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Tschernobyl und die Folgen
19. April 2011 23:42; Akt: 20.04.2011 10:07 Print
Neuer Super-Sarkophag soll 100 Jahre halten
von Peter Blunschi - Der brüchige Sarkophag in Tschernobyl soll durch eine gigantische Stahlhülle ersetzt werden. Unklar ist, wie viel radioaktives Material sich noch im Reaktor befindet.
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hoffte auf den Fukushima-Effekt. «Angesichts der jüngsten Ereignisse in Japan müssen wir Massnahmen ergreifen, um Tschernobyl in ein ökologisch sicheres System umzuwandeln», sagte er im Vorfeld der Konferenz zum 25. Jahrestag des Reaktorunglücks. Seine Hoffnung wurde enttäuscht: Die Geberländer sagten am Dienstag «nur» 550 Millionen Euro für die Sicherung des Reaktors zu. Die Ukraine hatte den Finanzierungsbedarf auf rund 740 Millionen Euro (eine Milliarde Dollar) veranschlagt.
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Makaberes Reiseziel: Tschernobyl
Mit dem Geld soll unter anderem eine neue Schutzhülle gebaut werden, die den bestehenden «Sarkophag» ersetzen soll. Die Stahlbeton-Konstruktion war nach der Katastrophe 1986 in aller Eile errichtet worden, um den zerstörten Reaktor 4 zu versiegeln. Bald zeigten sich Baumängel in Form von Rissen. Die Westwand neigte sich um 50 Zentimeter und musste 2008 mit Metallstützen gesichert werden. Befürchtet wird in erster Linie, dass Wasser eindringen und radioaktives Material freisetzen könnte.
Grösstes bewegliches Gebäude der Welt
Der neue Sarkophag ist ein Werk der Superlative, eine gigantische Stahlkonstruktion mit einem Gewicht von rund
Die bogenförmige Halle soll danach auf beiden Seiten abgedichtet werden und nach den Plänen der Erbauer rund 100 Jahre halten. Der bestehende Betonsarkophag soll in dieser Zeit demontiert und samt den Überresten des Reaktors in einem noch zu bauenden Endlager entsorgt werden. Das ambitionierte Projekt hat bereits einige Rückschläge erlitten. Die für 2015 geplante Fertigstellung der neuen Hülle dürfte sich nun weiter verzögern.
Viel oder wenig Radioaktivität?
Dabei ist nicht einmal sicher, wie viel radioaktives Material sich noch im Innern des heutigen Sarkophags befindet. Die meisten Experten gehen von rund 190 Tonnen aus. Ganz anders sieht es der russische Physiker Konstantin Tschetscherow. Er glaubt, dass rund 95 Prozent aller radioaktiven Stoffe bei der Explosion am 26. April 1986 freigesetzt wurden. Seine Einschätzung basiert auf drei Besuchen im Innern des Katastrophen-AKWs, bei denen Tschetscherow festgestellt haben will, dass der Reaktorschacht praktisch leer ist.
Unterstützt wird er vom deutschen Physiker und ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Sebastian Pflugbeil. Der Präsident der atomkritischen Gesellschaft für Strahlenschutz ist ebenfalls einer der wenigen Menschen, welche die Ruine von innen gesehen haben. Dabei kam er zum gleichen Schluss wie sein russischer Kollege. Die neue Stahlhülle ist für ihn deshalb überflüssig. «Bricht der Sarkophag zusammen, ist das sicherlich fatal, aber die Strahlung wird keine Folgen für Kiew oder Westeuropa haben», sagte Pflugbeil gegenüber Zeit Online.
Tickende Zeitbombe oder relativ harmloses Wrack? Die Einschätzungen in Sachen Tschernobyl gehen weit auseinander. Letztlich gilt wohl die Devise: Im Zweifel für die Sicherheit.
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Alle 41 Kommentare






























Schon der Name
Sarkophag. Früher für deine Würdenträger. Heute für deinen Müll. Geile Entwicklung, liebe Menschheit.
gute idee !
hundert jahre - und dann ? dann ist kein verantwortlicher mehr am leben. klasse hinterlassenschaft !
Alternativen?
Hast du eine Alternative zu bieten?
krank
schon krank was notwendig ist um das ganze mal für 100 Jahre zu entschärfen...