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Grippe
23. Dezember 2009 23:06; Akt: 23.12.2009 23:20 Print
Doppelt geimpft schützt besser
Die Spritze gegen die saisonale Grippe verstärkt die Wirkung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe. Zu diesem Ergebnis kamen niederländische Forscher bei Versuchen mit Frettchen.
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Schweinegrippe
Es sei aber nicht so, dass bei der Impfung gegen die saisonale Influenza Antikörper gebildet werden, die auch eine Ansteckung mit der Schweinegrippe verhindern. Das schreiben die Wissenschafter im Journal «Science Translational Medicine» (Bd. 1, Artikel 12re1).
Impfung gegen die Schweinegrippe.(Bild: Reuters)
Immer weniger H1N1-Erkrankungen
Die Schweinegrippe schwächt sich in der Schweiz weiter ab. In der vergangenen Woche haben wiederum deutlich weniger Personen den Arzt wegen Grippesymptomen aufgesucht. Auch die Anzahl der bestätigten Fälle und der Hospitalisationen ist markant gesunken. 24'000 Personen sind vergangene Woche wegen Grippeverdachts zum Arzt gegangen, wie dem neusten Situationsbericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Mittwoch zu entnehmen ist. In der Woche davor waren es noch über 30'000. Auch die Anzahl bestätigter Fälle sank von rund 1300 auf 694.
Ins Spital eingewiesen wurden elf Personen - gegenüber 44 in der Woche davor. Insgesamt suchten damit seit Beginn der Überwachung mit dem Meldesystem Sentinella rund 223'000 Personen wegen Grippesymptomen den Arzt auf. In 12'305 Fällen bestätigte sich der Verdacht auf Schweinegrippe. 389 Personen mussten hospitalisiert werden, 72 brauchten Intensivpflege.
Auch international flaut die Schweinegrippe-Welle zusehends ab. In den meisten europäischen Ländern ist der Höhepunkt entweder erreicht oder bereits überschritten. Einzig in Zentral- und Südosteuropa nimmt die Grippeaktivität teilweise noch zu. In den USA und Kanada sowie in der südlichen Hemisphäre und in tropischen Regionen wird die Schweinegrippe nur noch schwach registriert.
Bei Frettchen handelt es sich um domestizierte Iltisse. Sie dienten den Forschern als Modellorganismen für Grippeinfektionen beim Menschen.
Infektion mit grosser Viren-Dosis
Das Team um Rino Rappuoli von der Erasmus-Universität in Rotterdam hatte die Impfreaktionen bei acht Gruppen mit je sechs Frettchen verglichen. Die Tiere aus sechs Gruppen bekamen eine Impfung gegen die saisonale Grippe der Saison 2008/09.
Vier Wochen später wurde ihnen ein Impfstoff gegen die Schweinegrippe injiziert. Dabei wurden zur Hälfte Impfstoffe mit und ohne Wirkstoffverstärker (Adjuvans) verwendet. Einen Monat nach der zweiten Impfung wurden die Tiere einer massiven Dosis Schweinegrippe-Viren ausgesetzt. Anschliessend wurde an Gewebeproben aus der Lunge untersucht, ob und wie stark sich die Frettchen infiziert hatten.
Den besten Schutz bot demnach eine Kombination der Impfungen gegen die saisonale und die Schweinegrippe, jeweils mit einem Adjuvans. Bei den so behandelten Tieren habe sich kein Virus im Lungengewebe gefunden. Diese Frettchen hatten zudem eine grosse Zahl von Antikörpern gebildet, schreiben die Forscher.
Aktivierung des Immunsystems
Das Phänomen gehe wahrscheinlich auf Zellen des Immunsystems zurück, die bei der ersten Impfung aktiviert werden. Basis für die verstärkte Immunisierung könnten etwa Abwehrzellen wie T-Zellen vom Typ CD4+ sein oder sogenannte B-Gedächtniszellen.
Die Abwehr von CD4-Zellen richtet sich gegen Proteinstrukturen von Grippeviren, die beständiger sind als die Merkmale der Virenhülle, die als Basis der jährlich neu kombinierten Grippeimpfstoffe dienen. Die B-Zellen sind Informations-Speicher für die Bildung von Antikörpern gegen eine bereits durchlebte Krankheit.
An der Studie waren Wissenschafter des Pharmakonzerns Novartis beteiligt. Die verwendeten Schweinegrippe-Viren (A/Netherlands/602/ 2009) stammten von einer Dreijährigen, deren Erkrankung der erste bestätigte Fall von Schweinegrippe in den Niederlanden war.
(sda)


























