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Schweinegrippe
12. November 2009 10:51; Akt: 12.11.2009 13:13 Print
Ein Dutzend Schweizer auf der Intensivstation
Die Schweinegrippe hat die Schweiz flächendeckend erreicht. Auf 1000 Arztkonsultationen entfielen letzte Woche 16,4 Verdachtsfälle. Das sind mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche.
Auch die Zahl der im Labor nachgewiesenen Grippeerkrankungen hat sich innert Wochenfrist verdoppelt. 12 Personen müssen sich auf der Intensivstation pflegen lassen. Wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag vor den Medien in Bern erklärte, steigt die Zahl der Grippefälle nunmehr seit drei Wochen rasant an. «Wir sind jetzt wirklich in der exponentiellen Wachstumsphase dieser Grippe-Epidemie», erklärte er.
Schweinegrippe Impfung: Wer, wann und wo?Die Organisation der Impfungen obliegt den einzelnen Kantone. Praktisch stündlich werden neue Informationen über das jeweilige Prozedere in den Kantonen kommuniziert. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, sollen zunächst Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko immunisiert werden. Dazu gehören:
- Schwangere Frauen (Impfung empfohlen ab dem 2. Trimester) und Wöchnerinnen
- Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen
Erkrankung der Lungen, des Herzens oder der Nieren oder mit einer Störung
der Immunabwehr
- Frühgeborene Kinder, die während der Grippezeit unter 24 Monate alt sein
werden (ab dem Alter von 6 Monaten).
- Die Impfung ist auch für all diejenigen empfohlen, welche mit Personen mit
erhöhtem Komplikationsrisiko zusammenleben oder -arbeiten (z.B. Gesundheits-
und Krippenpersonal) einschliesslich das familiäre und berufliche Umfeld von
Säuglingen (unter 6 Monaten).
Nicht überall werden alle Risikogruppen sofort geimpft. Wer sich über das Prozedere in seinem Kanton informieren will, findet auf dieser Seite des BAG in der rechten Spalte aktuelle Hinweise.
Was das heisst, zeigt der Blick auf die Statistik der letzten vier Wochen. in der Woche 42 wurden im Labor bloss 39 Fälle nachgewiesen. Eine Woche später waren es 112, zwei Wochen später 316. In der vergangenen Woche hat sich diese Zahl noch einmal mehr als verdoppelt auf 773 Fälle.
Fallzahlen steigen auch diese Woche
Die ersten Zahlen aus der laufenden Woche zeigen laut Mathys, dass die Kurve weiterhin stark ansteigt. Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Zählungen im Sommer 2556 Fälle im Labor nachgewiesen. Die Zahl der effektiv am Virus (H1N1) Erkrankten soll um ein Vielfaches höher liegen.
Wie Mathys weiter erklärte, sind mittlerweile praktisch alle Kantone betroffen. Eine Insel bildet einzig noch der Kanton Uri. Nach Alterskategorien aufgeschlüsselt, sind die jungen Menschen im Alter von 10 bis 19 Jahren am stärksten betroffen. Dahinter folgen die 20- bis 29-Jährigen.
Schweizweit mussten letzte Woche wegen der Grippe 15 Personen ins Spital eingewiesen werden. Seit Anfang Juli wurden insgesamt 48 Hospitalisationen gemeldet. Die meisten konnten das Spital wieder verlassen. Aktuell befinden sich 12 Personen in Intensivpflege.
Kein Grund zur Panik
Trotz der exponentiellen Epidemie-Entwicklung ist laut BAG keine Panik angezeigt. Der Verlauf der (H1N1)-Epidemie entspricht bislang dem Verlauf einer normalen saisonalen Grippe. Bislang gab es wegen H1N1 in der Schweiz keine Toten. In der Schweiz führt die saisonale Grippe jedes Jahr zu 1000 bis 5000 Hospitalisierungen und zu 400 bis 1000 Todesfällen.
Laut Virginie Masserey vom BAG kann die Epidemie zwar nicht mehr aufgehalten werden. Dennoch empfiehlt sie, die seit Wochen propagierten Massnahmen wie häufiges Händewaschen etc. anzuwenden. Damit könne man immerhin das Infektionsrisiko mindern und gefährdete Personen schützen.
(dapd)



























