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Entscheid mit Folgen
15. September 2011 10:57; Akt: 15.09.2011 11:39 Print
Ständerat will Streumunition verbieten
Ohne Gegenstimme hat die kleine Kammer entschieden, das Verbot von Streumunition zu ratifizieren. Damit müsste die Armee alte Munition für Millionen entsorgen – und neue «Smart Munition» anschaffen.

Aktivisten stehen im September 2011 in einem Camp im Libanon um Streumunition herum. (Bild: Keystone)
Der Bundesrat soll das internationale Übereinkommen über das Verbot von Streumunition ratifizieren. Das hat der Ständerat mit 27 gegen 0 Stimmen entschieden. Verboten werden sollen auch die direkte und indirekte Finanzierung von verbotenem Kriegsmaterial.
Infografik Kampfmittelbeseitiger VideoDie Konvention untersagt Verwendung, Entwicklung und Produktion von Streumunition. Die Schweiz hat sie als einer der ersten Staaten 2008 unterzeichnet. Mit der Ratifizierung verpflichtet sie sich unter anderem dazu, ihre Streumunitionsbestände innerhalb von acht Jahren zu vernichten.
Bisher 109 Staaten haben das Abkommen unterzeichnet. 61 haben es ratifiziert. Es sei der Anfang eines weltweiten Verbots, sagte Bruno Frick (CVP/SZ), Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, am Donnerstag. Denn Staaten wie Russland, USA, China, Indien, Brasilien und Israel hätten sich nicht angeschlossen.
Präzisierungen zur Finanzierung
Präzisiert hat der Ständerat auf Empfehlung der vorberatenden Kommission, was als direkte und indirekte Finanzierung gelten soll. Laut Frick übernahm die Kommission dabei die Definitionen des Bundesrates.
Gemäss dem Bundesrat gilt das Verbot der indirekten Finanzierung dann, wenn die indirekt finanzierten Handlungen der Umgehung des Verbotes der direkten Finanzierung dienen.
Als direkte Finanzierung gelten laut Bundesrat etwa Kredite, Darlehen und Schenkungen. Als indirekte Finanzierung gilt insbesondere die Beteiligung an Gesellschaften, die verbotenes Kriegsmaterial entwickeln, herstellen oder erwerben.
Das Risiko, dass Gutgläubige unwissentlich indirekt verbotenes Kriegsmaterial mitfinanzieren, ist laut dem Kommissionspräsidenten klein. Praktisch alle europäischen Staaten träten dem Abkommen bei, sagte Frick. Aktienkäufe in den USA würden meist auf Vermittlung von Banken getätigt, und diese hätten eine Sorgfaltspflicht.
Damit die Schweiz das Abkommen ratifizieren kann, muss das Kriegsmaterialgesetz geändert werden. Der Ständerat hiess die Anpassungen ebenfalls oppositionslos gut. Die Vorlage geht nun an den Nationalrat.
Einschneidende Folgen
Die Schweiz ist im Besitz von Artilleriemunition, die unter das Verbot fällt: Es handelt sich um Kanistergeschosse, deren Beschaffung in den 80er- und 90er-Jahren 652 Millionen Franken gekostet hatte.
Für die Artillerie hat das Übereinkommen laut Frick einschneidende Folgen. Künftig wäre ihr nur noch so genannte Smart Munition erlaubt, die sich selbst zerstört und deshalb keine Blindgänger hinterlässt. Weil die Artillerie aber kaum über solche Munition verfüge, würde sie «praktisch kastriert», wie Frick sagte.
Der Ständerat bestellte deshalb beim Bundesrat einen Bericht über die Zukunft der Artillerie und namentlich zur Frage, mit welcher Munition sie künftig ausgerüstet werden soll. Ein entsprechendes Postulat der vorberatenden Kommission überwies er stillschweigend.
Die Schweizer Lager an künftig verbotener Streumunition sollen im Inland zerstört werden. Laut Aussenministerin Micheline Calmy-Rey kostet das insgesamt 25 bis 35 Millionen Franken. Etwa 70 Prozent der Munition seien in den kommenden 10 bis 15 Jahren ohnehin am Ende der Lebensdauer angelangt.
(sda)
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Alle 14 Kommentare






























Was wollen wir schon mit Bomben?
Streumunition ist für eine Flächendeckende Bombardierung. Für die Schweiz undenkbar. Krieg hat heute eine ganz andere Dimension erhalten - Terrorismus. Auf dem müssen wir heute aufbauen, dann macht unsere Armee Sinn
unsere stolze armee
aus welchem grund wird überhaupt neue munition angeschafft? damit die soldaten in der ausbildung und wks schön alle damit rumballern können? und wen bitte schön wollen wir damit beschiessen? bis die zum einsatz kommen würden ist die munition eh futsch.. das geld sollte überall sonst sinnvoller eingesetzt weren!
Gescheiter werden erlaubt!
Wo sind alle die Feinde, die ein solches Handeln noch rechtfertigen würden??
Blödsinn
So ein Blödsinn, zuerst hat man Millionen in die Entwicklung solcher Dinger gesteckt und jetzt will man diese verbieten. Sowas gehört zu einem richtigen Krieg!
Streumunition
Weisst du überhaupt was die anrichten? Viele der Dinger explodieren nicht nach dem Abwurf und dann hebt ein Kind so ein Teil auf und boom!!!