Schweinegrippe

18. November 2009 08:55; Akt: 18.11.2009 13:11 Print

Verstorbener Säugling litt an ImmunschwächeVerstorbener Säugling litt an Immunschwäche

Die Schweiz hat ihr erstes Schweinegrippe-Todesopfer: In Basel-Landschaft ist ein fünf Monate alter Säugling am Virus gestorben. «Wenn jetzt jemand an Grippe erkrankt, dann sehr wahrscheinlich an Schweinegrippe», warnt der Pandemie-Chef des BAG.

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Beim ersten Schweinegrippe-Todesopfer in der Schweiz handelt es sich um einen viereinhalb Monate alten Knaben, teilte am Mittwochmorgen der Baselbieter Kantonsarzt mit. Das Baby befand sich seit einiger Zeit in ärztlicher Behandlung. Nachdem am Freitag eine Besserung festgestellt worden war, verschlechterte sich der Zustand am Samstag rapide. Der Hausarzt hatte dem Kind Antibiotika verabreicht, da er einen Harnweginfekt diagnostiziert hatte. Da sich der Gesundheitszustand trotzdem weiter verschlechterte, wurde der Säugling am Sonntag notfallmässig ins Spital eingeliefert. Zuvor kam es laut Kantonsarzt bereits zum Atemstillstand. Der Vater und der Grossvater reanimierten den Kleinen, bis schliesslich die Rettungssanität eintraf. Der Tod des Babys konnte trotz diesen beherzten Bemühungen nicht verhindert werden.

Baby litt unter Herzfehler und Immunschwäche

Der Verlauf des Infekts verschlimmerte sich, weil das Kind eine Kiefer-Gaumenspalte hatte. Dies erschwerte dem Baby die Atmung und das Schlucken. Zudem litt es an einem leichten Herzfehler sowie einer Immunschwäche. Der Säugling wurde zu Hause betreut, die Eltern saugten ihm regelmässig Schleim aus dem Atemwegen, um ihm die Atmung zu erleichtern. Die Todesursache ist laut Obduktion eine schwere Lungenentzündung gewesen. Die übermässige Schleimbildung in den Atemwegen hat laut Kantonsarzt vermutlich zum Erstickungstod des Knaben geführt. Bis zuletzt sei nicht klar gewesen, dass der Junge mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert worden war.

Das Kind sei nicht geimpft gewesen, weil dies erst ab einem Alter von sechs Monaten möglich sei, sagt der Kantonsarzt weiter.

Fast keine normalen Grippeviren im Umlauf

Patrick Mathys, Pandemie-Chef des BAG warnt: «Das wird nicht der letzte Todesfall sein, die Pandemie zieht jetzt durch die Schweiz.» Derzeit seien praktisch keine saisonalen Grippeviren im Umlauf: «Wenn jetzt jemand an Grippe erkrankt, dann sehr wahrscheinlich an Schweinegrippe.» Er ruft die Bevölkerung auf, im Alltag einfache Hygienemassnahmen zu befolgen.

Schweinegrippe-Welle in der Schweiz

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte letzte Woche von einer rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe berichtet. Die Zahl der laborbestätigten Fälle war in der vorangegangenen Woche auf 773 gestiegen, was einer Verdoppelung im Vergleich zur Vorwoche entsprach. Das BAG sprach von einer «exponentiellen Wachstumsphase».

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einer letzten Bilanz vom vergangenen Freitag von über 206 Ländern und Territorien mit laborbestätigten Schweinegrippefällen berichtet, darunter mehr als 6250 Todesfälle.

(am/sda/dapd)