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Schweizer Politik
19. April 2011 09:42; Akt: 27.04.2011 09:43 Print
Tschernobyl-Effekt gab den Grünen Auftrieb
Die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 hat, zusammen mit der Waldsterben-Debatte und dem Chemieunglück von Schweizerhalle, das Umwelt-Bewusstsein in der Öffentlichkeit geschärft.
Bildstrecke: Tschernobyl und die Schweiz
Die politische Ernte konnten die Grünen einfahren. Die Grüne Partei, die sich 1983 gebildet hatte, und die linken «Bündnis»-Grünen, konnten 1983 bis 1986 bei kantonalen Wahlen zusammen 77 Parlamentssitze hinzugewinnen. Die Grünen zogen in 16 kantonale Parlamente und in die meisten städtischen Legislativen ein.
Vor allem in Kantonen, in denen nach der Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 Wahlen stattfanden, machten sie grosse Sprünge nach vorn.
Gruppierungen der Neuen Linken wie die Poch traten teilweise geschlossen zu den Grünen über. Auf der politischen Rechten gründete der frühere Chef der Nationalen Aktion, Valentin Oehen, im August 1986 die (kurzlebige) Oekologische Freiheitliche Partei.
Grosse Hoffnungen
Mit grossen Hoffnungen blickten viele auf die Nationalratswahlen im Herbst 1987. Die Stärkung der umwelt- und friedensbewegten Kräfte könnten die Mehrheitsverhältnisse ändern, schrieben etwa die Journalisten Roger Blum und Peter Ziegler sowie die Professoren Urs Altermatt und Wolf Linder in ihrem Buch «Hoffnungswahl».
Diese fand aber nicht statt, wie der Politologe Werner Seitz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA darlegte. Wohl sprangen die Grüne Partei 1987 von 1,9 auf 4,9 Prozent, die Linksgrünen von 1 auf 2,4 Prozent. Dafür brachen die SP und andere Linksparteien ein, während die Bürgerlichen trotz Verlusten ihre parlamentarische Mehrheit behielten.
In den Wirtschaftskrisen der Neunziger Jahre rückten wieder soziale Themen ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Dies gab der SP Auftrieb, während die Grünen längere Zeit eine Talsole durchschreiten mussten.
(sda)




























