. WHO-Experten wollten am Nachmittag über den aktuellen Stand informieren.
In den USA stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungen auf rund 50, Todesfälle gab es dort vorerst noch nicht. US-Präsident Barack Obama zeigte sich besorgt über die Ausbreitung der Schweinegrippe, betonte aber, es gebe keinen Grund, Alarm zu schlagen. Die Ministerin für innere Sicherheit, Janet Napolitano, erklärte, die Gesundheitsbehörden bereiteten sich auf eine Pandemie vor, obwohl man davon ausgehe, dass diese nicht eintreten werden. Sechs bestätigte Erkrankungen gibt es bereits in Kanada.
Karte: Die Ausbreitung der Seuche
Sehen Sie sich H1N1 Schweinegrippe auf einer grösseren Karte an
Rosa: Verdachtsfälle / Lila: Bestätigte Fälle / Gelb: Negative Fälle
Symbole ohne Punkt: Todesfälle
(dapd)


























