14. November 2007 15:10; Akt: 14.11.2007 22:12 Print

Sexskandal: Keine Keuschheitsgürtel für die SpielerSexskandal: Keine Keuschheitsgürtel für die Spieler

Der FC Thun versucht im lockeren Training zur Normalität zurückzufinden. Angesichts von zwei Dutzend Journalisten, laufenden Ermittlungen und einem geknickten Trainer mehren sich die Zweifel, ob das so schnell gelingt.

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Auf Geheiss der Vereinsleitung wird der Trainings- und Spielbetrieb des FC Thun ungeachtet der schweren Vorwürfe gegen einige der Spieler weitergeführt. Am Morgen ist das erste für heute anberaumte Training auf dem Kunstrasenplatz neben dem Stadion durchgeführt worden. Als wäre nichts gewesen, sind die Fussballer pünktlich um neun auf den Platz marschiert und haben unter der Leitung von Trainer René Van Eck ihre Trainingseinheiten absolviert.

Wohl aber mit mehr Publikum als sonst an einem derart nasskalten Morgen während der Woche. Rund zwei Dutzend Journalisten, Übertragungswagen und Kameras säumten den Trainingsplatz, in Erwartung des einen oder anderen Interviews mit den Spielern.

Maulkorb für die Spieler

Diese jedoch reden nicht mit den Reportern, haben einen Maulkorb gekriegt, verziehen sich nach dem Training schnell und wortlos in die Umkleidekabine. Lediglich Trainer René Van Eck und Vereinspräsident Kurt Weder bleiben nach dem Training auf dem Platz und beantworten unter Aufsicht des Medienverantwortlichen die Fragen der Reporter.

Van Ecks Standardsätze

Viel ist auch ihnen nicht zu entlocken. Van Eck macht einen äusserst geknickten Eindruck, lässt die Journalisten jedoch mit den eingeübten Standardsätzen eines Profifussballtrainers («Ich lese die Zeitungen nicht», «Jedes Spiel ist ein schweres Spiel», «Wir wollen die nächsten zwei Cup-Spiele gewinnen») abblitzen.

Kein Keuschheitsgürtel für die Spieler

Etwas mehr unter Druck steht Präsident Weder. Unermüdlich betont er, es sei niemand verhaftet worden, «lediglich Befragungen» habe es gegeben. Mit einem zerknitterten und abgenutzten Spickzettel in der ständig geballten Faust lässt er den medialen Spiessrutenlauf über sich ergehen. Nein, man werde keine Keuschheitsgürtel für die Spieler einführen. Ja, der Imageverlust sei gross, aber nur vorübergehend. Übermorgen sei das ganze doch ausgestanden. Ja, er wisse, welche Spieler befragt worden seien. Nein, er sage es nicht. Man müsse doch nun erst die Untersuchungsergebnisse abwarten, dann schaue man weiter.

Der Spiessrutenlauf geht weiter

Um drei Uhr nachmittags findet das nächste Training statt. Einige der Journalisten, die teils von weit her gekommen sind, werden wieder auf die beiden warten. Abwarten, ob die «Das ist jetzt nicht die ganz grosse Katastrophe»-Strategie des Präsidenten sich angesichts der geworfenen Wellen ändert. Abwarten, ob vielleicht doch einer der Spieler etwas sagt, was er nicht dürfte.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

Video: FC-Thun-Präsident Weder: Keine Keuschheitsgürtel für die Spieler

(Video: Maurice Thiriet, 20minuten.ch)

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  • sarah connor am 20.11.2007 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    schlüsselkinder

    Heutzutage sind viele Eltern kaum zuhause und die Kinder sind sich selber überlassen. Kunststück passieren solche Sachen wenn die heutigen Kids ständig sie vom TV, MSN und Internet "betreut sind weil niemand für sie Zeit hat!! Wir sollten vielleicht unser System in Frage stellen anstatt anzuprangern

  • Sigi Huber am 20.11.2007 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Mädchen

    In Anbetracht dieser Story sollten die Namen der Acht Angeschuldigten auch veröffentlicht werden. S.H.

  • Wälchli Markus am 17.11.2007 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wo waren die Eltern

    Alles spricht von den fehlbaren Spielern, aber wo waren denn die Eltern dieses Mädchens?! Ist es möglich, dass eine 15 Jährige Tochter mit so vielen Männern Sex hat ohne dass die Eltern etwas merken?