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Schweinegrippe
05. November 2009 14:46; Akt: 05.11.2009 15:26 Print
Risikogruppe Nägelkauer
Ab 16. November soll die Impfkampagne für Risikogruppen anlaufen. Dazu gehören zum Beispiel Kranke oder das Pflegepersonal im Gesundheitswesen. Eine spezielle gefährdete Gruppe ging allerdings vergessen.

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Schweinegrippe-Impfung
Die Schweinegrippe hat die Schweiz erreicht, und laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) lässt sich die Pandemie nicht mehr verhindern. Virginie Masserey, Leiterin Sektion Impfungen des BAG, hat an der heutigen Medienkonferenz mitgeteilt, dass die Schweinegrippe-Impfstoffe ab dem 16. November in den Impfzentren der Kantone angeboten werden. Vorrang haben dabei Risikogruppen wie Schwangere und Kranke (
Das BAG empfiehlt für folgende Personen prioritär eine Impfung:
- Pflegepersonal im Gesundheitswesen und Personen, die in ihrem Beruf unter sechs Monate alte Säuglinge betreuen. Für die Kleinsten gibt es keinen zugelassenen Impfstoff.
- Schwangeren, vorzugsweise ab dem 4. Monat sowie Frauen im Wochenbett. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird von einer Impfung abgeraten.
- Kinder (ab sechs Monate) und Erwachsene (bis 64 Jahre) mit chronischen Krankheiten, die das Immunsystem beeinträchtigen (Immunsuppressiva).
- Frühgeborene Kinder, die in der Grippezeit unter 2 Jahre alt sein werden.
- Wer mit Risikopatienten oder sechs Monate alten Säuglingen im gleichen Haushalt lebt oder regelmässigen Kontakt mit diesen Personen hat.
Leidet jemand an einer Krankheit mit Fieber, sollte die Impfung verschoben werden. Menschen mit starker Allergie gegen Eiweiss von Hühnern oder andere Bestandteile des Impfstoffes sollten vor der Impfung einen Arzt konsultieren. Die zugelassenen Impfstoffe werden auf der Basis von Hühnereiern hergestellt.
Das Bundesamt für Gesundheit hat zudem einen elektronischen Fragebogen im Internet aufgeschaltet. Anhand von bis zu zwölf Fragen kann man prüfen, ob eine Impfung gegen die Schweinegrippe und die saisonale Grippe nötig wäre. Hier geht es zum Impf-Check.
Nägelkauer präventiv impfen
An eine ziemlich grosse Risikogruppe, deren Mitglieder sich besonders schnell mit dem A/H1N1-Virus anstecken könnten, hat niemand gedacht: die Nägelkauer. Das stimmt freilich nicht ganz: Es hat nämlich doch jemand an sie gedacht. Das Institute for Pathological Onychophagy (IPO) im niederländischen Venlo, das sich wissenschaftlich mit den gesundheitlichen Folgen des Nägelkauens (Onychophagie) befasst, tritt laut der niederländischen Zeitung «De Telegraaf» dafür ein, diese Risikogruppe ebenfalls präventiv zu impfen.
Wer jetzt denkt, das sei nun doch ein wenig übertrieben, der sollte sich zuerst die Argumente des IPO-Direktors anhören. Alain-Raymond van Abbe weist darauf hin, dass Grippeviren durch einen Händedruck oder bei der Berührung von Objekten wie Türklinken oder Telefonhörern übertragen werden. Das gilt natürlich auch für die A/H1N1-Viren, die Verursacher der Schweinegrippe. «Deshalb wird ja auch überall empfohlen, sich regelmässig die Hände zu waschen», erklärt Van Abbe. Da die Nägelkauer immer wieder ihre Finger in den Mund stecken, gehöre diese umfangreiche Gruppe — in den Niederlanden sollen es gemäss Van Abbe etwa zwei Millionen Personen bei einer Gesamtbevölkerung von rund 16 Millionen sein — ganz sicher zur Risikogruppe.
«Erhöhtes Risiko nicht nachgewiesen»
Dem widerspricht der Rotterdamer Virologe A. Osterhaus. Er sagte dem «Telegraaf», die Nägelkauer gehörten nicht zu den anerkannten Risikogruppen, weil «nicht nachgewiesen ist, dass Nägelkauen zu einem erhöhten Gripperisiko führt.» Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe diese Gruppen sehr sorgfältig definiert; und Onychophagie allein führe nicht zu einer Ansteckung, so der Virologe.
Pathologische Onychophagie
Unter pathologischer Onychophagie versteht man das andauernde und oft zwanghafte Nägelkauen, das in schweren Fällen zu grossen Wunden und Schädigungen des Nagelbetts oder sogar der Finger selbst führen kann. Es handelt sich um eine nur schwierig zu überwindende Impulsstörung, bei der ein Verhalten — oft unbewusst — ständig wiederholt wird. Pathologische Onychophagie gilt als eine Form der Automutilation (Selbstverstümmelung), die behandelt werden sollte.
(dhr)


























