Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Abgeblitzt
01. Juni 2010 13:14; Akt: 13.09.2010 11:12 Print
Den C-Ausweis gibts auch ohne Landessprache
Der Nationalrat forderte, Ausländern nur noch dann eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen, wenn sie eine der Landessprachen genügend beherrschen. Der Ständerat lehnt das ab.
Es war ein abenteuerlicher Zusammenhang, den Nationalrat Lukas ReimannDas Parlament
Lukas Reimann
SVP, SG
auf MerklisteDetails (SVP/SG) in seiner Motion zog: Wer mangelnde Kenntnissen einer Landessprache aufweist, neige zu Gewaltdelikten. Was von der grossen Kammer noch durchgewunken wurde, lehnte bereits die vorberatende Kommission des Ständerates ab – die kleine Kammer folgte ihr mit 24 zu 9 Stimmen.
Konkursprivileg: Löhne von über 126 000 Franken sollen bei Konkursen nicht mehr zu Lasten der anderen Gläubiger privilegiert werden. Sie sollen fortan kein Konkursprivileg mehr geniessen. Der Ständerat hat am Dienstag diesen Vorschlag aus dem Nationalrat mit 31 zu 0 Stimmen gutgeheissen. Die Vorlage kommt nun in die Schlussabstimmung.
Kantonsverfassungen: Der Ständerat hat Verfassungsänderungen aus den Kantonen Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, St. Gallen und Zug abgesegnet.
Konkursrecht: Stillschweigend hat die kleine Kammer die Behandlungsfrist für eine Parlamentarische Initiative von Filippo Lombardi (CVP/TI) zum Konkursrecht verlängert. Sie verlangt, dass börsenkotierte Gesellschaften und Konzerne im Konkursfall gegenüber ihren Gläubigern besser geschützt werden und so die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit erleichtert wird.
Pädophilie: Stillschweigend hat der Ständerat die Behandlungsfrist für eine Baselländer Standesinitiative verlängert, die das Strafmass für den Konsum und den Vertrieb von Kinderpornografie heraufsetzen will.
Kantone sollen zuständig bleiben
Wie Alain BersetDas Parlament
Alain Berset
SP, FR
auf MerklisteDetails (SP/FR) sagte, ist sich die vorberatende Kommission der grossen Bedeutung der Sprachkenntnisse für die Integration bewusst. Bereits heute könnten die Kantone die Aufenthaltsbewilligung aber an die Bedingung knüpfen, dass die antragsstellende Person einen Sprach- oder Integrationskurs besuche.
Die Kantone hätten es damit in der Hand, die Kenntnis einer Landessprache zu fördern und fordern. Hingegen sei die Kommission dagegen, dass diese Kompetenz künftig beim Bund zentralisiert werden solle.
Nicht zuletzt lehnten zahlreiche Ständeräte die Motion von Lukas Reimann (SVP/SG) auch aus formalen Gründen ab. Der Nationalrat habe die Motion im Rahmen der ausserordentlichen Migrationsdebatte in der Frühjahrssession gar nicht richtig beraten, kritisierten Ständeräte aus allen politischen Parteien.
Unzufriedene Ständeräte
Selbst der Onkel des Motionärs, Ständerat Maximilian ReimannDas Parlament
Maximilian Reimann
SVP, AG
auf MerklisteDetails (SVP/ AG) räumte ein, dass der Nationalrat oft keine Begründung liefere. Nach Ansicht von Christine EgerszegiDas Parlament
Christine Egerszegi
FDP, AG
auf MerklisteDetails (FDP/AG) wird die zweite Kammer so zur Erstkammer, was nicht befriedigen könne.
In der Folge lehnte der Ständerat sieben von 11 weiteren Vorstössen der nationalrätlichen Migrationsdebatte ab - meist stillschweigend. Eine Reihe weiterer Vorstösse aus der Migrationsdebatte des Nationalrats wird der Ständerat erst in der zweiten Sessionshälfte beraten.
Bereits abgelehnt wurde die Forderung, Imame in der Schweiz streng zu kontrollieren. Ginge es nach dem Nationalrat sollten die Imame nur noch eine Bewilligung erhalten, welche die Einhaltung der Rechtsordnung und der verfassungsmässigen Grundrechte anerkennen. Abgelehnt wurde auch der Antrag, die Visumspflicht für Menschen aus Taiwan aufzuheben.
Angenommen wurde dagegen die Motion von Philipp MüllerDas Parlament
Philipp Müller
FDP, AG
auf MerklisteDetails (FDP/AG), die sogenannte Empfangsstellenhaft zu verlängern. Diese spezielle Ausschaffungshaft wird vom Bundesamt für Migration dann verfügt, wenn der Wegweisungsentscheid in einer Empfangsstelle eröffnet wird und dessen Vollzug absehbar ist. Zurzeit kann diese Haft höchstens 20 Tage dauern, was zu kurz ist, um etwa ein Dublin- Rückübernahmeverfahren durchzuführen.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 91 Kommentare





























C-Ausweis
Das wäre ja die minimste Auflage für den C-Ausweis. Ohne Kenntnis einer Landessprache sollte es diesen richtigerweise nicht geben. Leider hat der lahme Ständerat wiedereinmal eine grosse Chance vertan um unser Ausländerproblem etwas zu entschärfen.
Luxus-Auslaender Problem
An Schweizer: Schweiz hat ein Luxus-Auslaender Problem: man mag Auslaender nicht, aber Geld von ueberall will man trotzdem
Linker Ständerat
Der Ständerat verkommt zu einer Softiekammer die an den Interessen des Schweizer Volkes vorbeipolitisiert. Dafür lassen sich die Damen und Herren von jenen Interessengruppen umgarnen.
Bildungslücke
Im Ständerat sitzen 46 Politiker, davon sind 12 Links. Informieren Sie sich doch mal...
Normal
Wir verschenken ja auch CH-Pässe an Personen die nicht einmal eine der vier Landessprachen beherrschen. Sowas gibt es nur in der Schweiz!