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Das Aus für die Lunge
23. Dezember 2009 12:19; Akt: 23.12.2009 16:26 Print
Woran Schweinegrippeopfer sterben
Warum sterben Menschen an der Schweinegrippe? Um das herauszufinden, haben brasilianische Mediziner 21 verstorbene Patienten detailliert obduziert.

(Bild: AFP)
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Den Forscher zeigte sich ein einheitliches Bild – zumindest fast: Alle starben an schweren Lungenschäden; allerdings liessen sich drei Verläufe der Krankheit unterscheiden. Bei Menschen, die an einer Herzkrankheit oder Krebs litten, sei es häufig zu einer tödlichen Folgeinfektion mit Bakterien gekommen. Das berichten die Wissenschaftler im «American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine».
Schweinegrippe geht weiter zurückDie Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen in der Schweiz geht weiter zurück. In der vergangenen Woche wurden noch 694 laborbestätigte Fälle einer H1N1-Infektion gezählt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte. In der Vorwoche waren es etwa 900 Fälle gewesen. Insgesamt wurden durch die Sentinel-Überwachung letzte Woche rund 324 Arztkonsultationen pro 100.000 Einwohner verzeichnet, was hochgerechnet auf die ganze Schweiz etwa 24.000 Konsultationen entspricht.
Bisher starben in der Schweiz neun Personen an der Schweinegrippe. 389 Patienten mussten hospitalisiert werden und 72 von ihnen brauchten Intensivpflege. Das BAG weist darauf hin, dass die Grippeaktivität in Zentral- und Südosteuropa teilweise noch zunehme. Die meisten europäischen Länder befänden sich aber auf dem Höhepunkt der Grippewelle oder hätten diese ebenfalls bereits hinter sich. (AP)
Zusätzlich zu einer antiviralen Therapie sei deshalb bei solchen Patienten auch eine antibakterielle Therapie nötig. Zudem sei eine vorsorgliche künstliche Beatmung zu empfehlen.
Studien zuvor hatten bereits gezeigt, dass Patienten mit tödlichem Infektionsverlauf vor allem an Atemschwierigkeiten litten, während bei anderen Schweinegrippe-Kranken meist Fieber, Husten und Muskelschmerzen die stärksten Symptome sind.
21 Menschen obduziert
Die Mediziner um Thais Mauad obduzierten nun 21 Menschen zwischen einem und 68 Jahren, die im Juni und Juli 2009 an der Schweinegrippe gestorben waren. 16 Patienten litten unter Vorerkrankungen - etwa Herzproblemen oder Krebs.
Bei der Analyse von Lungengewebe wurden drei histologische Befunde unterschieden: die weitläufige Schädigung der Lungenbläschen, ein lokales Absterben entzündeten Gewebes und Blutungen in den Bronchien.
Zudem wiesen die Mediziner nach, dass bei einigen Patienten in der Lunge massiv sogenannte Zytokine ausgeschüttet worden waren. Diese Proteine wiesen auf eine überschiessende Reaktion des Immunsystems hin, die den tödlichen Verlauf der Infektion mitverursache, erläutern die Mediziner.
(sda)


























