Schweinegrippe

07. Januar 2010 11:47; Akt: 07.01.2010 12:49 Print

Pandemie in zwei bis vier Wochen ausgestandenPandemie in zwei bis vier Wochen ausgestanden

Die Schweinegrippe ist in der Schweiz am Abklingen. Der Bund rechnet damit, dass die Pandemiewelle in zwei bis vier Wochen vorbei sein dürfte - zumindest vorläufig. Andere saisonale Grippeviren sind derzeit nicht im Umlauf.

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Bisher starben in der Schweiz 15 Personen nachweislich wegen der Schweinegrippe, drei davon in der vergangenen Woche. Alle waren in fortgeschrittenem Alter und gehörten einer Risikogruppe an, wie Patrick Mathys, Leiter Pandemievorbereitung beim BAG, am Donnerstag vor den Medien in Bern sagte. 480 Menschen mussten ins Spital, 87 benötigten Intensivpflege.

Bis 1,5 Millionen Virusträger

Rund 300 Fälle wurden in der vergangenen Woche neu nachgewiesen, die Zahl der bestätigten Fälle lag bei 13 126. Rund 10 000 Personen gingen letzte Woche wegen Grippesymptomen zum Arzt. Insgesamt taten dies bisher ungefähr 260 000 Personen. Das BAG schätzt aber, dass insgesamt 1 bis 1,5 Millionen Menschen das Virus tragen.

Für eine abschliessende Bilanz sei es aber noch zu früh, sagte Mathys weiter. Das Bundesamt war im Sommer noch von rund 400 000 Arztbesuchen und rund 1000 Spitaleinweisungen ausgegangen.

Diese Zahlen müssten voraussichtlich nach unten korrigiert werden, sagte Mathys. Bei vielen sei die Krankheit so milde verlaufen, dass sie die Symptome kaum oder gar nicht wahrgenommen hätten. «Andere haben die Empfehlung befolgt, wegen der Ansteckungsgefahr nicht zum Arzt zu gehen.»

«Noch Platz für weitere Grippewellen»

Die Schweinegrippe ist laut BAG auf der gesamten Nordhalbkugel auf dem Rückzug. Entwarnung bedeutet dies aber nicht. «Die Saison lässt noch Platz für weitere Wellen, ob es nun die saisonale Grippe ist oder das H1N1-Virus», sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Impfungen beim BAG. H1N1 sei nach wie vor im Umlauf.

Wie andere Länder habe die Schweiz zu viele Impfdosen bestellt, auch weil pro Person zwei Spritzen beschafft worden seien, führte Masserey aus. Von den 13 Millionen bestellten Dosen seien 7,7 Millionen an den Bund geliefert worden, dieser verteilte 3 Millionen an die Kantone. 4,5 Millionen werden ins Ausland weitergegeben.

Der Bund bezahlt für den Impfstoff 84 Millionen Franken. Die Lagerung kostet 100 000 bis 200 000 Franken, wie Mathys ausführte. Wie viel die Kantone, die ebenfalls Impfdosen aufbewahren, dafür ausgeben, konnte er nicht sagen.

Das BAG geht davon aus, dass sich 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung gegen Schweinegrippe haben impfen lassen. Bei den Risikogruppen, dürfte die Quote bei 25 bis 30 Prozent liegen.

(sda)