Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Aufstand in Syrien
29. Dezember 2011 23:46; Akt: 30.12.2011 11:05 Print
Chef der Beobachter soll zurücktreten
Ungeachtet der Beobachter der Arabischen Liga sterben bei erneuten Protesten mindestens 28 Menschen. Inzwischen kommen Zweifel an der Integrität des Leiters der Beobachter-Mission auf.
Die syrische Opposition hat die Abberufung des Leiters der ins Land entsandten Beobachtermission der Arabischen Liga gefordert. General Mohammed Ahmed Mustafa al Dabi diene «dem repressiven Regime des sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir», erklärte Omar Idilbi vom Örtlichen Koordinationskomitee. Es sei zu befürchten, dass al Dabi nicht neutral sein könnte.
Demonstranten halten am 25. Dezember in Kafranbel ein Plakat mit dem syrischen Machthaber Assad (r.) und dem sudanesische General Mustafa al-Dabi in die Höhe. Al-Dhabi leitet die Beobachtermission, die erreichen will, dass die gewalttätigen Unruhen in Syrien ein Ende nehmen und internationale Journalisten wieder ungehindert in das Land einreisen können.(Bild: Reuters)
Infografik
SyrienDie arabische Welt im Umbruch
Video
Interview de Bachar Al-Assad
Der in Paris ansässige Dissident Hajtham Manna forderte die Arabische Liga auf, al Dabi entweder abzulösen oder dessen Befugnisse einzuschränken. «Wir kennen seinen Hintergrund und seine dürftige Erfahrung in diesem Bereich», sagte er mit Blick auf al Dabi.
«Was ist von einem Leiter einer Beobachtermission zu erwarten, dem in seinem eigenen Land Völkermord vorgeworfen wird?», sagte Oppositionspolitiker Ausama Monadsched vom Syrischen Nationalrat. Der Nationalrat sehe «die Stellung al Dabis als Leiter der Beobachtermission angesichts der Anschuldigungen mit tiefer Sorge». Deshalb werde man in einem Antrag an die Arabische Liga um dessen Ablösung bitten, erklärte Monadsched.
«Willkürliche Festnahmen und Folter»
Al Dabi ist ein Vertrauter al Baschirs und leitete einst den sudanesischen Militärgeheimdienst. Derzeit führt er die Beobachtermission der Arabischen Liga, die die Lage in Syrien untersuchen soll.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete, dass der sudanesische Militärgeheimdienst unter der Führung al Dabis zu Beginn der 1990er Jahre für «willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, das Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen zahlreicher Menschen im Sudan» verantwortlich gewesen sei. Gegen den sudanesischen Präsidenten al Baschir liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vor.
Ein Vertreter der Arabischen Liga in Kairo verteidigte die Wahl al Dabis. Er geniesse die Unterstützung aller Mitglieder der Liga. «Wir folgen unserem Gewissen. Die Mission und deren Abschlussbericht werden über die Zukunft Syriens entscheiden», erklärte er.
Erneut Tote bei Protesten in Syrien
Ungeachtet der Anwesenheit der Beobachtermission gingen syrische Soldaten laut Aktivisten in Damaskus gewaltsam gegen Regimegegner vor. Etwa
Insgesamt seien am Donnerstag 21 Menschen von Sicherheitskräften des Regimes getötet worden, die meisten in Vororten der Hauptstadt, sagte Abdul Rahman. Die Örtlichen Koordinationskomitees sprachen gar von 28 Getöteten.
Bundesaussenminister Guido Westerwelle verlangte nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes für die Beobachtermission «ungehinderten Zugang zu allen neuralgischen Punkten im Land». Dazu gehörten «nicht nur kritische Städte wie Homs und andere, sondern auch die Möglichkeit, ungehindert mit Vertretern der Opposition, der Zivilgesellschaft und auch mit Inhaftierten des Regimes zu sprechen». So sei es wichtig, dass die Gewalt des Regimes zu einem Ende komme und politische Gefangene freigelassen würden, hiess es weiter.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 4 Kommentare






























Kindergarten Spiel
Und all diese Vorwürfe gegenüber dem Chef der Beobachter, realisiert man erst jetzt? Dass Syrien den Beobachtern nur das zeigt, was diese auch sehen sollen ist dich klar. Machen ja die Kleinen im Kindergarten schon. Noch eine Ähnlichkeit fällt mir da auf: Fragt der schwerhörige Musiker den Blinden im Dancing: "Du, spielen wir schon?" Fragt der Blinde zurück: "warum? Tanzen sie schon?"
Vordergründig - Hintergründig
Mit seiner Herkunft kann er ja nciht sauber sein - selber in Massaker verwickelt und dann Beobachter spielen - Lippenbekenntnis der arabischen Liga - will oder kann diese sich nicht einmischen? Grossartig Reden - nicht handelen - genau wie alleandern vermeintlich massgebenenden Politiker auch.
Arabien oder Afrika?
Zudem haben afrikanische Länder in der Arabischen Liga nichts zu suchen. Arabische Länder liegen auf dem asiatischen Kontinent und nicht in Afrika. Also hat der sudanesische Beobachter da nichts zu suchen. Gleiches für Ägypten, Lybien, Tunesien, Algerien und Marokko. Arabische Liga hat mit gemeinsamer Sprache oder Religion nichts zu tun. Niemand getraut sich dies zu bemerken. Schon eigenartig.