Keine Syrien-Resolution

04. Februar 2012 08:29; Akt: 04.02.2012 23:39 Print

Russland und China legen ihr Veto einRussland und China legen ihr Veto ein

Die beiden Grossmächte Russland und China stützen weiterhin das syrische Regime, sie wollen keine UNO-Resolution. In der Stadt Homs kam es laut Aktivisten zu den schwersten Angriffen seit Beginn des Aufstandes.

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Ein Aufständischer steht am 2. Februar in Homs neben einem zerstörten Panzer der Sicherheitskräfte von Präsident Assad. (Bild: Keystone/AP)

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Trotz neuer Berichte über Dutzende Tote allein in einer Nacht zuvor bleibt der Weltsicherheitsrat in der Syrien-Krise auch weiterhin stumm. Mit einem Doppelveto brachten Russland und China am Samstag eine von einer breiten Mehrheit unterstützte Resolution zu Fall.

Die anderen Staaten zeigten sich entsetzt. «Wir haben so viel versucht, um einen Kompromiss zu finden», sagte Marokkos UNO- Botschafter Mohammed Loulichki. Er hatte den von Arabern und Europäern unterstützen Entwurf vorgelegt und auf russisches Drängen immer wieder abgeschwächt.

US-Aussenministerin Hillary Clinton zeigte sich empört über das Veto Russlands und Chinas: «Es ist Zeit, dass wir uns erklären: Sind wir für Frieden und Sicherheit oder werden wir Komplizen bei fortgesetzter Gewalt und Blutvergiessen sein?» Sie sei enttäuscht über das Doppelveto: «Ich möchte Sie fragen: Was müssen wir denn noch wissen, um im UNO-Sicherheitsrat entschlossen zu handeln?»

Ähnliche äusserte sich der britische Aussenminister William Hague. Es stelle sich die Frage, «wie viele Menschen noch sterben müssen, bis Russland und China dem UNO-Sicherheitsrat erlauben zu handeln». Anstatt die syrische Bevölkerung zu unterstützen, hätten die beiden Vetomächte sich auf die Seite des «brutalen Regimes» von Syriens Präsident Baschar al-Assad gestellt, beklagte Hague.

Noch deutlichere Worte kamen von US-Botschafterin Susan Rice: «Wir sind angewidert, dass einige Mitglieder uns davon abhalten, unsere Pflicht zu tun.» Der Rat werde seit Monaten «in Geiselhaft gehalten von zwei Ländern, die nur an ihre eigenen Interessen denken.» Im Text seien Sanktionen nicht einmal erwähnt worden. «Und besonders schändlich ist es, dann auch noch Waffen zu liefern.»

2 gegen 13

Russland und China wehrten sich gegen die Vorwürfe; «Wir bedauern diesen Ausgang», sagte Russlands Botschafter Witali Tschurkin. «Aber dieser Entwurf war unausgewogen.» Russland habe einen Kompromiss finden wollen. «Aber diese Versuche wurden von Ländern unterlaufen, die zu viel wollten, sogar einen Regimewechsel.»

Chinas Botschafter Li Baodong forderte ein Ende der Gewalt, sagte aber auch: «Die Ordnung in Syrien muss so schnell wie möglich wieder hergestellt werden.» Syriens Souveränität müsse unangetastet bleiben.

Russland und China haben bislang jede Kritik am Waffenkunden Syrien unterdrückt. Vor genau vier Monaten hatten beide Staaten schon einmal ihr Veto gegen eine Syrien-Resolution eingelegt, wurden dabei aber noch von einigen anderen Staaten unterstützt. Diesmal stimmten alle 13 anderen Länder für die Resolution.

Blutigste Kämpfe seit Beginn des Aufstandes

Unmittelbar vor der Abstimmung im Weltsicherheitsrat erlebte das Land die blutigsten Kämpfe seit Beginn des Aufstandes vor elf Monaten. Bei einem stundenlangen Beschuss von Wohnvierteln mit Panzer- und Mörsergranaten waren in der Rebellenhochburg Homs mindestens 260 Menschen getötet und weitere 1000 verletzt worden, wie Aktivisten aus der belagerten Stadt berichteten.

In Homs hätten kriegsähnliche Zustände geherrscht. Die Protestbewegung berichtete, dass Regierungstruppen die Stadt gestürmt und dann Stadtviertel gezielt mit Panzergranaten beschossen hätten. «Menschen sterben im Schutt ihrer eingestürzten Häuser», sagte der Aktivist Aiman Idlibi.

Die syrische Opposition nannte das Veto Russlands und Chinas enttäuschend. «Dieses Veto geht auf Kosten des syrischen Volkes und seines Blutes», sagte Nadschi Taijara vom Syrischen Nationalrat. Er gehe davon aus, dass die Regierung sich des Vetos sicher war. «Deshalb hat das Regime das Massaker in Homs verübt», sagte Taijara.

Syriens Botschafter Baschar Dschaafari nannte sein Land «die Heimat der Toleranz». «Jeder friedliche Demonstrant ist willkommen», seine Regierung kämpfe nur gegen Terroristen. Er sprach erneut von einer «internationalen Verschwörung, die Syrien zerstören will».

(sda/dapd)

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  • manuela brin am 05.02.2012 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich kann Russland nur Gratulieren

    ich finde es gut das Russland und China ein Veto eingeleg hat. dieses Aufstand müssen die Araber Selber lösen

  • Amid Westbank am 05.02.2012 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht die Augen auf

    Huch, einige Leser Regen sich mächtig auf. Bitte vergesst nicht, dass die Amis schon mehrere Male ohne UN Resolution angegriffen haben. Wieso glaubt ihr, dass die Allianz ISR-USA dieses mal die Füße still hält? Hier geht es definitiv nicht um Syrien, hier gehts um den Iran und wie man den Weg dorthin frei Räumt. Oder glaubt ihr wirklich den Amis und Israelis geht es um die Bevölkerung dort? Nicht Blauäugig sein! Darum sag ich, recht so China und Russland.

  • Jackman am 05.02.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Das Problem von Russland u China ist, würde es Sanktionen geben, die gem. Papier ohne Interventionen gelistet ist, dürfte Assad kaum mehr die Macht behalten früher oder später. Somit verlieren Russland u China einen ertragreichen Kunden für Waffen u Öl, denn diese sind nicht nur die grössten Lieferanten in Sachen Waffen, sondern auch die grössten Abnehmer in Sachen Öl, was ihre eigenen Interessen schwächen würde. Daran haben sie natürlich kein Interesse u Menschenleben /-rechte interessieren diese Länder herzlich wenig.